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VARIOUS ARTISTS - Eichendorff Liedersammlung

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Eichendorff Liedersammlung
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label NOLTEX
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Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (10.3.1788 – 26.11.1857) zählt zu den großen romantischen Dichtern der deutschen Geschichte, obwohl er selbst niemals die große Pose wählte. Aufgewachsen im sogenannten kleinen Landadel und später tätig als Beamter hatte er zwar Kontakte zu anderen bekannten Kulturschaffenden seiner Zeit, dennoch blieb er zeitlebens zurückgezogen im Schoße der Familie. Allen Quellen zufolge war er ein gütiger, sanftmütiger Charakter mit einer großen Bewunderung der Natur, wie sich unschwer an seiner Prosa erkennen lässt. Ihm zu Ehren erschien unlängst vorliegende Sammlung musikalischer Kleinode, die sich inhaltlich und lyrisch dem Werke Eichendorffs nähern. Dabei steckt hinter dem Projekt kein Geringerer als Uwe Nolte (u.a. ORPLID), welcher das schön gestaltete Digi Pack auch auf seinem Label vertreibt.

13 Kompositionen, gut 53 Minuten Spielzeit und einige bekannte Namen, die man grob dem Neofolk-Genre zuordnen kann, das sind die Rahmenbedingungen dieser Veröffentlichung. Nur logisch, denn den romantischen, bildgewaltigen und dennoch jedermann verständlichen Originaltexten sollte man sich nicht unbedingt mit brachialen Stilmitteln nähern. Obwohl es interessanterweise die Gothic Metaller LEICHENWETTER mit ihrer Umsetzung von „Mondnacht“ (siehe deren CD „Letzte Worte“) genauso geschafft haben, eine sakrale Atmosphäre hinzubekommen wie die gute ULRIKE HIRSCH, die sich sanftmütig und lieblich an dem Gedicht versucht. Neben Szenegrößen wie SONNE HAGAL oder natürlich FORSETI ist Herr Nolte gleich 4 mal vertreten (2 mal SONNENTAU, 2 mal ORPLID) und liefert dabei jedes Mal einen Höhepunkt ab. „Abendlich rauscht schon der Wald“ etwa ist ein wunderschönes und trauriges Instrumentalstück, getragen von Piano und Violine, welches einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Dagegen wirkt „Dort im moosumrankten Klüften“ direkt eruptiv, ganz leicht verzerrter Gesang, Soundeffekte und eine E-Gitarre sorgen für ungewöhnlich viel Dynamik. Die mir nur sehr vage geläufigen GRÜNLAND verknüpfen Eichendorff mit einem ungarischen Volkslied, das inhaltlich ähnliches Terrain beschreitet und durch den weiblichen/ fremdartigen Gesang ein wenig an Zigeunerfolklore gemahnt. Die darauffolgende Weise wird von einer Formation namens KARL STÜLPNER feilgeboten, die sich nach dem „Robin Hood des Erzgebirges“ benannt hat. Der raue männliche Gesang gibt dieser Komposition eine urwüchsige Komponente. EDAPHON beschließen die musikalische Rundreise mit einem chillig-experimentellen Track.

Bekannte und unbekanntere Künstler haben einem interessanten Konzept und einem noch interessanteren Dichter in erhabener Art und Weise Tribut gezollt. So lautet das Fazit nach diesem Ausflug in die unberührte Natur, als der Mensch noch frei war von medialen und gesellschaftlichen Zwängen. Abwechslungsreich und zumeist eher ruhig sakral bekommt der Liebhaber von Neofolk und artverwandten Klängen hier neues Futter für die stillen Stunden bei Kerzenlicht, in Gedenken an bessere Zeiten…

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