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THE GRAVIATORS - s/t

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Artist THE GRAVIATORS
Title s/t
Homepage THE GRAVIATORS
Label TRANSUBSTANS RECORDS
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

THE GRAVIATORS sind eine erst 2009 gegründete schwedische Band, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den ihrer Meinung nach verstorbenen Rock n’ Roll der Siebziger wieder zum Leben zu erwecken und dadurch einen Hoffnungsschimmer am dunklen Firmament der Musik darzustellen. Im Zuge dieser Mission spielten sie ebenfalls bereits 2009 ihr selbstbetiteltes Debütalbum ein, was nun über Transubstans Records veröffentlicht wurde.

Dabei herausgekommen ist ein angenehm harsch klingender Stoner-Doom-Bastard, der insofern tatsächlich den Spirit der Seventies in die Neuzeit transportiert, als das die unvermeidlichen BLACK SABBATH in ihrer Frühphase an allen Ecken und Kanten Pate stehen, wie so häufig in solchen Fällen. Das ist nun zwar nur mäßig originell, aber im Falle von THE GRAVIATORS durchaus nicht schlecht gemacht. Da gibt es coole Hooklines, bei denen man sich unwillkürlich beim Mitwippen ertappt, wie in „Storm Of Creation“ oder dem raffinierten „She’s A Witch“, eine Menge dreckiger Gitarrensoli für das Rockerherz und zusätzlich eine große Portion angenehm zurückgelehnt wirkender Melodien, die dem heavy riffenden Rock immer wieder eine interessante Note geben. So weit, so alles andere als schlecht. Nur fehlt dem Album über die Distanz ein wenig das letztlich mitreißende Element, was es von seinen zahlreichen (von wegen, der Rock der Siebziger sei tot…) Genregenossen abheben könnte. Die überwiegend schleppenden Songs des Vierers fangen nach einer Weile an, im Kopf des Hörers ineinander überzugehen und nehmen eine in Grautönen gehaltene Massenidentität an. Doch dann geschieht in der zweiten Albumhälfte etwas Unerwartetes: In dem mit einem tollen Flanger-Effekt daher kommenden „Saturnus’ 84“ lösen THE GRAVIATORS plötzlich die bis dato angezogene Handbremse und entwickeln dabei einen Drive, der einem das Gefühl gibt, Carrerabahn-gleich über die Ringe des Saturn hinweg zu jagen. Diesen besagten Drive können die Schweden dann auch glücklicherweise über die restliche Spielzeit retten, bevor der fulminante Endzeit-Brecher „Planet Gone“ den eindrucksvollen Schlusspunkt markiert. Bleibt die Frage, warum die Band sich diese ihr sehr gut zu Gesicht stehende Tempoverschärfung lediglich für die letzten gut 20 Minuten aufspart.

Fazit: Für Fans der besagten BLACK SABBATH oder auch deren legitimierter Nachfolger wie CORROSION OF CONFORMITY oder CATHEDRAL ein durchaus hörenswertes Album mit einer zum Ende hin ansteigenden Formkurve. Im Hinblick auf die finale Rettung des guten alten Rock n’ Roll jedoch sicherlich (noch) nicht der Weisheit allerletzter (und vor allem alleiniger) Schluss, dazu fehlt dem Dreher einfach ein kleiner Schuss Außergewöhnlichkeit.

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