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THE JUDGE BAND - s/t

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Artist THE JUDGE BAND
Title s/t
Homepage THE JUDGE BAND
Label INTENSITY RECORDINGS
Leserbewertung
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„The Judge“, unter bürgerlichem Namen als Tim Shanks bekannt, lebt für die Musik. Seit seinem siebenten Lebensjahr tingelt er mit seiner Familie durch die Lande und preist mit ihr den Herrn in Form einer Gospel-Band. Sei es, dass er nie wirklich „nur“ Gospelsänger sein wollte, oder aber, dass er immer im Mittelpunkt stehen wollte, Tim flog irgendwann aus der Gruppe. Mit 16 aber arbeitete er dann schon an seiner Soloperformance und rockte in Bars seiner Heimatstadt. Moment mal! Rock? Passt das zum Gospel? Nicht wirklich – aber das steht hier auch nicht zur Debatte. Was allerdings zur Debatte steht, ist das vorliegende, selbstbetitelte Blues/ Rock-Album.

Mit „Better Man“ fängt der Judge recht seicht an. Poppig mit ruhigen Rocknuancen steigt das Album ein. Auffällig dabei ist die Stimme von Shanks. Rauchig, um nicht zu sagen, whiskey-gegerbt überzeugt der Vortrag am Mikro. Mit „Goodbye“ schlägt der nächste Song soundtechnisch in eine ähnliche Kerbe. Sanftes Piano, rhythmische Gitarren und vor allem wieder ein gutes Solo an der Gitarre wissen zu gefallen. Dazu kommt noch dezenter Orgelsound, der wohl als Überbleibsel der Gospelkariere zu sehen ist – ähnlich wie die in anderen Stücken sporadisch einsetzenden Chöre. Mit „William’s Song“ folgt ein Stück, welches sich mit den Höhen und Tiefen des Lebens und mit der teilweise unfreiwilligen Tragikomik dessen befasst. Soundmäßig kommt es dann schon eher NuRock-lastiger daher. Später beweist der Herr bei „PA 2001“, dass er auch Riffmonster spielen kann und vor allem, dass Blues und Rock gut mit anderen Stilen harmonieren. Bei „Roxy“ mischt sogar ein Hauch Funk mit. Das nun folgende „Rhino“ ist wohl eher mit einem Augenzwinkern zu sehen (Zitat: „Looking for something clever here, you better move on to another song“). Was soll’s – Spaß macht der Rocker auf jeden Fall. „Take me back“ hingegen ist danach jedoch wieder ein Kracher der alten Schule. Gute Soli und ein gemächlicher Rhythmus laden zum Kopfwippen ein. Ein großes Stück kommt dann noch mit „Suck“ – und wer jetzt bei dem Titel an etwas Versautes denkt, der sollte sich schämen. Schließlich will der Judge doch „nur“, dass die Dame an seiner „Zigarette“ zieht… Einen Ausrutscher hat das Album jedoch zu verzeichnen, und zwar die belangloseste Version von „Amazing Grace“, die ich je gehört habe. Schade drum.

Was am Ende der fast 40 Minuten Spielzeit übrig bleibt, ist folgendes: Ein überzeugendes raues Bluesrock-Album, dass Genrefans definitiv gefallen wird. Allerdings betone ich den Begriff „Genrefans“ ganz deutlich. Alle Anderen werden hier nichts finden, was sie anspricht. Hier steht Spielspaß und das Kokettieren mit einigen Genrezitaten auf dem Plan. Querverweise auf IGGY POP, die STOOGES und viele weitere Formationen gibt es zur Genüge. Bei Interesse kann man zum Glück auf der Homepage der Band einige Hörbeispiele genießen und sich selbst ein Bild machen.

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