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TOCOTRONIC - Die Unendlichkeit

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TOCOTRONIC2
Artist TOCOTRONIC
Title Die Unendlichkeit
Homepage TOCOTRONIC
Label VERTIGO
Veröffentlichung 26.01.2018
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

„Die Unendlichkeit“ ist die zwölfte Studioplatte der Hamburger Indie-Granden TOCOTRONIC. In diesem Jahr feiern die Herren Dirk von Lowtzow (Gesang & Gitarre), Jan Müller (Bass), Arne Zank (Drums) und Rick McPhail (Keys & Gitarre) silbernes Bandbestehen und präsentieren sich mit ihrem aktuellen Silberling ungewohnt autobiografisch und intim.

So ist „Die Unendlichkeit“ ein doppeltes Konzeptalbum geworden. Biografisch angelegt und gleichzeitig auch eine musikalische Referenz an die letzten 25 Jahre mit den universellen Themen Angst, Liebe, Einsamkeit und Tod. Los geht’s mit dem sanft schwurbelnden  Titeltrack, der gleichsam als Vorwort fungiert, ehe „Tapfer und grausam“ mit flirrenden Synthieflächen der frühen Kindheit gedenkt. Mit der schwungvollen Single „Electric Guitar“ ist dem Quartett eine wunderbare Coming-of-Age-Hymne gelungen und auch die Auskopplung „Hey Du“ ist temperamentvoll und tanzbar geraten. Gleichzeitig ist die Nummer eine knackige Kampfansage an jede Form von kleinstädtischer Engstirnigkeit. Ein wenig HÜSKER-DÜ-Spirit schwingt derweil in „Ich lebe in einem wilden Wirbel“ mit, bevor „1993“ die Anfänge der Kapelle in Hamburg und Dirks ‚Ausbruch aus der Schwarzwaldhölle’ mit fiepender Elektronik einfängt. Was waren das für Zeiten, als es Bordtelefone im ICE gab und Handys Fiction waren? Davon erzählt „Unwiederbringlich“ – das wohl persönlichste und stärkste Stück der Langrille. Nach diesem melancholischen Song über den Tod eines geliebten Menschen übernimmt „Bis uns das Licht vertreibt“ mit rastlosen Beats und einem Hauch ROXY MUSIC. Das orchestrale „Ausgerechnet Du hast mich gerettet“ lässt offen, ob die besungene Errettung durch eine Person oder die Stadt an der Spree vonstatten ging. Mit kleinem Besteck schließt sich „Ich würd’s Dir sagen“ als eine Art dunkles Kinderlied über Begehren, erotische Phantasien und Todessehnsüchte. War „Die Unendlichkeit“ das Vorwort, ist „Mein Morgen“ ein Nachwort mit großen Gesten und viel Gefühl. Bleibt noch das schrammelige „Alles was ich immer wollte war alles“ – eine Aussage, die man sich auch bestens auf T-Shirts gedruckt vorstellen kann.

Die Jungs von TOCOTRONIC haben die 40 inzwischen auch seit ein paar Jährchen hinter sich gelassen. Ihr halbes Leben wurde vermutlich ganz wesentlich von dieser Band bestimmt, die sie vor 25 Jahren in Hamburg gegründet haben. Die Wahrscheinlichkeit ist zudem groß, dass die Hälfte des eigenen Lebens bereits gelebt ist. Da kommt man schon mal ins Grübeln und hält das Ergebnis – zumindest wenn man Musiker ist – eben auch musikalisch fest. Das haben TOCOTRONIC mit „Die Unendlichkeit“ vortrefflich hinbekommen. Der Mix aus ruhiger Melancholie und rockigen Melodien ist perfekt und die Texte sind wie üblich klug, dabei außergewöhnlich privat, jedoch niemals kitschig.

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Tocotronic 'Die Unendlichkeit' Tracklist
1. Die Unendlichkeit Button MP3 bestellen
2. Tapfer und grausam Button MP3 bestellen
3. Electric Guitar Button MP3 bestellen
4. Hey Du Button MP3 bestellen
5. Ich lebe in einem wilden Wirbel Button MP3 bestellen
6. 1993 Button MP3 bestellen
7. Unwiederbringlich Button MP3 bestellen
8. Bis uns das Licht vertreibt Button MP3 bestellen
9. Ausgerechnet du hast mich gerettet Button MP3 bestellen
10. Ich würd's dir sagen
11. Mein Morgen
12. Alles was ich immer wollte war alles
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