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TOTENMOND - TonbergUrtod

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Totenmond-TonbergUrtod.jpg
Artist TOTENMOND
Title TonbergUrtod
Homepage TOTENMOND
Label MASSACRE RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Same Procedure as last year?! Die Backnanger TOTENMOND kommen mal wieder aus der Defensive, um uns eine weitere Hasskappe zu schenken, die mit einem reichlich absurden Namen gesegnet ist. Dieser bezieht sich anscheinend auf die Völkerschlacht bei Leipzig, während derer der gute Napoleon auf besagtem Hügel über seine Strategie brütete. Jedenfalls gar nicht so einfach, sich immer wieder etwas neues einfallen zu lassen (als Rezensent), zu immer wieder sehr ähnlichem Sound. Das PRO-PAIN Syndrom, in urdeutsch. Gleiche Trio Besetzung, kriegerisches/ dreckiges Cover, drückender Sound zwischen Dampfwalze und Vorschlaghammer – fertig ist ein weiteres sehr vorzeigbares Werk.

Und nun zitiere ich mich mal selbst: Wie eine „blutverkrustete Version von SLAYER“ kommen hier abermals die schnellen Tracks aus dem Äther, mit den beiden Openern „Wurmerbarmend“ und „Heroin“ werden diesbezüglich keine Gefangenen gemacht. Der „Angstbeisser“, sicherlich der Soundtrack zur „Tier Nanny“, betont dann mal wieder die heroische Langsamkeit. Dazu Pazzers aggressiver Sprechgesang, das gerollte „R“ und die drückend raue Produktion von Achim Köhler, damit kann man die bürgerlichen Nachbarn schon ein wenig erschrecken. Aber bitte liebes Label: Das ist doch kein Metalcore!!! Der Begriff mag ja heute hip sein, war aber zur Gründerzeit der TOTENMONDe noch nicht mal ein Hirnschiss. Und ein wenig bezieht man sich wieder mehr auf die Anfänge, etwas punkig im Rhythmus-Dickicht und mit den obligatorischen CARNIVORE-Anklängen. Was die Texte angeht, sollte man vielleicht mal einen Gedichtband herausbringen. Inwieweit hier wirklich ein tieferer Sinn dahinter steckt oder nur Assoziationsketten aufgebaut werden, sei mal dahingestellt, aber es hat schon einen perfiden Stil. Auszug: „Ein Loch weiter und du bist im Elend/ Der Beischlaf hält nicht was die Onanie verspricht/ Ein Loch weiter und du bist im Elend/ Ein kleiner Stoß weiter und fallend gießt das Licht.“ Halleluja und Wahre Liebe!

Im Grunde ist es ganz einfach: Wer die Band vorher mochte, bleibt ihr treu und die anderen werden weiter argwöhnisch das ausgestoßene Kind der Musikkultur beobachten. In der Banddiscographie sicherlich eine Scheibe auf gutem Niveau, nicht mehr und nicht weniger.

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