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THE VINCENT BLACK SHADOW - Fears In The Water

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Artist THE VINCENT BLACK SHADOW
Title Fears In The Water
Homepage THE VINCENT BLACK SHADOW
Label BODOG MUSIC
Veröffentlichung 27.06.2006
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Wer sich mit klassischen amerikanischen Motorrädern auskennt, dem wird THE VINCENT BLACK SHADOW was sagen. In den Vierziger Jahren gab es nämlich ein gleichnamiges Motorrad, das in dem Kultbuch „Fear And Loathing In Las Vegas“ von Hunter S. Thompson seitenlang über den grünen Klee gelobt wird. Genau dort ist Robbie Kirkham, Gitarrist und Komponist des kanadischen Quartetts, auf den klangvollen Namen des Zweirades gestoßen, den er auch als Tribut an den Schriftsteller Thompson für seine Kapelle gewählt hat. Der gehören noch seine beiden Brüder Chris am Bass und Tony am Schlagzeug an. Außerdem ist im Team noch die zierliche ehemalige Klosterschülerin Cassandra Ford, die für den eindrucksvollen Gesang zuständig ist. Dass die Kirkhams eine sehr musikalische Familie sind, zeigt auch die Liste der Gastmusiker, auf der u.a. Vater Raymond mit der Trompete vertreten ist.

Musikalisch lässt sich das kanadische Kleeblatt in keine Schublade stecken. Man versteht sich weder als Rock-, Gothic- oder Popband. Stattdessen soll jeder Song einzigartig sein und stilistisch ist der Bogen auf „Fears In The Water“ beileibe weit gespannt. Auch die Texte befassen sich mit deutlich mehr als dem Nummer Eins Thema Liebe. Beim swingenden Opener „Metro“ geht es um die Demaskierung einer Gesellschaft, die inzwischen vielfach unter stimmungsaufhellender Psychopharmaka und anderen legalen Drogen steht. Cassandras Stimme steht im Mittelpunkt bei „Control“. Sie bewegt sich irgendwo zwischen Amy Lee (EVANESCENCE), Debbie Harry (BLONDIE) und SHIRLEY BASSEY. Die Lyrics entspringen übrigens Cassandras Feder, teilweise unterstützt von Rob Kirkham. Flotte Rhythmen gibt’s bei „Bullet On The Tracks“, das direkt gute Laune versprüht. Anders „Don’t Go Soft“ – die langsame Ballade im Stil der Fünfziger wird abgerundet mit opulenten Streicher- und Pianoklängen und beschreibt Miss Fords Fantasie, einem Herzensbrecher das Herz buchstäblich in zwei Hälften zu schneiden. Vielleicht sollte man(n) dem hübschen Fräulein nicht zu nahe treten… Ein wenig Goth Rock klingt mit „Valentine“ und „Broken“ an, während „House of Tastefule Men“ echten Big-Band-Sound mit deftigem Rock’n’Roll verbindet. „Surgery“ thematisiert die massenhafte Bereitschaft, sich für ein vermeintlich besseres Aussehen unter’s Messer zu legen, was gesanglich und stilistisch ein wenig an GWEN STEFANI erinnert. Eine tolle County-Ballade ist THE VINCENT BLACK SHADOW mit „Ghost Train Out“ gelungen. Sehr schön die Pedal Steel Guitar und das aufkommende JOHNNY-CASH-Feeling. Ganz anders das Titelstück „Fears In The Water“, in dem Elemente der kanadischen Rock-Ikonen RUSH mit dem eigenwilligen Stil MIKE PATTONs verbunden werden. Im Gegensatz dazu ist „Dream“ wiederum ein netter Popsong im besten Sinne. Vater Kirkham hat bei „This Road Is Going Nowhere“ seinen Trompeten-Einsatz und verleiht dem Song so eine jazzige Note. „Letters To No One“ behandelt leicht-beschwingt ein Tabu-Thema: Selbstmord.

Womit wir auch dien Verbindung zum Cover geschafft haben dürften. Das zeigt nämlich eine randvolle Badewanne, die allem Anschein nach mit Blut gefüllt ist. Daneben zwei wohlgeformte Beine, welche jedoch eher künstlich wirken (vielleicht eine Anspielung auf den thematisierten Schönheitswahn?). Gekrönt wird das Stillleben mit einem in der Wanne schwimmenden gelben Quietsche-Entchen, das perfekt die positive und fröhliche Grundstimmung der Songs widerspiegelt. Alles in allem wirklich abwechslungsreiche Musik mit tiefsinnigen Texten. Oder wie Mastermind Rob Kirkham es ausdrücken würde: Gonzo Musik! Gonzo Musik? Noch eine Reminiszenz an Mr. Hunter S. Thompson, der seine Art zu schreiben als „Gonzo-Journalismus bezeichnete (im Amerikanischen steht „gonzo“ für „außergewöhnlich“, „exzentrisch“ und „verrückt“). Er sprach auch von einem „professionellen Amoklauf“. Auf „“Fears In The Water“ bezogen will ich lieber von einem professionellen Zickzacklauf sprechen, der verschiedene musikalische Stile streift und aufs Vortrefflichste miteinander verbindet.

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The Vincent Black Shadow 'Fears In The Water' Tracklist
1. Metro
2. Control
3. Bullet on the Tracks
4. Don't Go Soft
5. Valentine
6. Broken
7. House of Tasteful Men
8. Surgery
9. Ghost Train Out
10. Fear's in the Water
11. Dream
12. This Road Is Going Nowhere
13. Letters to No One
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