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THE DROPOUT PATROL - Sunny Hill

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The-Dropout-Patrol-Sunny-Hill
Artist THE DROPOUT PATROL
Title Sunny Hill
Label K&F
Veröffentlichung 10.04.2015
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Birth of the cool: „Wie aus der Zeit, als CAT POWER noch Indie Rock gemacht haben.“ – Endlich mal ein Verweis in der Platteninfo, der die Band nicht allein in die Nähe bereits etablierter Künstler rücken will, sondern mit wenigen Worten das Gefühl beschreibt, das einem bei jedem der neun Songs durchfährt. THE DROPOUT PATROL sorgen für schmerzhaftes Wohlgefühl ohne Verklärung. „Sunny Hill“ ist eine Platte, die in Deutschland so wohl nur in Berlin entstehen konnte. Hier geht es um Kaputtsein, Trostlosigkeit, Wut und Scherben. Gleichzeitig befinden sich die vier Musiker ganz nah am ästhetischen Puls der Zeit.

Jana Sotzkos Stimme klingt dabei tatsächlich nach einer etwas gefassteren Chan Marshall, die ja seinerzeit in den frühen Neunzigern von STEVE SHELLEY quasi entdeckt wurde. Mit SONIC YOUTH ist dann auch ein weiter wichtiger Bezugspunkt gefunden, denn THE DROPOUT PATROL bieten ebenso unanfechtbare Coolness. Sie bewegen sich soundtechnisch irgendwo zwischen „Sister“ und „Daydream Nation“. Aber auch die antiklimatische Präzision von frühen Noisebands wie SHELLAC, SLINT oder BITCH MAGNET durchdringt das Songgefüge nachhaltig und sorgt für eine natürlich gewachsene Brockigkeit, wie man sie in der Heuschober-Folk- und Achtziger-Hipster-Musiklandschaft dauerhaft vermisst. Dass THE DROPOUT PATROL eine Band aus dem Jahr 2015 ist, lässt sich an ihrer sachlich-kontrollierten, ja geradezu sterilen Emotionalität ablesen, mit der sie an ihre Songs herangehen. Dieser neue Mut zur Leere bugsiert „Sunny Hill“ geradewegs aus der rückwärtsgerichteten Verklärungsromantik ins Hier und Jetzt. Altes wird mit Neuem kombiniert, Hartes mit Weichem. Härte bedeutet dabei nicht breitbeiniges, aufgeplustertes Herumgepose in Lederboots. Aber eben auch keine Totalverweigerung durch einen künstlerisch erzwungenen Betontod im Artsy-Fartsy-Industrieatelier prätentiöser Unhörbarkeit. Weichheit und Emotionalität bedeutet nicht weichgespültes Betroffenheits-Gesülze, das in der ökologisch korrekten Hipster-Kneipe mal eben so nebenbei konsumiert werden kann, bevor es dann weiter durch die Partynacht geht „bis die Wolken wieder lila sind.“

„Sunny Hill“ liegt auch schon einmal schwerer und länger im Magen, als einem das als Hörer zunächst lieb ist. Hier geht es um die Darstellung von Realitäten. Härte bedeutet hier Ehrlichkeit, Ja-Nein-Entscheidungen, Schwarz und Weiß. In der monochromen Geräuschlandschaft blitzen immer dabei wieder dermaßen helle Momente auf, dass einem vor Schönheit die Spucke wegbleibt. „Whalers“ ist beispielweise so ein Exemplar, das durch simple Reduktion eine emotionale Wucht entfesselt, wie sie nur selten zu finden ist. Das ist definitiv das Gegenteil von Gutfühl-Musik und trotzdem macht „Sunny Hill“ ein nachhaltig gutes Gefühl. Große Platte!

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The Dropout Patrol 'Sunny Hill' Tracklist
1. Other People's Problems Button MP3 bestellen
2. The Great Hesitation Button MP3 bestellen
3. Irrelevant Variables Button MP3 bestellen
4. Taken Hostage By The Scene Button MP3 bestellen
5. A Song For Four A.M. Button MP3 bestellen
6. (Untitled)
7. It May Be That We Are Passing Through Difficult Landscapes Button MP3 bestellen
8. The Unwanted Gift Button MP3 bestellen
9. Find It At The Bottom Of The Lake Button MP3 bestellen
10. Muym
11. Airports
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