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TEPHRA - Tempel

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Tephra-Tempel.jpg
Artist TEPHRA
Title Tempel
Homepage TEPHRA
Label GOLDEN ANTENNA
Veröffentlichung 18.02.2011
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Es gehört natürlich Können dazu, doch für den einen richtig großen Hit bedarf es eine ebenso große Portion Glück. Der eine Song, der einer Band den Durchbruch beschert, der im Radio rauf und runter gespielt wird und den die Schöpfer dann bis zu ihrem musikalischen Lebensende unentwegt auf ihren Live Shows spielen müssen. So eine Komposition wird es von TEPHRA wohl nie geben…

Das liegt mitnichten daran, dass die Braunschweiger weder Glück noch Können besitzen, sondern resultiert vielmehr daraus, dass das Sextett einfach zu überzeugende Gesamtkunstwerke erzeugt, aus denen man einfach kein einzelnes Stück heraus brechen darf. Einen weiteren Beweis dafür liefert das nun dritte Album „Temple“, an dessen Wänden man zwar immer noch deutlich die Verzierungen von ISIS, NEUROSIS und CULT OF LUNA zu erkennen vermag, doch deren Pinselführung mehr und mehr seinen eigenen Charakter bekommt. TEPHRA gehen hier deutlich befreiter zu Werke, verlieren sich nicht im Einhalten von vorgegeben Linien, sondern malen bewusst und gekonnt schwungvoll und ausschweifend. Das hat zur Folge, dass sich das kreierte Klangbild bunter und heller darstellt, ohne jedoch verwässert zu wirken. Massive und schleppende Soundwände werden von der Saitenfraktion aus den Boxen geschoben, mitleiderregende Shouts verhallen ausdrucksstark in der so geschaffenen Schneise und eine Atmosphäre wabert im schwindenden Raum, die einen umschließt und aus dem hier und jetzt zieht. Dabei setzen die Niedersachsen verstärkt auf instrumentale Phasen, die mit facettenreichen Melodien fast durchgehend schöne Kontraste zeichnen. Da interessantes Songwriting schon seit jeher eine der großen Stärken dieser Formation war, ist dieser Schritt durchaus zu begrüßen und erhöht den „Traumfaktor“ um ein ganzes Stück. Die Rhythmus-Sektion bekommt auf diesem Silberling eine vergleichsweise höhere Aufmerksamkeit – allerdings wird genauso wenig vergessen, Tempo und Druck mal gehörig anzuziehen und den Rezensenten so aus der eben beschriebenen Traumwelt wieder rasant „abstürzen“ zu lassen.

TEPHRA haben sich ohne ihre Spuren zu verwischen dem Postrock weiter genähert, was sie ihrer hier gezeigten Experimentierfreude zu verdanken haben. Mutig ist man bei den acht Kompositionen auf „Tempel“ vorgegangen, man ist offener und forscher geworden, doch hat man nichts von seiner Stärke einbüßen müssen. Dass ich auf die Stücke im Einzelnen nicht eingegangen bin, liegt wieder an der Konzeption der Scheibe – die gut 48 Minuten Gesamtspielzeit sind ein monolithisches Erlebnis, wenngleich das Liedgut nicht zwangsläufig zusammen gehört/ gehören muss. TEPHRA holen einen akustisch ab und gemeinsam bereist man den sorgfältig erschaffenen Klang-„Tempel“, aus dem es so schnell kein Heraus mehr gibt, hat man ihn erst einmal betreten und sich gefangen nehmen lassen. Doch wer sucht hier auch schon nach dem grünen Schild mit dem weißen Männchen drauf…

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Tephra 'Tempel' Tracklist
1. Ghost Button MP3 bestellen
2. Chains And Pounding Hooves Button MP3 bestellen
3. Agra Button MP3 bestellen
4. How The West Was Lost Button MP3 bestellen
5. City Immersed In Dust Button MP3 bestellen
6. Seven Teeth Button MP3 bestellen
7. Deadman's Path Button MP3 bestellen
8. Tempel Button MP3 bestellen
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