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THE TEMPER TRAP - Thick As Thieves

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THE TEMPER TRAP
Artist THE TEMPER TRAP
Title Thick As Thieves
Homepage THE TEMPER TRAP
Label PIAS
Veröffentlichung 10.06.2016
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Mit ihrem dritten Album „Thick As Thieves“ melden sich die Indie-Rocker aus der Kreativpause und Neuorientierung zurück. Etwas rockiger und mit gewohnten U2-Anklängen wollen sie hörbar an ihre Anfangszeiten anknüpfen. Das Schicksal mit dem Nachlegen, sich Neu-erfinden wollen, übertrumpfen, klappt nicht immer. Für die TEMPER-TRAP-Boys war es gerade nach ihrem Senkrechtstarter-Erfolg und einem Glücksgriff, wie „Sweet Disposition“ (2008), der zwei Werbespots und den Film „ 500 Days of Summer“ untermalen durfte, kein leichtes Unterfangen. Gerade so ein Referenzwerk, das sich bei den Fans in die Gehörgänge regelrecht einmeiselte, machte das Nachlegen besonders schwer – weckte Erwartungen. Vielleicht kam es, wie es kommen musste: Ihr zweites Album verkaufte sich schlecht und liegt nun vier Jahre zurück. Sie haben sich viel Zeit, aber auch Federn gelassen in Form des Gitarristen Lorenzo Silitto, der der Band den Rücken kehrte. Die Band um Sänger Dougy Mandagi raufte sich angesichts ihrer prekären Situation – Gitarrist weg, schlechte Resonanz auf Album – zusammen und kämpfte sich durch. So kann der Titel ihres neuen Albums autobiographisch verstanden werden, denn „thick as thieves“, heißt übersetzt soviel wie „Pech und Schwefel“.

Die Sound-Rückkehrer haben in ihrem neuen Werk wieder Abstand von elektronischeren und atmosphärischeren Klangbildern genommen, wirken direkter und ursprünglicher. „Thick As Thieves“ klingt viel freudvoller und optimistischer als ihr Debüt, als habe die Band den Mut und die Aufmunterung, die sie selbst aufbringen mussten, gleich in ihr neues Werk weiter verpackt. Zugleich erscheint ihr Sound erweiterter und gewachsener, was vermutlich an der Tatsache liegt, dass sich die Musiker zum ersten Mal in ihrer Bandgeschichte externe Songschreiber ins Boot geholt haben. So beispielsweise Justin Parker, der schon LANA DEL REY aufhübschte, und bei dem Track „Fall Together“ aushalf. Herausgekommen war ein euphorischer Mitsing-Refrain, der durchaus Ohrwurm-Ansätze zeigt, der Restsong ist eingängig aber eher schlicht gehalten. Über Geschmack lässt sich sicherlich streiten und so ist der Opener die erste Hürde, die man nehmen muss. Appetit machen, in das Werk einführen, das sollte ein Opener leisten. Aber gerade hierfür scheint „Thick As Thieves“, der Song, der den ganzen Albumnamen trägt, nicht die vortrefflichste oder charakteristischste Wahl. Düster-breiig, die Stimme verzerrt, fast wie durch einen Lautsprecher. Keine Liebe auf den ersten Gehörgang, doch es lohnt, weiter zu hören. Die düsteren Anklänge verziehen sich bald und es kommen noch richtige Lichtblicke und strahlende Momente durch. In „So Much Sky“ nehmen uns die Musiker mit nach Tansania zu den Massai, die sie zu diesem Titel inspirierten. Wir dürfen die Weite des Himmels über Afrika spüren und im Refrain ‘Oh-eoh’ flackert die Lebensfreude der Naturvölker auf, auch wenn die Nummer etwas an eine Fußballhymne erinnert und im ersten Moment überrascht. Mal tritt Mandagis Stimme völlig in den Vordergrund, wie in „Riverina“. An anderen Stellen übernimmt kurz der 80er Synthie-Pop die Führung, erinnert an längst vergangene Zeiten. Langweilig wird es keinesfalls. Track Drei der Scheibe mit dem Namen „Burn“ läßt kurz das Potenzial der Band aufflackern und ihr Händchen für hymnenartige Refrains, die erheben und befreiend wirken können. Titel wie beispielsweise „Lost“ kommen mit ihren Lyrics autobiographisch daher. ‘You don’t have to worry’ oder ‘nothing in the world can tear us apart’, wirken als Mutmach- und Bestätigungsappelle: Wir sind wieder eine Band. Und nach acht Titeln ist es dann soweit. Da ist sie, die Daseinsberechtigung: Spät haben sie sich entschlossen, ihr wahres Potenzial freizugeben, doch auf einmal ist es da – bang – und die Gänsehaut auch. „Tombstone“ entpuppt sich als ein Diamant auf dem Album. Auf einmal wirken die Jungs soviel klarer definiert, facettenreicher, liefern einen herrlichen Sing-along-Song. Deshalb lieben euch doch die Fans, warum erst jetzt? „Tombstone“ ist gewiss nicht der Grabstein der Platte, sondern vielmehr der Hoffnungsträger.

Alles in allem ist „Thick As Thieves“ eine interessante Reise für Band-Neuentdecker und Fans dürften auch durchatmen können. Ihre Selbstfindungsreise scheint noch nicht abgeschlossen – aber: ist nicht der Weg das Ziel? Auch wenn man sich stellenweise einen beherzteren Sound wünscht, mehr Mut zur eigenen Handschrift, doch die Lust auf mehr bleibt nach dem Verhallen der letzten Töne und das Gefühl, dass sie es noch können. Die Welt hat sich eben auch für die vier Australier weiter gedreht. Auf jeden Fall geniale Festival-Musik, der Sommer kann nun endlich kommen!

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the Temper Trap 'Thick As Thieves' Tracklist
1. Thick As Thieves Button MP3 bestellen
2. So Much Sky Button MP3 bestellen
3. Burn Button MP3 bestellen
4. Lost Button MP3 bestellen
5. Fall Together Button MP3 bestellen
6. Alive Button MP3 bestellen
7. Riverina Button MP3 bestellen
8. Summer's Almost Gone
9. Tombstone
10. What If I'm Wrong
11. Ordinary World
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