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TNA WRESTLING - Against All Odds 2010 (DVD)

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Artist TNA WRESTLING
Title Against All Odds 2010 (DVD)
Homepage TNA WRESTLING
Label EDEL
Leserbewertung
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Am 14. Februar fand mit „Against All Odds“ das zweite TNA Pay Per View-Event des Jahres 2010 statt und ist somit folgerichtig der zweite Titel, der nun auch in Deutschland als DVD käuflich zu erwerben ist. Wenig überraschend ist diese Scheibe prinzipiell genau so aufgebaut wie ihr Vorgänger „Genesis 2010“ und startet somit ebenfalls mit der dazugehörigen (leider ziemlich schwachen) Promo, die dieses Mal auf ein „8 Card Stud Tournament“ heiß machen soll. Der Gewinner dieses Turniers wird der Number 1 Contender (oder wie man im deutschen so schön sagt: „Nummer 1 Herausforderer“) auf die TNA World Heavyweight Championship bei „Lockdown 2010“, dessen Träger dann entweder AJ SYTLES bleibt oder SAMOA JOE werden wird – diese Paarung steht nämlich ebenfalls noch auf dem Programm. Doch beginnen wir von vorne.

Nachdem mir bei „Genesis 2010“ das „nach der Promo ist vor der Promo“-Prinzip zu Beginn der DVD schon ernüchternd entgegenschlug, hat man dieses mal immerhin ein Segment mit einem herrlich aufgebrachten „Nature Boy“ RIC FLAIR dazwischen geschoben. „Whooo!“. Immer noch nicht optimal diese Lösung, aber immerhin besser. Dann geht es auch gleich schon mit dem ersten Viertelfinale im „8 Card Stud Tournament“ los – und natürlich mit unseren „Lieblingskommentatoren“ Robert Alexander und Martin Ruder. Herr Alexander braucht dann auch gar nicht lange, um direkt den „Mit der flachen Hand auf die Stirn schlag“-Reflex auszulösen, als er mit seinem Markenzeichen punktet: sinnlose Fragen! Nach DESMOND WOLFE betritt dessen Gegner “The Pope” D’ANGELO DINERO im üblichen Outfit den Ring, als der gute Robert die Frage nach dem Sinn des Atemschutzes stellt. Wieder mal völlig unpassend an dieser Stelle (DINERO trägt diesen ja nun nicht zum ersten Mal), was zum Glück auch von Martin Ruder genervt mit „Ich bin gewiss nicht hier, um solche Fragen zu beantworten, die stellst du besser […] dem Pope selbst“ abschmettert. Ich könnte hier seitenweise weitere Beispiele aufführen, die Qualität des deutschen Kommentars hat sich nämlich keineswegs verbessert. Unfreiwillige Comedy, wenn es nicht eigentlich so traurig wäre. Die beide haben zwar auch ihre brauchbaren Momente, doch über die gesamte Dauer des PPV ist es nur schwer zu ertragen. Immerhin ist der Widerhall im Sound verschwunden und die Tonspuren passen besser.

