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TRIARII - Ars Militaria

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Artist TRIARII
Title Ars Militaria
Homepage TRIARII
Label ETERNAL SOUL
Veröffentlichung 04.04.2005
Leserbewertung
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7.0/10 (6 Bewertungen)

Nach der vor kurzen erschienenen 7“ geht der Berliner Einmann-Stoßtrupp TRIARII mit diesem ersten Album zum zweiten Mal in Stellung, und zwar wieder mal beim Heereskörper Eternal Soul. Weder der Bandname („Triarii“ bezieht sich auf die Soldaten dritter Linie in der römischen Armee) noch der Titel „Ars Militaria“ lassen am ästhetischen sowie thematischen Inhalt dieses ersten Opus zweifeln. Eine Thematik, die dem Berliner Label, dessen Reihen einen Ehrenplatz für sämtliche Marschkappellen (KARLAJAN SISSIT, THOROID, CHALLENGE OF HONOUR) reservieren, offensichtlich sehr am Herzen liegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Trommlern des Genres, die sich zwar für das res militaria interessieren, aber ohne jeglichen historischen oder kulturellen Kontext (SOPHIA), sollten hierbei schon die Liedertitel („Dark Skies over Europe“, „Marche de Capitulation“, „Europe in Flames“, „Neuropa“) einem jeden klar machen, auf welche Periode der Geschichte man sich hier bezieht. Im Gewirre der Gräben, Drahtverhaue und Stützpunkte verschiedenster Couleur, bietet dieses „Ars Militaria“ eine durchaus konsequente Mobilmachung, die keine Sekunde von seinem angekündigten Vorsatz abweicht.

Kein Kompromiss, keine Verzögerung: kaum hat die Platte ihren Platz in der Silberlingsvorrichtung gefunden, geht es mit voller Wucht zur Front. Ab den ersten Klängen erschüttert den Hörer das Stahlgewitter der schweren Artillerie: es donnert die Trommelschar, dröhnen die Streicher, brummen die Trompeten und tosen die Chöre. Das ist keine Musik zum Nebenbeihören, da der bombastisch wagnersche Aufschwung sich ständig in den Vordergrund drängelt. Musikalisch denkt man sofort an Verfechter des neoklassischen Genres wie PUISSANCE, manchmal auch an IN SLAUGHTER NATIVES. Thematisch wird man an LJDLP und DER BLUTHARSCH erinnert, insbesondere was die Samples (in verschiedenen europäischen Sprachen) angeht. „Military Pop“ sind TRIARII jedenfalls nicht, was auch immer im Pressetext behauptet wird: wer hier poetische Versuchungen oder gar ein „chansonnesques“ Flair à la DERNIÈRE VOLONTÉ erwartet liegt absolut falsch, und dieses „Ars Militaria“ ist viel zu orchestral, rhythmisch zu konsequent martial für ein DER BLUTHARSCH. Bei TRIARII geht man sehr ernst zur Sache und es wird nichts dem Zufall überlassen – das merkt man sowohl an der schlichten und schicken Gestaltung der CD, als auch an der einwandfreien Produktion: eine Tonqualität, wie man sie sich öfters von der oben genannten Wiener Kapelle wünschen würde… Bei den „ruhigeren“ Stücken (ein vollkommen relativer Begriff in diesem Album, wo man sich nie wirklich außer Wurfweite der Handgranaten befindet) wie etwa „Dark Skies over Europe“ ist die dramatische Spannung so groß, dass man das Gefühl bekommt, nicht die Stereoanlage sondern der DVD-Player sei eingeschaltet und man hört den Soundtrack eines großen Hollywood-Kriegsstreifen. Überzeugender wirken aber meiner Meinung nach die dynamischeren Lieder, wie etwa das dritte Stück „Mother of Pain“, eine mitreißende Hymne mit Glockenmelodie, tiefen Männergesang und Chören à la LAIBACH.

Insgesamt also das volle Programm Neoklassik, ein gepflegtes und kunstvoll gemeißeltes Album mit all dem dazugehörigen Bombast und Dramatik. Zwar könnte für viele das Gefühl, die ganze Spieldauer lang vor den Mündungen der Gewehre zu stehen, etwas anstrengend und das Trommelfeuer ein bisschen eintönig wirken, aber die Fans des Genres werden ganz sicher alles hier finden, was sie vom Neoklassik erwarten.

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Triarii 'Ars Militaria' Tracklist
1. Anthem From The Iron Flame
2. Europe In Flames
3. Mother Of Pain
4. Dark Skies Over Europe
5. Der Verwundete (In Memoriam Arno Breker)
6. Legio Vi Ferrata
7. Regicide Ii
8. Marche Du Capitulation
9. Neuropa
10. Serpent, Sun & World Ending
11. For The Fallen Ones
12. Son Of The Sun
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