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THE AXIS OF PERDITION - Deleted Scenes from the Transition Hospital

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Artist THE AXIS OF PERDITION
Title Deleted Scenes from the Transition Hospital
Homepage THE AXIS OF PERDITION
Label CODE 666
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Musiziert hier der Chor der Schizophrenie? Die LSD-Revival Band? Das Presseinfo schwafelt von Black Metal, das Artwork lässt einen auf Industrial tippen, doch weder Worte noch Vergleiche können auch nur annähernd beschreiben, was den Hörer hier erwartet. Und noch eines gleich vorweg: „Deleted Scenes…“ ist ohne den vorbereitenden Konsum zumindest einer handvoll bunter Pillen im ersten Rutsch kaum nachzuvollziehen.

Da klingt es in den ersten Minuten streckenweise so, als spielten sich die Instrumente (falls es denn überhaupt welche auf diesem Album gibt) selbst und zwar ohne Rücksicht auf einen Zusammenhang, da erheben sich monumentale Stürme aus Krach und Kreativität, gluggern schleppende Ströme protoplasmatischen Cyber-Dooms. Das tut weh in den Ohren und auf Anhieb fallen einem tausend Gründe ein, warum diese Szenen tunlichst gelöscht werden sollten. „The Elevator benath the Valve“ wiederum ist reinste Musique Concrete: Wühlmonster knurren, eine Seilbahn surrt, der große Generator brummt und irgendetwas wird be- und entladen – die Phantasie denkt sich ihren Teil dazu. Wenn denn gerockt wird, dann wie aus einer Parallelgalaxie, in der offensichtlich in anderen Frequenzen gesendet und empfangen wird: Die Bass Drum ist manchmal so hoch gestimmt, dass es sich anhört, als halte man ein Papier in einen rasenden Ventilator, die Vocals muten an wie die Schreie einer in einen engen Käfig gesperrten Kreatur, der man ein mit Stacheln besetztes Zäpfchen einzuführen versucht. „This, then, is Paradise?“ fragt ein Song – wir wollen’s mal nicht hoffen…

Später gibt es noch entspannt rhythmisierten Ambient, Bar Jazz, minutenlanges Treiben und Momente erhabener Größe, alles eingebettet in eine Geschichte, deren Komplexität Einstein an den Rande des Wahnsinns getrieben hätte. Komplett unangepasst klingt diese sonische Attacke, wie rein gar nicht sonst. „Deleted Scenes“ ist, wenn man so will, eine Art Gebet. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte die Hände falten.

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