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TIBETREA - Zauber & Rituale

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Tibetrea-Zauber-Rituale
Artist TIBETREA
Title Zauber & Rituale
Homepage TIBETREA
Label PRUDENCE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

TIBETRÉA bieten einen frischen und „neuen“ Sound an. Die Musik lässt sich im Folk genauso wie im Medieval als auch Alternative verorten. Die Musiker selbst bezeichnen sich als „Fantasy Folker“. Manchmal glaubt man Spuren von OMNIA, LOREENA MCKENNITT, YANA MANGI, POLKAHOLIX oder der Folklore der Native Americans herauszuhören. Wenn da nicht der besondere Klang der Blechblasinstrumente wäre. Die Trompete schafft den Brückenschlag zu den nord-osteuropäischen Polkastücken. Dargeboten werden die Texte teils mit englischen, teils deutschen Vocals. Die Rhythmen sind überwiegend schnell und laden zum Tanzen und Mitsingen ein. Besinnlichkeit kommt nicht auf.

Die Eröffnung macht “Hymn to the god of fire”, das mit einem leicht poppig klingenden Sound aufwartet, wodurch es besonders ins Ohr geht. Dabei schwingt im Hintergrund immer die Mundorgel mit. “Dimna juda” folgt in einem ähnlichen Tempo und zeigt auf angenehme Weise, wie sich eine Trompete in der Folklore macht. Erstaunlicherweise kommt einem dabei die klassische Blasmusik kaum in den Sinn. Auf die hohe See zu Käpt’n Sparrow in die Karibik scheint es bei “Airship pirates song” zu gehen. Shantys gehören seit Jahrhunderten zur Folklore. Warum sollte eine heutige Folkband darauf verzichten? Einem Marsch gleich werden die “Devil’s footprints” präsentiert. “Ugly witch” kommt mit einer satten Bassgitarre und einer tonangebenden Trompete um die Ecke. “Der Schatzgräber” – Trompete und Schlagzeug liefern sich einen musikalischen Schlagabtausch, während der deutsche Gesang eine Pause macht. Ganz auf exotische und urwüchsige Vocals setzen die Musiker bei “Ederlezi”. Unterstützt wird dieser Song von einer Flöte. “Book of the dead” führt eher in orientalische Gefilde und breitet einen Klangteppich aus 1001 Nacht aus. Mit der “Tibetréa polka” wird lautstark zum Tanz aufgefordert. Die Hintergrundgeräusche lassen ein beschwingtes Treiben erahnen und es werden die Musiker der Formation vorgestellt, wird sicher live entsprechend eingesetzt. Das Tanzlied “Bier & Met” bringt erneut Drive ins Ohr, wobei sich hier doch eine kleine Hommage an Blasmusik einschleicht. Bei “Andro” spürt man die Lust der Spielmannsleute auf die mittelalterliche Szene, wobei die Flöte einerseits experimentierfreudig klingt, andererseits aber immer wieder zum Rhythmus zurückführt. “Vila” wartet mit einem deutlichen Sound Osteuropas auf. Urwüchsig und naturgebunden wie so manches Lied von OMNIA. Der auch als Single erhältliche Song “Wintersturm” bildet den Abschluss und lässt diabolische Geräusche vor dem Summen des Didgeridoos ertönen, bevor der Rhythmus den Körper zum Schwingen (Headbangen nicht ausgeschlossen) bringt.

Mehrstimmiger Gesang, Dröhnen von Schlagwerk, rhythmusgebende Bassgitarre und Trompete – das alles zeichnet den besonderen Sound von TIBETRÉA aus. Eine kleine Kritik richtet sich allerdings an den gewählten Schrifttyp des Booklets. Was am Monitor des PC oder Mac vielleicht schön aussieht, ist in der gedruckten Form nicht immer so gut zu lesen. Lyrics und Titel sind teils schwer zu entziffern. Das soll der gebotenen musikalischen Qualität aber keinen Abbruch bereiten.

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