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TOR LUNDVALL - Last Light

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Artist TOR LUNDVALL
Title Last Light
Homepage TOR LUNDVALL
Label STRANGE FORTUNE
Veröffentlichung 24.09.2007
Leserbewertung
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Bedarf es vieler Worte, um gute Musik zu preisen? Vor kurzem brachte mir unser Chefredakteur den neusten Stapel CDs vorbei und wir sprachen kurz über die Bedeutung von Kritiken und über die Möglichkeit, mit ihnen Hörer für eine geliebte Scheibe zu finden. Hatte das, was wir taten, überhaupt Sinn und Bedeutung? Später sichtete ich das Material, gelegentlich von meinem Tee trinkend, und entdeckte ein wunderschönes weißes Digipack, dessen Cover mich seltsam faszinierte. Auf der Rückseite klebte ein Post-it: „Dear Terrorverlag, have a listen, it’s a good one…“

Ich verschloss mich in meinem Zimmer, fuhr die Rollläden herunter und legte die CD ein. Sofort bemerkte ich eine Veränderung: Ich konnte den Wind hören, der ums das Haus schlich, konnte durch die Ritzen sehen, wie sich dürre Klaviertöne wie Äste in den Himmel streckten. Sprache ebbte an und ab, verlor sich in der Ewigkeit, als nähere man sich einem schwarzen Loch. Ein Bass brummte beruhigend, ein Fender Rhodes schaukelte im Äther und ein Echo warf Wellen aus Rhythmus und Rascheln an die Wand. „It’s over now“ hieß ein Track und ich war mir nicht ganz so sicher, ob damit die drohende Gefahr oder die Hoffnung gemeint war. Zwischen den instrumentalen Möbeln schlängelte sich eine verlorene Stimme, abwesend und wie eine Hülle – um Einsamkeit geht es auf „Last Light“ und darum, wie man sich nach anfänglicher Verzweiflung in sie verlieben und sich in ihr verlieren kann. Man könnte das als Esoterik abtun, wäre da nicht diese morbide Grundstimmung, diese unheilvolle Prophezeiung, die apathischer als die gesamte zweite Hälfte von THE CUREs „Faith“ wirkt. Immer wieder überkam mich das Gefühl, als träume ich: Diese Musik war wirr, aber zugleich überall verbunden, voller Anspielungen, die man für selbstverständlich hielt, bis man sie unter die Lupe nahm. David Lynch saß wohl bei den Aufnahmen am Piano, unten am Mulholland Drive und flüsterte Tor leise ins Ohr: „And the girl I never loved/ Haunts me through the dark roads of my life.“

Tor Lundvall ist Maler und seine Texte sind verstörende Bilder – statisch und fremd, nah und ganz weit weg. Man könnte wahrscheinlich Doktorarbeiten über ihre Wirkung verfassen. Doch vielleicht, liebe Leser, reicht auch ein einfacher Satz: Hört euch dieses Album an, es ist ein gutes…

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Tor Lundvall 'Last Light' Tracklist
1. Rust
2. Pond
3. It's Over Now
4. Silver Wash
5. Last Light
6. Storm
7. Soft Bipolarity
8. Blue Room
9. Sunday Evening
10. Cold
11. Still
12. Lost at Sea
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