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URIAH HEEP - Official Bootleg Volume II – Live in Budapest Hungary 2010 (2-CD)

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Artist URIAH HEEP
Title Official Bootleg Volume II – Live in Budapest Hungary 2010 (2-CD)
Homepage URIAH HEEP
Label EARMUSIC/ EDEL
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

URIAH HEEP sind nicht totzukriegen. Nach ihrer Gründung vor nunmehr über vierzig Jahren galten sie zunächst ein bisschen als DEEP PURPLE für Arme, spezialisierten sich dann aber zunehmend auf die melodiöse, zugängliche Variante des Hardrock und schrieben mit „Lady In Black“ einen der größten Lagerfeuerklampfenklassiker aller Zeiten. Von der Ur-Besetzung ist inzwischen nur noch Gitarrist Mick Box übrig, unterstützt von Bassmann Trevor Bolder, der immerhin auch schon in den Siebzigern einige Jahre bei HEEP ableistete.

Nun sind URIAH HEEP nicht nur unermüdlich auf Tour, sie dokumentieren sich dabei auch noch gründlich. Der vorliegende Mitschnitt aus Budapest trägt die Nummer II, zahlreiche weitere sollen folgen, und die ganze Serie nennt sich „Official Bootleg“. Warum man nicht von einem Live-Album spricht? Tja. Vielleicht, weil die Soundqualität eine solche Bezeichnung in keinem Fall rechtfertigen würde? Ohne den Herren zu nahe treten zu wollen, das Klangbild entspricht so in etwa dem, was man von einem Diktiergerät für 50 Euro erwarten könnte. Die Orgel wabert ins Nirwana, das Schlagzeug scheppert, der Bass verschwindet irgendwo im Mix. Immerhin kommt der Gesang von Bernie Shaw halbwegs ordentlich rüber, der ohnehin zu den Lichtblicken dieser ansonsten eher unterirdischen Performance zählt. Shaw singt seit knapp einem Vierteljahrhundert für die Heeps und weiß die Falsettausflüge des Originalsängers David Byron wirklich gut zu treffen.

Die übrigen Herren geben sich musikalisch auch alle Mühe, die Siebziger wieder heraufzubeschwören, denn natürlich ist ein Konzert von URIAH HEEP heutzutage in erster Linie eine nostalgische Übung. Und die auf den Punkt gespielten Einsätze bei „Gypsy“ oder „Book Of Lies“ kommen auch ganz anständig. Die Akustikgitarre von Mick Box bei „The Wizard“ pinselt allerdings schon wieder derart blechern aus den Boxen, dass man heulen möchte. Aber es ist nicht allein die Aufnahmequalität, die hier nicht stimmt; das zeigt zum Beispiel die Leadgitarre bei „July Morning“, die schon gleich zu Anfang böse aus dem Ruder läuft, bis dann das Rumpelschlagzeug am Schluss dem Song den Rest gibt. Im Schweinsgalopp geht es durch das im Original eigentlich eher versponnene „Return To Fantasy“, und „Lady In Black“ bekommt einen bizarren Gute-Laune-Groove, bei dem die Heeps vom Tempo her sogar noch eine Schippe drauflegen, als könnten sie es nicht erwarten, von der Dame in Schwarz schnellstmöglich wieder wegzukommen.

Dem Hörer dürfte es bei diesem letzten Song des Doppelalbums längst ähnlich gehen. Für hartgesottene Heep-Fans, die wirklich jede Show zuhause in der Sammlung stehen haben möchten, mag diese Aufnahme ihre Berechtigung haben. Wer einen richtig guten URIAH HEEP-Livegig hören möchte, dem sei die gute alte Doppel-LP „Uriah Heep Live“ von 1973 empfohlen – damit ist man definitiv besser bedient.

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