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THE SIXTH INCUBATOR - Inphonoir

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Sixth-Incubator.jpg
Artist THE SIXTH INCUBATOR
Title Inphonoir
Homepage THE SIXTH INCUBATOR
Label CUDGEL AGENCY
Veröffentlichung 08.02.2003
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Chris Mummelthey scheint kein einfacher Mensch zu sein: Die eigentlich bereits recht namhafte Vorgängerband zerbrach an inneren Reibereien und die erfreulich informative Homepage seines aktuellen Geisteskinds THE SIXTH INCUBATOR wird von den freundlichen Worten eines englischen Rezensenten geschmückt, der seine Gefühle bezüglich der vorigen Veröffentlichung auf eine einfache Formel bringt: „I hate it, I hate it, I hate it!“. Worum geht es diesem Mann?

Sicherlich auch zu einem gewissen Grad um Provokation. „Inphonoir“ kommt mit einer Überlänge daher, die im Kino 5 Euro Aufschlag kosten würde, und zwei völlig überflüssigen Bonustracks einer Grindcoregruppe aus Kassel, verzichtet auf ein Tracklisting im Booklet und hat einen Sound, als habe man sich für die Aufnahmen in eine alte Fabrikhalle am unfreundlichen Ende Uzbekistans zurückgezogen. Stilistisch wird so ungefähr alles geboten, was man mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboards so anstellen kann: Ultrabrutaler Death Metal, punkige Exkursionen, Industrialbeats und düstere Soundlandschaften geben sich die Klinke in die Hand. Und trotzdem geht es hier bei aller augenscheinlichen Radikalität nicht um stumpfes Schockieren, sondern vielmehr um das Durchbrechen von Grenzen aller Art – es wurde ja zumindest zu einem gewissen Teil zurecht einmal bemerkt, dass Toleranz nichts anderes sei als das Abstumpfen der Kritikfähigkeit und in dem großen Meer exzellent produzierter, technisch versiert umgesetzter und kompositorisch mangelfreier CDs sticht diese Insel des Nonkonformismus wie eine rettende Oase hervor. Darum bringt es auch gar nichts, über fehlende Musikalität oder die mangelhafte Fingerfertigkeit der Instrumentalisten zu lamentieren, denn das sind Begriffe einer anderen, an dieser Stelle völlig irrelevanten Welt. Entweder es macht unterwegs „Klick“ oder eben nicht, das abgestandene Cliche vom Werk, das man entweder lieben oder hassen müsse ist hier ausnahmsweise einmal angebracht. Überraschend dementsprechend, dass der Fluss aus Krach und Chaos nach mehr als einer Stunde in ein melodiös gleitendes Stück alles versöhnender Elektronik mündet, das bei DEPECHE MODE mit Sicherheit zum Hit geriete.

Wahlweise die Prince oder der Wohwereit unter den Alben: Gefällt nicht jedem und das ist auch gut so. Streng limitiert auf 500 Exemplare verstellt sich „Inphonoir“ schon im Ansatz selbst den Weg zum kommerziellen Erfolg und macht klar, worum es Mummelthey – wie uncool! – eigentlich bei all seinen Marotten und Manierismen geht: Um Musik.

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Beyond the Sixth Seal 'Inphonoir' Tracklist
1. Medusan
2. Idol in human form
3. A potent wind
4. Faceless
5. Awaken
6. A homicide divine
7. Lift high the banner of falseness
8. The birthing apparatus
9. A subtle texture
10. Keine Titelinformation
11. Keine Titelinformation
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