Das eigentliche Match zwischen DESMOND WOLFE und D’ANGELO DINERO ist ja quasi eine Neuauflage von ihrem Aufeinandertreffen bei „Genesis 2010“, allerdings wesentlich schwungvoller und dadurch natürlich auch besser. Trotzdem überzeugt mich WOLFE zu dem Zeitpunkt noch immer nicht als In-Ring-Performer. Im Anschluss regt sich „Naitch“ immer noch auf, und zwar im Büro eines seiner Lieblingsfeinde ERIC BISCHOFF, ehe die Tag Team Champions MATT MORGEN & HERNANDEZ zu Wort kommen. Beide treffen hier bei „Against All Odds 2010“ im zweiten Viertelfinale allerdings aufeinander. Die beiden Schwergewichte liefern im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine ordentliche Leistung ab. Beeindruckend dabei der laaaange gehaltene Suplex vom „SuperMex“ gegen „The Blueprint“. Das dritte Viertelfinale bestreiten MR. ANDERSON und KURT ANGLE; das für mich persönlich vorgezogene Traumfinale. Ein hart geführtes Match, bei dem auch rote Körperflüssigkeiten zum Vorschein kommen. Insgesamt bleibt es dann doch etwas hinter den (bzw. meinen) Erwartungen zurück. Den Abschluss des Viertelfinales bildet das zweite Match an diesem Abend zwischen zwei Freunden: MICK FOLEY und ABYSS, die aber ja auch schon einmal im Oktober 2009 bei „Bound For Glory“ das „Vergnügen“ miteinander hatten. Um das Match zu beenden, muss ein Schlag mit dem mit Stacheldraht umwickelten Baseballschläger erfolgen. Das verspricht ein Gemetzel – wird es dann auch, wenn auch ein recht kurzes und relativ unspektakuläres. Den wrestlerischen Tiefpunkt bildet dann die Paarung NASTY BOYS vs. TEAM 3D. So froh man ja vielleicht auch über den Einstieg von HULK HOGAN bei TNA sein kann, BRIAN KNOBBS und JERRY SAGS hätte man bei aller Freundschaft nun wirklich besser zu Hause gelassen. Die beiden haben einfach nichts mehr in einem Wrestling-Ring zu suchen, außer vielleicht ihre Form. Für Nostalgiker sicher nett, mehr aber auch nicht. Bei den obligatorischen „We want tables“-Chants des Publikums, die zu jedem Match von TEAM 3D gehören, wagen es Robert Alexander und Martin Ruder dann doch glatt, die Fans als ahnungslos und naiv zu bezeichnen – womit sie dann wohl endgültig verschissen haben dürften. Die beiden Halbfinal-Kämpfe (die Teilnehmer seien hier noch nicht verraten) sind dann Durchschnitts-Kost, plätschern so dahin und werden nur von der Spannung getragen, wer denn nun ins Finale kommt. Bei zwei Namen wird der geneigte TNA Wrestling-Fan dann aber wieder hellhörig: SAMOA JOE und AJ STYLES. Unzählige Matches haben die Ausnahmekönner schon zum Aufstieg von TNA beigetragen, nun sollten sie ein weiteres Mal aufeinandertreffen – mit ERIC BISCHOFF als Special Guest Referee und RIC FLAIR an STYLES Seite im World Heavyweight Championship-Match. Mit diesen beiden Streithähnen im und am Ring gewinnt die Paarung JOE vs. STYLES neue Würze, die das Aufeinandertreffen neben der ohnehin stets garantierten Qualität noch schmackhafter macht. Die beiden hatten sicher noch bessere Matches, doch die Chemie und Fähigkeiten der beiden machen es einfach immer wieder zu einem Highlight einer jeden PPV-Card. Das Mainevent bildet dann das Finale des „8 Card Stud Tournament“. Hier ist immerhin eine recht interessante Auseinandersetzung entstanden, die hart geführt und hochwertiger als die Halbfinals ausfällt. Trotzdem haben die „Samoan Submission Machine“ und „The Phenomenon“ zuvor die Messlatte an diesem Abend zu hoch gelegt, als dass man die hier noch übertreffen könnte. Allerdings mussten beide Finalisten ja auch schon im Vorfeld an diesem Abend jeweils zwei Mal ran – unter diesem Gesichtspunkt also eine dennoch beachtliche Leistung.

Ebenso wie bei „Genesis 2010“ gibt es auch dieses Mal als Bonus eine „before the bell“-Doku zu dem PPV. Und trauriger Weise sind der Anfang und die meisten Themen bereits schon in „before the bell: Genesis 2010“ verwendet und angesprochen worden. Man kündigt dann an, auf die Geschichte hinter den Paarungen bei „Against All Odds 2010“ eingehen zu wollen, konzentriert sich dann allerdings größtenteils auf SAMOA JOE und AJ STYLES – eine Fehde, die jedem, der TNA in den letzten Jahren oder wenigstens Monaten auch nur ein bisschen verfolgt hat bekannt sein sollte. Für neue Fans ist es dann wiederum zu oberflächlich, um wirklich aufklärend zu sein. Wieder mal der alte TNA-Sticker: „Gut gedacht, schlecht gemacht.“

Alles in allem ist „Against All Odds“ somit eher ernüchternd ausgefallen. Von der technischen Seite konnte man etwas nachbessern, hab aber den Standard einer WWE-DVD dennoch noch nicht erreicht. Inhaltlich zeigt TNA WRESTLING wieder seine „müde“ Seite. Die Zeiten, in denen die „Kämpfe“ dieser Liga gegenüber ihrer Konkurrenz noch reeller wirkten sind größtenteils verpufft, man setzt verstärkt auf „alte“ oder bekannte Gesichter, was auf Kosten der vielen jungen, eigenen Talente geht. Als wirklicher Fan oder Sammler nimmt man das Teil dann trotzdem, Unentschlossene greifen dann doch lieber zu „Genesis 2010“ (da gibt es auch deutlich mehr HULK HOGAN) oder warten lieber erstmal auf „TNA Destination X 2010“.

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