Terrorverlag > Blog > TASTE OF BLOOD > Dead Eyes

Band Filter

TASTE OF BLOOD - Dead Eyes

VN:F [1.9.22_1171]
Taste-of-Blood-Dead.Eyes_.jpg
Artist TASTE OF BLOOD
Title Dead Eyes
Homepage TASTE OF BLOOD
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.3/10 (7 Bewertungen)

So nun ist es soweit, und ich kann mich dem Debüt-Album von TASTE OF BLOOD widmen. Nachdem man von dieser jungen Undergroundband aus Herford monatelang mit Tracks auf ihrer HP hingehalten wurde, denen es aufgrund von Eigenaufnahme an guter Soundqualität mangelte, wurde schließlich der weise Entschluss gefasst bei Redback-Recordings ins Studio zu gehen. Zeit, die Scheibe der lokalen Melodic Death Hoffungsträger mal auseinander zu nehmen.

Die Jungs um Ausnahmegitarrist Marian starten mit dem Instrumentalen Intro “Liberatory” durch, welches einen durch seine 4-stimmige Zupfmelodie in eine leicht melancholische Stimmung versetzt und bereit macht, die CD in vollen Zügen zu genießen. Wunderbar schließt sich der Opener “Your Welcome” an, da TASTE OF BLOOD die Melodie gleich für den Song weiter verarbeitet haben. Die Komposition strotzt nur so von melodischem Death und Schweden Metal Riffing wie man es hier bislang in der Gegend nur von Bands wie SOULGATE gehört hat. Nette Tempowechsel und treibende Drums geben dem Track den letzten Schliff. Etwas überrascht mich die Stimme von Sänger Phil, denn sie ist doch um einiges tiefer als ich sie Live gewohnt bin, da klang Phillip immer so geil nach IRATE. Dadurch wird die Scheibe noch tiefer in die “Death-Ecke” gedrückt, passt aber wunderbar ins Gesamtbild und hebt die Jungs von Bands wie SOILWORK und IN FLAMES wieder etwas ab. Beim alten “Live Opener”, der nun an Platz 3 der CD steht, wird etwas mehr Wert auf Groove im Riffing und Drumming gelegt, wodurch der Song einen etwas moderneren Touch bekommt. Damit die Bedrohlichkeit nicht flöten geht, rutscht die Stimme noch mal eine Etage tiefer, so dass es langsam schwer wird die Lyrics zu verstehen. Besonders gefällt mir hier die Bridge, wo Drums und Gitarre gegenseitig versuchen sich den Rang um den vertracktesten Rhythmus abzuspielen. Mit “Save yourself” steht nun das Highlight der Platte an. Darum hat man dieses 6 Minuten lange Riffmonster wohl auch in die Mitte der Liedfolge gelegt. Der Song stellt sich als abwechslungsreiches, melodiöses und wunderschön schleppendes Meisterwerk heraus. Selbst Leute, die mit Death Metal nix am Hut haben werden hier mitnicken müssen.

Nach dem cleanen Zwischenteil darf Marian nun endlich alle Register seiner Tapping-Fähigkeiten ziehen und in seinem 50-Sekunden-Solo mal so richtig zeigen, wie hoch das Niveau bei lokalen Undergroundbands inzwischen ist. Im Titel Track “Dead Eyes” geht es textlich darum, das man nicht immer das glauben sollte, was einem die Medien suggerieren – um die Aussage noch zu verstärken legen die Jungs beim Tempo und vor allem beim Drumming wieder eine Schippe drauf und moshen ordentlich los, was das Zeug hält. Auch hier ist von Langeweile keine Spur da neben Blast-parts auch wieder moderne Elemente für das Songwriting genutzt wurden. Den so manches Riff findet man in der Art auch bei den heutigen Metalcore-Größen wie AS I LAY DYING und HEAVEN SHALL BURN. Die „Bandhymne“ „Taste of Blood“ ist so viel ich weiß einer der älteren Songs. Das hört man auch raus, da das Hauptriff teilweise fast schon fröhlich nach Rock `n` Roll klingt. Ein kleiner motivierender Arschtritt am Schluss sozusagen. Der Kreis schließt sich mit dem instrumentalen Outro “Dying Art”.

Mein lieber Herr Gesangsverein, die CD ist so, wie ich sie erhofft habe. Fetter Riffing-Mix aus Alt und Neu und Querbeet durch Death, Melodic Death, Thrash und Modern Metal. Das Ganze mit fast durchgehend verständlichem Death-Gegrunze. Eine Messlattenerhöhung für Undergroundbands, die andere erstmal erreichen müssen. Doch ganz ohne Meckern geht es ja nicht. Auch wenn die Produktion nicht unfett ist, merkt man doch, dass die Gitarren nur einmal eingespielt wurden, darum fehlt meiner Meinung nach an manchen Stellen der Druck. Auch trifft die Stimme Live eher meinen Geschmack als auf Konserve, wo Philip viel Wert darauf legt möglichst tief zu „kommen“. Ein bisschen mehr Varianten in die Vocals würde den Songs auch gut tun, aber da ja schon das Riffing mehr als abwechslungsreich ist, und die Jungs ja auch gar kein Wert darauf legen, dass Phillip variiert, kann man locker darüber hinweg sehen.

Ok genug gequengelt. Die Scheibe ist absolut zu empfehlen und neben TASTE OF BLOOD hat mich außer SOULGATE noch keine lokale Band so beeindruckt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

TASTE OF BLOOD - Weitere Rezensionen

Mehr zu TASTE OF BLOOD