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VARIOUS ARTISTS - Dependence 2011 – Next Level Electronics

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Dependence 2011 – Next Level Electronics
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label DEPENDENT
Leserbewertung
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Über den Nutzen oder auch Nichtnutzen von Samplern brauchen wir hier nicht diskutieren, das wurde an anderer Stelle schon zur Genüge getan. Immerhin hat die von Dependent veröffentlichte Compilation “Dependence – Next Level Electronics” den Vorteil, dass sie bisher unveröffentlichte Remixe und Titel enthält. Außerdem ist sie schick aufgemacht im schwarzen Jewel-Case, zusätzlich ein zweisprachiges Booklet mit einer Fülle an Informationen und dazu kommt noch einen unschlagbar guter Preis. Mit einer Spielzeit von 75 Minuten wurde auch das Medium CD optimal ausgenutzt. Natürlich ist darauf alles vertreten, was bei Dependent Rang und Namen hat, inklusive der eine oder andere Newcomer wie z.B. die hervorragenden VEIL VEIL VANISH.

Den Einstieg aber machen DISMANTLED mit “Kill or be killed”. Ich habe diesen Titel genau einmal gehört und ihn dann bei jedem weiteren Durchgang übersprungen, weil er mich augenblicklich extrem genervt hat, besonders die letzte Minute, in der einem nur noch grausame Töne um die Ohren gehauen werden. Auch CLICKS mit “TV” in der Monochrome-Version machen ihre Sache irgendwie nicht besser. In meinen Augen könnte es auch ohne weiteres Monotone-Version heißen, was das Stück treffend beschreiben würde. Zum Glück steigert man sich dann, während ENCEPHALON vom “Daylight” singen. Ein bisschen verträumt, dennoch aber mit genug Druck. Ist zwar noch nicht das Maß aller Dinge, aber immerhin besser gelungen. Und die wirklichen Perlen finden sich auf “Dependence – Next Level Electronics” sowieso erst weiter hinten. Zwei Highlights gibt es dann aber doch schon zu Beginn auf die Ohren. Als da wären die Urgesteine KMFDM mit “Come on – go off” im Remix von ROTERSAND, was durchaus keine ganz so schlechte Kombination ist und ordentlich nach vorne geht und zum anderen INFORMATIK mit “Something to believe in”, was zunächst mal langweiliger klingen mag, als es tatsächlich ist. Obwohl ich befürchte, dass man sich bei diesem Titel musikalisch ein wenig (oder auch ein wenig mehr) an APOPTYGMA BERZERKs “You and me against the world”-Album orientiert hat. Das folgende “Is it so hard?” katapultiert uns dann zunächst zurück in die unaufgeregte Mittelmäßigkeit, obwohl hier Remixtechnisch mit IRIS eine wirklich erstklassige Band am Werk war. Doch dann taucht mit GHOST&WRITER und “Nightshift” vom kürzlich erschienen Debüt “Shipwrecks” die erste Perle am Horizont auf. Hinter dem Namen verbergen sich Jimmyjoe Snark III und kein geringerer als Frank M. Spinath, der im weiteren Verlauf auch noch mit EDGE OF DAWN, einem anderen seiner inzwischen recht zahlreichen Projekte, vertreten sein wird. Der Remix wurde in diesem Falle angefertigt von FORMA TADRE. Auch mit dem folgenden “You are (the voice inside my head)” von FRACTURED kann ich mich ganz gut anfreunden. Nicht wahnsinnig spektakulär, aber eingängig im Refrain und irgendwie ganz nett, wenn auch etwas kurz. Danach dann ein neuerlicher Abfall, denn mit DECODED FEEDBACK werde ich irgendwie nicht so richtig warm. Auch nicht nach mehrmaligem Hören. Ähnlich geht es mir da mit FRONT LINE ASSEMBLYs “Day of violence”, das mir viel zu hektisch und im Gegensatz zu anderen Titeln auf der Compilation auch zu leise abgemischt ist. Obwohl es zwischendurch durchaus seine Stärken hat, wenn sich die Hektik in Grenzen hält. “Sub Librarian” von STROMKERN hingegen klingt in meinen Ohren eher unfreiwillig komisch. Irgendwie will da nichts so recht zusammenpassen, was mich etwas ratlos zurücklässt. Ratlosigkeit auch bei SYSTEM SYN und dem SMP Remix von “Chemical”. Aber zum Glück kann man gegen Ende hin wieder mit zwei Highlights (und diese dann noch direkt hintereinander) aufwarten. Den Anfang machen VEIL VEIL VANISH mit “Modern Lust” vom Debüt “Change in the neon light”, das mich schon bei Erscheinen regelrecht vom Hocker gehauen hat und dann packt man auch noch den Kracher schlechthin auf den Sampler. Vielen Dank dafür, das gibt definitiv Pluspunkte. Als nächstes folgen die eben schon erwähnten EDGE OF DAWN mit “All the time” im URCEUS EXIT Remix. Auf Herrn Spinath und seine Projekte lasse ich ja nichts kommen und von daher gefällt der Song natürlich besonders gut, obwohl ich hier sagen muss, dass mich die Albumversion mehr anspricht. Den Abschluss machen MINDLESS FAITH mit “Down here” im Iron Fist-Remix dem man die “Eiserne Faust” durchaus auch anhört und noch mal ordentlich die Gehörgänge frei pustet und sehr deutlich seine Clubtauglichkeit demonstriert. Und dann: Stille…

Natürlich ist diese Einschätzung von “Dependence – Next Level Electronics” überaus subjektiv und jeder wird diesen Sampler vermutlich anders bewerten, aber mir ist darauf zu viel Durcheinander, was zwar alles die recht weit gefächerte Überschrift „Elektronik“ trägt, aber stellenweise doch überhaupt nicht zusammenpasst. Andere mögen diese Vielfalt schätzen und sich damit anfreunden können, meins ist es nicht.

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