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TREPALIUM - Through the Absurd

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Artist TREPALIUM
Title Through the Absurd
Homepage TREPALIUM
Label HOLY RECORDS
Veröffentlichung 01.01.2007
Leserbewertung
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Der Titel dieses Albums hört sich wie die Beschreibung eines ganz normalen Tags an. Denn sind nicht alleine schon das morgendliche Ritual aus Zähneputzen und Kaffee trinken, unsere Jobs im Call Center, hinterm Bürotisch und als Kellnerin oder all diese Studiengänge, die einem Wissen vermitteln, das in keinerlei Zusammenhang mit dem späteren Leben steht, mit gutem Gewissen als „absurd“ zu bezeichnen? Von der Tatsache, dass zwei Geschlechte zusammenfinden sollen, die einander einfach nicht verstehen, man stets geneigt ist, bei sich selbst die Fehler liebenswert zu finden, die man anderen nie verzeiht und einem ein „Bewusstsein“ geschenkt wurde, welches lediglich zur Dokumentation der eigenen Vergänglichkeit dient, mal ganz abgesehen. TREPALIUM wissen das. Und dennoch ist ihr Debüt keineswegs alltäglich, sondern ganz besonders geraten.

Mir war ja überhaupt nicht bewusst, dass es so etwas wie „Syncopated Metal“ überhaupt gibt. Natürlich hantieren bereits eine ganze Reihe Bands mit dem Handwerkzeug des Jazz und Funk, lassen den Mörtel ordentlich schwingen. Doch die „betonte Betonung des Unbetonten“ wird nun als zentraler Ausgangspunkt genutzt und nicht lediglich als ergänzendes Stilmittel und lenkt den Karren damit in eine unerwartete Richtung. Obwohl die Elemente dieselben geblieben sind, erstrahlen sie in neuem Licht und bewegen plötzlich die Hüften. „Through the Absurd“ kostet dieses süßliche Gefühl, etwas wahrhaft frisches entdeckt zuhabe, voll aus. Bei den verschachtelten Metren kann einem manchmal schon ganz schwindelig werden und es ist glatt überwältigend, die so oft gähnend langweiligen satanischen Gitarrenschlieren zu einem bizarr im Spagat liegenden Beat zu hören. Technik und Tempo spielen zwar eine Rolle, doch eine eher verhaltene: Die Stücke halten sich mit Vorliebe im groovigen Bereich auf, das Schlagzeug klingt erdig und trocken und wenn geprügelt wird, dann mit Vorliebe auf der Snare. Es wäre eigentlich falsch, hier überhaupt von Grind-Einflüssen zu sprechen. Stattdessen resultiert das Geknüppel aus dem Vorantreiben des Death weit über seine ursprünglichen Grenzen hinaus und erst sobald das Gummi zu reißen droht, federt es wieder in seine Ursprungsposition zurück. „Coalesce to Suffer“ lässt die Finger schnipsen und „Necropolis“ tanzt den Swing, doch niemals ohne kräftig zuzupacken, niemals ohne zünftigen Zorn. Trotzdem geht bei aller Härte niemals der Blick fürs feine Detail verloren: Während bei „Backstabber“ Fronter Keke noch Gift und Galle spuckt, gehen die Double, der Bass und die Saitenfraktion Hand in Hand und wie bei „Filthy Carcass“ nach einem Break die gesamte Mannschaft hintereinander wieder einsetzt, ist schlicht atemberaubend. Trotzdem entfernt sich die Musik nie zu weit von ihrem Ursprung. Obwohl auf instrumentale Finessen und Fähigkeiten der Beteiligten sowie Komplexität und Kniffe mehr als nur gepflegter Wert gelegt wird, ist die Wahrheit von „Through the Absurd“ eine einfache: Besser Riffs hat zur Zeit kaum jemand.

„The Worst“ heißt ein Song, doch wir meinen: „The Best!“. Hier haben Holy Records einen ganz dicken Fisch gefangen, der das Zeug hat, seine Förderer von GOJIRA in Sachen Bekanntheit und Talent noch zu übertrumpfen. Und sie bleiben sie sich treu, denn auch ihr zweites Album wird sich wieder um ein alltägliches Thema drehen: Die Gedanken eines Serienmörders.

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