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VARIOUS ARTISTS - Danse Macabre Vol.3

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Danse Macabre Vol.3
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Bruno Kramm präsentiert auf seinem dritten Labelsampler wieder einige bekannte und verborgene Talente quer durch die schwarzen Genres. Dabei muss man einen gewissen Wagemut in der Tracklist loben, der sich wohltuend von glattgebügelten „Einheits-Compilations“ abhebt, auch wenn nicht jeder Act voll überzeugen kann. Bruno war ja noch vor kurzem mit drei seiner Schützlinge auf Tour: Die METALLSPÜRHUNDE aus der Schweiz, sowie SELFLESS und SOUL IN SADNESS. Während ich die Eidgenossen mit ihrer verrückten Elektromischung schon in der Einzelrezi abgefeiert habe, klingen die Amis von SELFLESS wie ein belangloser HOCICO Klon und SIS markieren den Tiefpunkt dieser CD, indem sie einen grausamen Schlagersong („Lass die Sonne in dein Herz“ der unbedeutenden WIND) in ein Gothic Metal-Umfeld transferieren. Muss nicht sein, darf eigentlich sogar nicht sein. Aber keine Angst es gibt auch viele Höhepunkte auf diesem Silberling der guten Laune.

DAS ICH als Urvater des Labels stehen natürlich fernab jeglicher Kritik, aber auch Formationen wie DORSETSHIRE (mit einem Remix ihres alten Hits „Straße der Verdammnis“ aus dem Jahre 1994) oder ANGSTFABRIC überzeugen. Beide mit tanzbarem Dark Electro und würzigen Samples. Bei DORSETSHIRE handelt es sich ja um Szeneleute aus dem Klamotten und Tonträgerumfeld und 2 der Musiker agierten auch schon bei RELATIVES MENSCHSEIN. Weniger bekannt ist das dubiose RAF-Projekt, natürlich mit einem gewissen Baader als Autor, hier haben sich wohl ein paar alte Musikerhasen einen politisch unkorrekten Scherz erlaubt, den man sich aber ganz gut anhören kann. Dann hätten wir da noch eine BLUTENGEL-Variante (der Opener ELFENGRAB), einmal NDH mit SEELENZORN sowie eine DAS ICH Kopie, verkörpert von einer Formation namens GOBS. Manchmal hat man schon das Gefühl, dass der gute Bruno alles, was ein wenig nach seiner Stammband klingt, auf sein Schloss zerrt, um es zu produzieren. Ganz aus dem Rahmen fallen die kultigen PRINTED AT BISMARCKS DEATH, eine Marsch/ Avantgarde Gothic Truppe, die 1983 gegründet wurde und eine Art intellektuelles Konzept vertont. Passend zur bald erscheinenden Best of gibt es hier den kleinen Hit „Meet Moshe Dajan in a Russian Bunker“ auf die Ohren, geschichtlich bewanderte Mitmenschen werden den angesprochenen Israeli kennen. Besonders hervorheben möchte ich noch die WELTESCHE (es gibt doch immer noch Raum für interessante Bandbezeichnungen), die mit ihrem trancig-hypnotischen Elektro plus Männlein/ Weiblein Gesang bei mir auf die richtigen Tasten drücken. Auch wenn oder vielleicht gerade weil der Refrain ein wenig von „Fade to Grey“ abgeguckt wurde. Schließlich präsentiert Bruno mit seinem „Nebenkind“ ALVA NOVALIS noch seine Art der Weltmusik, bevor DEINE ANGST mit wahlweise liebreizendem, wahlweise nervigem Ethereal Wave der Marke SOPOR AETERNUS light den über 70 Minuten dauernden Reigen beenden.

Abwechslungsreich, wertig, ein wenig kontrovers, ein wenig undergroundig, mit leichten Qualitätsschwankungen, kann man mehr von einem Sampler erwarten? Dazu lockt der angemessen faire Preis von unter 13 Euro, so dass einem makabren Tänzchen nichts mehr im Wege stehen sollte.

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