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TESTSIEGER - Volltreffer

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Artist TESTSIEGER
Title Volltreffer
Homepage TESTSIEGER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Stiftung Terrortest: Wie werden die Niedersachsen abschneiden, die sich bereits in einer harten Vorqualifikation gegen einige Kontrahenten durchsetzen konnten? Jerry Mono (Jan Beyer), Derek Volcano (Jörg Wockenfuß) und RoleEcholotse (Roland Wiegner) – bitte die Pseudonyme selbst erkennen – sind bereits seit mehreren Jahren künstlerisch aktiv. Man agiert(e) als Komponisten/ musikalische Leiter an diversen Theatern, versuchte sich erfolgreich an Filmmusik, betreibt ein Studio (Tonmeister) and so on… Mit all dieser Erfahrung in der Hinterhand wurde dann das Projekt TESTSIEGER ins Leben gerufen, welches mir als KLEE Support zum ersten Mal in die Gehirnmembranen drang.

2 CDs in einem spacigen Digipak erfreuen schon mal das Auge und geben die Marschrichtung vor: Zurück in die Zukunft, ab ins All! Genauso klingt auch die Musik des Norddeutschen Trios, eine Mischung aus 80er Analog-Seligkeit und modern lässigen Sequenzen. Dabei kann man durchaus unterschiedliche Strategien der beiden Silberlinge erkennen. CD 1, die effektiv wegen einer langen Pause am Ende keine 30 Minuten läuft, enthält eher 80er Minimal Electro/ NDW. Der Opener „Actionfiguren“ mit seinem kalten stereotypen Gesang vereint Merkmale von Acts wie WELLE:ERDBALL SONNENBRANDT, DIE PERLEN oder FREIZEICHEN auf sehr charmante Weise. Ein typischer C-64 Hit! „Neulich in der Disco“ schlägt in dieselbe Kerbe und kann dabei besonders mit seiner Lyrik punkten. Auf witzige Art werden hier die belanglosen Tanztempelgespräche aufs Korn genommen, wo man sich im Grunde genommen gar nichts zu sagen weiß. „Ich tanze!“ ist gar bereits ein norddeutscher Clubhit, der seinerseits in Oldenburger Dissen rauf und runterläuft. Mit der Zeit werden die klapprigen Analog Keyboards ergänzt von immer mehr Echoeffekten und loungigen Sounds, die aus einem Track wie „Wellenrauschen“ einen interessant chilligen Ausflug in die Postmoderne machen. Eine Art Hidden Track am Ende kombinierte dann sogar Dub mit Deichragga, quasi FETTES BROT auf analoger Wellenreise.

Auf der deutlich längeren CD 2 treten dann die 80er Einflüsse nach hinten, und es wird Zeit für entspannte instrumentale Ausflüge in die Weiten des Alls. Hin und wieder unterbrochen von schrägen Samples oder auch einmal englischem Gesang rotiert die Electronica in Richtung Unendlichkeit. Perfekt zum Chillen und als Soundtrack für nächtliche TV-Endlosbahnfahrten. Die Sache wird dann noch von 2 Remixen abgerundet.

Fernab von Charts und Trends wird wieder einmal deutlich wie zeitlos elegant deutsche Tonkunst gerade im elektronischen Bereich immer wieder Duftmarken setzt. Beeindruckend losgelöst von Genregesetzen unternehmen TESTSIEGER eine Reise, die von Krautrock bis Trip Hop alles enthält, worauf die urbane Jugend im neuen Jahrtausend abfährt. Und live soll das ganze mit echtem Schlagwerk und ungewöhnlicher Darbietungsweise noch mehr kicken. Prädikat: Wertvoll!

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