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TROUM/ TAM QUAM TABULA RASA/ KALLABRIS - Kasha-Pashana

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Artist TROUM/ TAM QUAM TABULA RASA/ KALLABRIS
Title Kasha-Pashana
Homepage TROUM/ TAM QUAM TABULA RASA/ KALLABRIS
Label OLD EUROPA CAFE
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Im Mehrheitsfall wirtschaftliche Notwendigkeit, im Idealfall Zeichen von Freundschaft und veritabler Glücksgriff: Die Split. Was allzu oft nur zusammen führt, was nicht zusammengehört, erweitert unter Umständen den eigenen Horizont nach dem Prinzip einer Gnod’s Statistik – also, welche Bands mögen Freunde des Kasha-Pashana (womit ich nicht zum Ausdruck bringen will, ich hätte auch nur den blassesten Schimmer, was das bedeutet)?

Sie mögen auf jeden Fall KALLABRIS. Die nominelle Promenadenmischung aus einem rasant mit den Flügeln schlagenden Kleinstvogel und einem gar merkwürdig duftenden Kraut präsentiert zwei lange Stücke, die sich nicht an traditionelle musikalische Begriffe wie Aufbau, Rhythmus oder Entwicklung klammern müssen, um den Hörer zu fesseln. „Sleeping“ ist ein 12-minütiger Klotz aus warmem Tieftonbrummen und schillernden Obertonflächen, dicht wie eine Daunendecke, undurchlässig und in sich selbst ruhend, während die beinahe schon ätherische Schönheit von „Napping“ eine Art unwirkliche Traumkulisse aus gezupfter Gitarre und irritierend-irisierenden Naturgeräuschen darstellt.
Sie werden auch gegen TAM QUAM TABULA RASA nichts einzuwenden haben, auch wenn dessen Old-School Industrial Ansatz nun wirklich niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. Auf „Sideronenia/ Basanos“ ächzen und krächzen die Maschinen mal wieder wie ein Güterbahnhof auf dem Mars – tausend mal vorher gehört, mehr als nur ein mal besser. „Fickle Procrustean Polymorphous“ immerhin gewinnt nach einem routinierten Beginn aus Paukenläufen und aufeinanderschlagenden Metallklötzchen gegen Ende noch an Schwung und Relevanz – zum Glück ist dieser Kerl besser im Musizieren als im Erfinden von Titeln.
Mit Sicherheit wird ihnen schliesslich TROUM gefallen, das Projekt, welches den Ausklang der Aufnahme gestalten darf – dabei deutet der Name, wenn richtig ausgesprochen, bereits an, dass es auch hier mal wieder ums Schlafen und das dabei Erlebte geht. „Finiens“ ist ein harmonisches Ambientstück, beinahe klassisch im Ansatz, und hätte Jean-Michel Jarre nicht bereits ein paar Monate vorher das gleiche Kunststück auf höherer Ebene vorgeführt, wäre dies eine echte Überraschung. Im Schlussstück läuft TROUM dann aber doch noch zu Höchstform auf: „Entasis“ glänzt mit hinter dichten Klangnebeln versteckten Streichern und immer wieder hereinbrechenden bedrohlich wummernden Bässen.

Mit der Ausnahme der Beiträge von KALLABRIS stellt dies keinen Pflichtkauf dar, doch die innere Geschlossenheit von „Kasha-Pashana“ wird keinen enttäuschen. Im Idealfall erhält man hier ein paar neue Freunde fürs (musikalische) Leben, im schlechtesten hat man eine stimmungsvolle Sammlung handwerklich erstklassig realisierter Kompositionen für die dunkle Zeit des Jahres.

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