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TYLER - Don’t play

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Artist TYLER
Title Don’t play
Homepage TYLER
Label FREIRAUM MUSIK
Veröffentlichung 09.01.2006
Leserbewertung
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Braucht die Welt noch ein weiteres Rockalbum? Noch mal vertonten Weltschmerz, Hymnen für gebrochene Herzen, in den Himmel gestreckte Hände, die sich an ein Feuerzeug klammern? Die Industrie will uns jedenfalls davon überzeugen. Aber die Industrie will uns auch zuckrige Müsliriegel als gesund und Geiz als geil verkaufen oder uns weis machen, ein Badegel könnte „Wellness“, ein Kirschentee uns „heiße Liebe“ spenden. Darauf fällt man doch nicht mehr rein.

TYLER sind ein Industrieprodukt, ganz klar. Sie haben sich entschlossen, ihre Musik nicht weiter auf billige Tapes zu bannen und sie ausschließlich an ihre besten Freunde zu verschenken. „Don’t play“ erscheint auf einem kleinen, aber feinen Label sowie mit der Unterstützung eines mächtigen Vertriebs und eines starken, professionellen PR-Büros. Sind TYLER damit plötzlich „unehrlich“ geworden? Ganz im Gegenteil! Denn zum einen leuchtet uns nicht ein, weswegen die drei Euro teure Bratwurst beim Anarcho-Punk-Konzert oder das Ticket zum Sponti-Theater weniger marktwirtschaftlich fundiert sein sollten. Zum zweiten gehören Rockbands und Rockbusiness einfach untrennbar zusammen und laben sich geradezu gegenseitig an ihren Gegensätzen (siehe U2, ROLLING STONES). Und schließlich hat sich diese Band bewahrt, was viel wichtiger als Marketingslogans und Werbekampagnen erscheint: Eine Seele. Denn Songs wie die einläutenden „Seperated“ und „Beauiful“ kommen nicht nur mit Kraft, sondern auch von Herzen, zornige Absagen wie „What’s wrong“ entstanden nicht auf warmen Produzentensesseln, sondern in kalten, zugigen Kellern. Wenn andere Bands anklingen, dann niemals als Kopie, sondern als Tribut – man höre die STONE TEMPLE PILOTS-Referenzen auf „All my Weapons“ und die cinematographische, RADIOHEADsche Verletzlichkeit auf „Paper Mache Darts“. Ganz egal, welchen Stil sie anpackt, gleichgültig, ob sie wütend oder entspannt zu werke gehen, hat die Band für jeden Track tolle Ideen, prächtige Riffs und überraschende harmonische Wendungen parat. Und im Gegensatz zu so vielen anderen Werken hören die guten Songs nicht in der Mitte auf – „Can’t break me“, der Titeltrack, „Windmill“, und vor allem „Wantcha“ – die Hits kommen sogar erst in der zweiten Hälfte.

Man darf jedes Lob, jeden reißerischen Presseartikel, der in den nächsten Wochen und hoffentlich sogar Monaten über TYLER veröffentlicht werden wird, für bare Münze nehmen. Da ist nichts übertrieben, nichts anmaßend. Sogar den „Lebenssoundtrack“ aus dem Beipackzettel lassen wir einfach so stehen. Sollte dies eine Illusion sein, dann ist sie perfekt: Wenn die Welt noch ein weiteres Rockalbum braucht, dann dieses.

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Tyler 'Don’t play' Tracklist
1. Separated Button MP3 bestellen
2. Beautiful Button MP3 bestellen
3. Hello Button MP3 bestellen
4. All my weapons Button MP3 bestellen
5. What's wrong Button MP3 bestellen
6. Paper mache darts Button MP3 bestellen
7. Once Button MP3 bestellen
8. Want the sun Button MP3 bestellen
9. Can't break me Button MP3 bestellen
10. Don't play Button MP3 bestellen
11. Windmill Button MP3 bestellen
12. Wantcha Button MP3 bestellen
13. Any city Button MP3 bestellen
14. Stay awake
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