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THORN.ELEVEN - A different View

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Artist THORN.ELEVEN
Title A different View
Homepage THORN.ELEVEN
Label STEAMHAMMER/ SPV
Veröffentlichung 22.03.2004
Leserbewertung
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Es kann auch ein Risiko sein, einen Gang zurückzuschalten. Experimentierfreude ist für viele Bands im Heavy-Genre nicht etwas, was man Ihnen grundsätzlich in Dank abnimmt, das gilt nicht nur für die Erweiterung des klanglichen Spektrums um elektronische Elemente oder ausgefeiltere Songstrukturen, sondern auch für eine entspanntere musikalische Herangehensweise. Wenn also THORN.ELEVEN den omnipräsenten und omnipotenten Andy Sneap am Produktionsplatz durch Roberto Laghi ersetzen, „More Rock, less Metal“ fordern und die neue Einstellung auch noch im Titel ihres neusten Werks zementieren, dann gehen sie nicht auf Nummer Sicher, sondern setzen einiges aufs Spiel.

Es ist beinahe erfrischend, eine Band derart unangestrengt spielen zu hören wie THORN.ELEVEN auf den ersten vier Stücken dieses Albums. „Godamm Me“ brettert gleich mit dem patentierten Andrew Eldritch-Gitarrenriff und stampfendem „More“-Schlagzeug los, doch die folgenden Stücke sind nicht ganz so plakativ, schmecken angenehm nostalgisch nach Grunge, ohne in CREED’sches Epigonentum umzuschlagen. „4111“ ist der Abschluss dieses Eröffnungsreigens, eine unaufgesetzte Hymne, die nie wirklich den einfachsten Weg einschlägt und dennoch sofort einen Nerv trifft. Es folgt ein angedeutet postrockendes Instrumental, welches nur sagen soll: Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt, jetzt wird es spannend! Leider wird es dann aber gar nicht so aufregend, sondern äusserst langweilig, denn obwohl der Band mit „Maze“ eine lodernde, stets vor dem Ausbruch einhaltende Ballade gelungen ist und „Bastard Former Self“ im Mid-Tempo Bereich mit treffsicherer Melodie zu überzeugen weiß, ist der Rest uninspiriert und vor allem hölzern – zu viel Metal, zu wenig Magie. Laghi hat die Saiteninstrumente stets ganz nach vorne und voll im Distortion gemischt, doch dabei eine immobile Wand geschaffen, hinter der Sänger David Becker, der in den besseren Momenten schon mal an Roland Orzabal erinnert, völlig verdeckt wird. Sogar das siebenminütige, wahrscheinlich als triumphales Finale avisierte, „Whitwood Harvest“ bleibt wie die anderen Songs schematisch, grob und irgendwie – risikolos.

Sie hätten es so einfach haben können: Von der Visions verehrt, von der Plattenfirma gefördert und von einem gar nicht so kleinen Publikum geliebt – eine traumhafte Ausgangsbasis für die ganz große Karriere. Dass sie mit „A different View“ so tun, als zählte all das für sie überhaupt nicht, ist aus künstlerischen Gesichtspunkten anerkennenswert. Man wünschte sich bloß, THORN.ELEVEN hätten den Schritt mit einem anderen Album gewagt.

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Thorn.Eleven 'A different View' Tracklist
1. Goddamm me
2. Hollow
3. Out to you
4. 4111
5. Prove me right
6. Maze
7. Where do we go
8. Bastarf former self
9. Let you down
10. Whitewood harvest
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