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THE WOHLSTANDSKINDER - Dezibelkarate

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Artist THE WOHLSTANDSKINDER
Title Dezibelkarate
Homepage THE WOHLSTANDSKINDER
Label MOTOR MUSIC/ UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
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Schließt eure Töchter weg, die Wohlstandskinder sind wieder in der Stadt. Aber mittlerweile sind auch sie älter geworden, nach Trillionen von Alben (6 um genau zu sein) dürfen sie nun sogar bei einem Major veröffentlichen. Mal sehen, ob ihnen der Wechsel vom deutsch/ niederländischen Indie Vitaminepillen zu Motor Music den entscheidenden Karrieresprung bringen wird. Zunächst mal geben sie auf ihrer Homepage sympathischerweise zu, dass sich „Dezibelkarate“ um drei Wochen verschieben wird, weil Universal den halben Vertrieb zu Weihnachten entlassen hat. Einen Maulkorb hat man sich also noch nicht umhängen lassen und das ist gut so. Wer die WOHLSTANDSKINDER noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass man ursprünglich als Schülerband anfing, um pubertierende Mädels aufzureißen. Nach ersten Samplerbeiträgen leckte man dann aber doch Blut und lernte sogar, die Instrumente anständig zu bedienen. 1995 wurde die Namensgebung offiziell gemacht, woraufhin ein ausschweifendes Leben voller Touren und finanzieller Erfolge folgte…

Im Moment stehen die Zeichen für deutschsprachige Schrammelmusik durchaus nicht schlecht, nach den Erfolgen von WIR SIND HELDEN oder ETWAS dürfen sich auch die „reichen Sprösslinge“ etwas ausrechnen. Und der neue Major spendierte dann auch gleich eine Produktion von Olaf Opal in Bochum, was den Sound aber nicht unbedingt außergewöhnlich macht. Honolulu Silver klingt so in etwa wie Farin Urlaub und das macht die Kinder auch zu einer noch teenie-kompatibleren Version der ÄRZTE. Mehr Pop als Punk schwurbelt man sich durch leicht verdauliche Stücke, die fast alle ähnlich aufgebaut und auf die Singalong-Refrains ausgerichtet sind. Nach mehreren Hördurchgängen halte ich das ganz zwar immer noch nicht für Kunst aber immerhin für gute Laune Musik, die mir den nasskalten Sonntag doch einigermaßen versüßt hat. Die Texte über allerlei Unfug, Frauen (auch Unfug…?) aber auch die Schattenseiten des Lebens kommen fröhlich frei von der Leber weg aus dem Äther. Bei einem Track wie „Apathisch warten“ bemerkt man, dass auch die Kölner mittlerweile den Sinn des Lebens verstanden haben. Rhythmisch fallen lediglich „Lass alles“ bzw. „Oasen im Ozean“ aus dem Rahmen, wo man mal den Strophe – Refrain Codex knackt. Das solltet ihr öfter tun!

Obwohl die Vorabauskopplung „Kein Radiosong“ hieß, so ist doch „Dezibelkarate“ genau dieses und zwar über die komplette Spielzeit. Aber da man sich seit Jahren den Arsch abspielt und durch die harte Schule gegangen ist, mache ich der Band überhaupt keinen Vorwurf. Kann ja nicht jeder bei „Wer wird Millionär“ eingeladen und ich wage zu vermuten, dass sie mit dieser Scheibe selbige auch nicht werden. Dazu ist sie fast schon wieder zu anarchisch, wenn’s auch nur aus der BRAVO-Sicht ist!

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