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TONAL Y NAGUAL - The Unseen Deserts

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Artist TONAL Y NAGUAL
Title The Unseen Deserts
Homepage TONAL Y NAGUAL
Label UMB KOLLEKTIF
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

„Das Tonal ist die Insel, die UNSERE Realität darstellt. Das Nagual ist das Meer, welches die Insel umschließt und gleichsam die ALLGEMEINE Wirklichkeit darstellt. Sobald wir etwas aus dem Nagual benennen, ist es wieder Tonal.“ Soweit die schamanische Lehre. Was das mit der UMB-Formation TONAL Y NAGUAL zu tun hat? Keine Ahnung, hört sich jedenfalls genauso verquer an wie die Musik der Herren Giuseppe Tonal und Tikki Nagual (unterstützt von einem gewissen Mad Moses). Beide sind auch bei JÄGERBLUT aktiv und gaben unlängst den Opener beim Elfenfolk Festival II in Augsburg. Nach einer selbstbetitelten EP und einigen Samplerbeiträgen folgt nun das Vollzeit Debüt mit einer Länge von immerhin 71 Minuten.

Zunächst beginnt man weniger tonal denn atonal, die erste Hälfte des Silberlings beherbergt nämlich einige sehr schräge Noise Miniaturen, die man titelgemäß vielleicht im Soundtrack zu „Fear and Loathing in Las Vegas“ hätte unterbringen können. Verzerrter Gesang, orientalische Einflüsse, verdrogte Elektronik. So ein Geschreddere wie in „We are“ kann schon an die Zahnwurzeln gehen, doch TYT können auch anders! Ab Titel 9 „Skeleton People“ fließt das musikalische Wirken in etwas geordneteren Bahnen, ein kleiner Hit mit VANGELIS-artigen Keys und eingängigem Gesang. „Saddest Day“ präsentiert sich als Cold Wave Perle mit entsprechenden Gitarren, „World’s got the Blues“ besitzt ein latentes Blasmusik Feeling. Mit „Deka Danza!“ wildert man dann im WERMUT-Revier des Minimal Electros. Nicht zu vergessen natürlich die lyrische Meisterleistung „My Girlfirend is a Car“/ „Mein Mädchen ist ein Auto“, ob hier wohl David Cronenbergs „Crash“ Pate stand? Mit dem EBC Remix von „Broken“ ist zu guter Letzt sogar ein rhythmischer Tanzflächenfeger enthalten.

Sehr sagen wir mal schwierige Musik, die uns hier aus ungesehenen Wüsten entgegen schallt. Schwierig aber auch interessant und weitestgehend im elektronischen Bereich angesiedelt. Von Noise über Wave bis hin zu Minimal verläuft das Spektrum, nennen wir es doch einfach mal „innovative Avantgarde“ und lassen Liebhaber derartiger Schrägsounds selbst entscheiden.

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