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TURBONEGRO - Rocknroll Machine

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Turbonegro-RockNRoll-Machine
Artist TURBONEGRO
Title Rocknroll Machine
Homepage TURBONEGRO
Label BURGER RECORDS
Leserbewertung
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4.5/10 (2 Bewertungen)

Auf den Tag genau 20 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Erfolgsalbums “Apocalypse Dudes” bringt alsbald die wahrscheinlich durchgeknallteste aller Schweinerock-Bands, TURBONEGRO, ihr mittlerweile neuntes Studioalbum auf den Markt. Es hört auf den viel versprechenden Namen „Rocknroll Machine“, womit das Thema der Platte dann auch schon ganz gut umrissen ist.

Besagte Maschine provoziert das erste – ohnehin früher oder später zu erwartende – Kopfschütteln reichlich früh, nämlich bereits innerhalb der ersten Sekunden des in drei Teile gesplitteten, eröffnenden Titelsongs, als man kurz glaubt, man hätte versehentlich VAN HALENs „1984“ aufgelegt. Dafür ist das neue Bandmitglied, Keyboarder „Crown Prince Haakon-Marius“ verantwortlich und angesichts von weiteren Songtiteln wie „Hot For Nietzsche“ und jeder Menge tief in den Sümpfen der Achtziger verwurzelten Synthie-Sounds sind die Parallelen wohl auch durchaus beabsichtigt. Man ist beinahe beruhigt, wenn die Kleister-Klänge in der klassischen Punk n’ Roll-Nummer „Hurry Up And Die“ endlich einem stimmigen Honky Tonk-Piano weichen. Also doch TURBONEGRO, wie man sie kennt und schätzt? Jein. Klar, es gibt immer noch gut komponierte Rotzrock-Hymnen mit Punk-Einschlag und dem typischen, sexuell anzüglichen Humor der Norweger (Songtitel wie „Fist City“ oder „Let The Punishment Fit The Behind“ sprechen da eine deutliche Sprache), jedoch ist das Album insgesamt für eine „Rock n’ Roll Machine“ eindeutig zu handzahm. Nun kann eine Band, die seit 1989 im Geschäft ist, natürlich im Grunde machen, wozu auch immer sie Lust hat, erst recht, wenn die handwerkliche Umsetzung überzeugend ist. In dieser Hinsicht kann man den Norwegern auch absolut nichts vorwerfen. Die Kompositionen sind (wie schon immer) unverschämt eingängig, flüssig und schnörkellos arrangiert, und gut gespielt ist das Ganze auch. Ich verstehe auch das Bestreben, nach so vielen Jahren Rock n’ Roll ein paar augenzwinkernde Querverweise auf andere Bands und Stilistiken einzubauen. Wenn das so elegant gelingt wie bei „Hot For Nietzsche“, das wie eine Mischung aus AC/DC und THE WHO klingt, ist das auch sehr amüsant. Man kann es allerdings auch übertreiben, und „Skinhead Rock n’ Roll“ oder die „John Carpenter Powder Ballad“ sind einfach zu dicht dran an besagten VAN HALEN oder sogar EUROPE.
Das eigentlich Beängstigende daran ist, dass dabei tatsächlich sogar noch Songs herauskommen, für die sich die Genannten auch nicht schämen würden, eher im Gegenteil.

Fazit: TURBONEGRO legen mit „Rock n’ Roll Machine“ ein durchaus gekonntes Album (respektive humoriges Statement) hin, bei dem mir persönlich das Verhältnis von Witz zu Rock n’ Roll eine Spur zu unausgewogen ist. Möge die Turbojugend es mir verzeihen und davon absehen, mich standesgemäß zu bestrafen.

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