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ULTRAVOX - The Island Years (4-CD Box Set)

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ultravox-the-island-years
Artist ULTRAVOX
Title The Island Years (4-CD Box Set)
Homepage ULTRAVOX
Label ISLAND RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Als Ultravox-Fan hat man es nicht leicht. Nachdem sich die CD als Medium etabliert hatte, erschien zunächst das Best of-Album “Three Into One” als Silberling, erst später folgten die drei regulären Alben der ersten Bandphase mit John Foxx als Leadsänger und Kopf der Truppe. Auf diesen Veröffentlichugen fand sich zunächst nur das, was zuvor auf der Vinylversion enthalten war, also weder B-Seiten noch irgendwelche Raritäten. Jahre später durfte man sich die CDs noch einmal kaufen, diesmal ergänzt um einige Extras wie 7″-Mixe und B-Seiten. So weit, so gut.

Aber da fehlte immer noch Material, das man bequem auf die CDs hätte packen können, deren Fassungsvermögen noch längst nicht ausgereizt war. Das lange Warten hat nun endlich ein Ende, da seit Kurzem die Box “The Island Years” erhältlich ist, die neben den drei Alben “Ultravox!”, “Ha! Ha! Ha!” und “Systems of Romance” eine Bonus-CD enthält, die hoffentlich keine Wünsche offen lässt (also hoffentlich auch keinen Grund liefert, dem Ganzen in ein paar Jahren eine weitere Box folgen zu lassen, die noch ein paar “vergessene” Raritäten nachlegt). Da sämtliche Extras auf die vierte CD passen, konnte man die drei Alben wieder auf ihre Vinylversion zurückschrauben, womit natürlich einiges an Platz vergeudet wird, weil man bestimmt noch irgendwo ein paar Demos hätte ausgraben können. Interessant sind sie aber allemal, auch wenn ein Teil davon bereits in digitalisierter Form erhältlich war. Die Liveaufnahmen schlagen durchweg einen raueren Ton an, besonders hörenswert sind die Mitschnitte der John Peel Sessions, die zeigen, dass die Band ihr Handwerk beherrschte. Dazu gibt es B-Seiten und die 7″- und 12″-Mixe der Singleauskopplungen, so denn diese von den Albumversionen abweichen, also insgesamt eigentlich alles, was man sich als Fan wünschen kann.

So sehr diese scheibchenweise Veröffentlichungspolitik auch nach Raffgier aussehen mag, das Produkt ist seinen (ohnehin recht moderaten) Preis wert, weil Ultravox in ihrer ersten Phase drei exzellente Scheiben herausgebracht haben, die einen viel stärkeren Einfluss auf die New Wave Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre hatten, als vielen bewusst ist, weil die Band zu der Zeit eben noch nicht so angesagt war, wie es in der zweiten Phase ab “Vienna” der Fall sein sollte. Hört man die Alben in chronologischer Reihenfolge, wird schnell die Entwicklung weg vom Punk und hin zur damals noch namenlosen, da gar nicht existenten New Wave deutlich. Mit jedem Album werden die Songs melodischer und harmonischer, und wenn man die typischen FOXXschen Texte hört (zum Beispiel in “Hiroshima Mon Amour” von “Ha! Ha! Ha!”), dann haben die sowieso noch nie richtig was mit Punk zu tun gehabt, da sie viel zu intellektuell ausfallen.

Vor allem “System of Romance” von 1978 als Schlusspunkt der ersten Bandphase nimmt vieles von dem vorweg, was nur ein Jahr später von Gary Numan mit seinem Bandprojekt TUBEWAY ARMY und dem Album “Replicas” den Charts seinen Anfang nahm (der seinerseits den massiven Einfluss dieses Albums wiederholt betont hat). Es reicht schon, das Intro zu “Quiet Men” zu hören, und sogleich weiß man, woher die Inspiration unter anderem für die NUMANschen Klangwelten stammt. (Dabei wird dann aber auch deutlich, wie wenig Ultravox Phase II mit Midge Ure als neuem Kopf der Band mit Phase I noch gemeinsam hat. Da wundert es schon, dass der Rest der Band nach dem Ausstieg von FOXX den Namen behalten durfte.)

Natürlich ist “Systems of Romance” auch so etwas wie die Generalprobe für FOXX’ Solodebüt “Metamatic”, aber das ist dann doch eine andere Geschichte…

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