Terrorverlag > Blog > VARIOUS ARTISTS > Fabriksampler 1

Band Filter

VARIOUS ARTISTS - Fabriksampler 1

VN:F [1.9.22_1171]
Various-Artists-Fabriksampler-1.jpg
Artist VARIOUS ARTISTS
Title Fabriksampler 1
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label PHARMAFABRIK
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
1.0/10 (1 Bewertungen)

Die Elektronische Musik steckt zweifelsohne in der Krise. Immergleiche Muster werden abgespult, Genres kopieren sich selbst, Härte wird als Synonym für Qualität missverstanden. Doch wer kennt im nicht mehr ganz neuen Jahrtausend einen Ausweg aus der Krise? Vielleicht sind es die sogenannten Kleinen, die Exoten unter den Soundtüftlern, denen mit vorliegendem Sampler eine Plattform gegeben wird. Das Label Pharmafabrik stammt indes aus den Staaten und beherbergt normalerweise Künstler wie PURE-H oder CHRIS WOOD.

Letztgenannter Südafrikaner darf natürlich auch einen Track beisteuern, Chaos meets African Ritualmusik („Zulu“). Doch vorher offenbart der Opener der 14 Titel (bei 72 Minuten Laufzeit) erstaunliches Potenzial: 9 Minuten sphärische Klänge als Einstieg zwischen Ethno, Soundtrack und SIGUR RÓS machen Lust auf mehr – verantwortlich hierfür die japanischen Soundtüftler PSYCHEDELIC DESERT. Die nun folgenden BIAXIAL CREEP kombinieren Electro Sounds mit „echten“ Instrumenten, darunter triste Bläser, die mich ein wenig an den Score zum Italo Film „Der achtbare Mann“ erinnern, leicht gesagt, kennt eh kaum jemand. Melancholie im Einklang mit dem gewissen Chillfaktor und ein paar weiblichen Sprachfetzen. O-TOWER erinnern mit ihren tristen Ambientklängen abermals an die langen Zwischenparts der genialen Isländer von SIGUR RÓS, bis hierhin ist kaum ein sonischer Bruch zu erkennen, hätte auch ein langer Titel sein können. Derber wird es erstmals bei SEED (Nein, NICHT SEEED!), welche einen deutlichen Industrial Einschlag aufweisen, hört sich an wie im Maschinenraum eines darbenden U-Boots. Schwerer einzuordnen ist ein gewisser WODAN, welcher sich bereits in den unterschiedlichsten Genres von Death bis Folk tummelte. Klangcollagen mit aggressiven Elementen – ziemlich undergroundig aber nicht uninteressant. Auffällig auch die Japanische Damentruppe TERESA 11, welche Kabuki Elemente mit sphärischen Gesängen kreuzen, ENIGMA in der Fernost Variante. GLAXPRISM, ein Pharma-Eigengewächs, fühlen sich augenscheinlich zwischen Trip Hop, Dub und Ambient wohl, Musik für die nächtliche Autofahrt.

Alles in allem ein überaus kreativ-interessanter Sampler, meistenteils ruhig und fast immer ziemlich ungewöhnlich, ohne auf eine gewisse Catchiness zu verzichten. Sicher keine Mucke für den normalen Schwarz-Elektroden aber für aufgeschlossene Synthetik-Hörer wahrlich eine Fundgrube. Zu bestellen direkt auf der Homepage des Labels.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

VARIOUS ARTISTS - Weitere Rezensionen

Mehr zu VARIOUS ARTISTS