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TRANSSYLVANIANS - Fél és Egész

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Transsylvanians-Fel-Es-Egesz.jpg
Artist TRANSSYLVANIANS
Title Fél és Egész
Homepage TRANSSYLVANIANS
Label WESTPARK MUSIC
Veröffentlichung 12.01.2007
Leserbewertung
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Transsylvanien – der erste Gedanke? Klar! Graf Dracula, der dort sein blutiges Unwesen getrieben haben soll. Blutrünstig geht es bei den TRANSSYLVANIANS nicht zu – so weit mir das bekannt ist, jedenfalls. Die Band hat ihre Wurzeln aber ebenfalls in den Karpaten, lebt jedoch in der etwas zentraleren Bundeshauptstadt Berlin und hat sich dem „Hungarian Speedfolk“ verschrieben. Dies bereits seit mehr als zehn Jahren und heuer erwartet uns der sechste Longplayer, der gleich als Doppel-CD erscheint.

Das Quintett um Mastermind und Primas Tiborcz András war fleißig und beglückt uns nunmehr mit zwei Silberlingen, von denen der erste bestens zum Party machen, und der zweite eher für ruhigere Stunden geeignet ist. Die TRANSSYLVANIANS kombinieren überschäumenden Rap und bissige Rockattitüden mit Ska und osteuropäischem Folk, dazu gesellt sich außerdem noch kunstvolles Handwerk vom Schlage eines Bela Bartok und unbekümmerter, anarchischer Punk. Das alles ergibt eine schweißtreibende und stilistische Grenzen sprengende Symbiose, die zum wilden Tanzen einlädt – zumindest was die erste CD angeht. Tiborcz András ist ein wahrer Teufelsgeiger, der von Thomas Leisners treibenden Schlagzeug-Beats und Hendrik Maaß Gitarrenriffs begleitet wird. Desweiteren wird der Sound von Andreas Hirches Piano- und Orgelklängen beflügelt, nicht zu vergessen das Kontrabassspiel der Sängerin Nagy Isabel, die ihre Stimme mal sanft zum Klingen, und wenigen Augenblicke später zum Explodieren bringt.

Der zweite Streich ist ungleich ruhiger und melancholischer ausgefallen. Auch hier finden osteuropäische Traditionals, Stücke des ungarischen Komponisten Bela Bartok und eigene Kompositionen von Tiborcz András Gehör, zusätzlich ist gleich in zwei Versionen der Song “Szomorú vasarnap“ („Gloomy Sunday“ oder „Düsterer Sonntag“) des Ungarn Rezso Seress vertreten. Der Titel ist u.a. in den 30er Jahren von der BBC nicht ausgestrahlt worden, da er so depressiv stimmte, dass über 100 Menschen sich (nicht gleichzeitig!) das Leben genommen haben, selbst der Komponist hat 1968 Selbstmord begangen. Neben der spaßbetonten Party-Seite, gibt es also auch noch ein düsteres Wesen der TRANSSYLVANIANS. Wer seine Spirits aus so einer verwegenen und sagenumwobenen Gegend Europas holt, überrascht damit auch nicht weiter. Keine Angst, die Bearbeitung von „Szomorú vasarnap“ ist etwas freundlicher ausgefallen als das Original, Suizidtendenzen habe ich beim Hören zumindest bei mir nicht erkennen können. Vielleicht haben mich auch die für meine Ohren ungewöhnlich klingenden Texte vor Schlimmerem bewahrt, weil ich einfach nicht verstanden habe, was alles Trauriges passiert ist. Ein englischsprachiger Song ist übrigens noch auf der ersten Scheibe vertreten: „Fire“ von JIMMY HENDIX als „Hungarian Speedfolk“-Cover. Im ersten Durchgang habe ich das Original gar nicht rausgehört, was auch daran gelegen haben mag, dass mich die asiatischen und irischen Akzente des darauffolgenden „István és Koppány“ überrascht und in ihren Bann gezogen haben. Dabei handelt es sich um einen 20-minütigen Ausschnitt aus einer Rockoper über den ersten christlichen König der Ungarn.

Offensichtlich sind die TRANSSYLVANIANS tief mit der ungarischen Geschichte und Musik verwurzelt. Für uns Mitteleuropäer klingt das gerade durch die ungewöhnliche Lautmalerei der ungarischen Sprache das ein oder andere Mal etwas ungewöhnlich, hat aber durchaus eine Menge Charme. Hinzu kommt, dass „Fél és Egész“ („Halb und Ganz“) wirklich zwei völlig unterschiedliche Seiten hat, die es zu entdecken gilt.

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Transsylvanians 'Fél és Egész' Tracklist
1. Harom arany
2. A mult nyaron
3. Tulipan
4. Hidegen
5. Buba eneke
6. Fel es egesz
7. Fire
8. Istvan es koppany
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