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VARIOUS ARTISTS - Für Hilde

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Für Hilde
Artist VARIOUS ARTISTS
Title Für Hilde
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label FOUR MUSIC
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Am 28. Dezember wäre HILDEGARD KNEF 90 Jahre alt geworden, Grund genug für den deutschen Pop, sich intensiv mit der Musik der Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin zu befassen. Das Ergebnis trägt den Titel „Für Hilde“ und mit 19 Songs gratulieren die Musikverrückten unseres Landes der Jubilarin, die zu Lebzeiten Schnauze, Charme und Sentiment in ihrem starken Charakter vereinte.

So liest sich die Tracklist im Einzelnen:

Intro (gesprochen von HILDEGARD KNEF)
MARK FORSTER – Halt mich fest
DIE FANTASTISCHEN VIER – Im 80. Stock
CÄTHE – In dieser Stadt
SAMY DELUXE – Von nun an ging’s bergab
NÖRD – Ich gebe alles auf
COSMA SHIVA HAGEN – Der Mond hatte frei
NISSE – Doch drehst du dich um
LEA – So hat alles seinen Sinn
JOHANNES OERDING – Eins und eins, das macht zwei
SALUT SALON – Lass mich bei dir sein
MISS PLATNUM – Meine Lieder sind anders
JUPITER JONES – Intrigen, Intrigen
CLUESO – Ich bin zu müde um schlafen zu gehen
SELIG – Ich hab noch einen Koffer in Berlin
MIEZE – Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen
BELA B & BONAPARTE – Wohin ich blicke
FLO MEGA – Wieviel Menschen waren glücklich, dass du gelebt?
DENDEMANN vs. HILDEGARD KNEF – Insel meiner Angst
ALINA – Für mich soll’s rote Rosen regnen

Besonderheiten sind die Songs „Doch drehst Du dich um“ (NISSE), „Intrigen, Intrigen“ (JUPITER JONES) und „Wohin ich blicke“ (BELA B & BONAPARTE), da es sich bei diesen Stücken um Vertonungen bisher unveröffentlichter Knef-Texte handelt. Im Übrigen drücken die beteiligten Künstler den Liedern ihren ganz speziellen Sound-Stempel auf. MARK FORSTER etwa destilliert auf „Halt mich fest“ den ursprünglichen Bigband-Groove aufs Wesentliche, während die FANTAs „Im 80. Stock“ eine Hip-Hop-Version des Knef-Sample-Songs „Die Stadt, die es nicht gibt“ abliefern. CÄTHEs eindringliche Direktheit auf „In dieser Stadt“ hätte dem Geburtstagskind sicher genauso gefallen wie ihre eigene Konservenstimme auf SAMY DELUXE’ „Von nun an ging’s bergab“. Einer meiner Favoriten ist die folkige NÖRD-Variante von „Ich gebe alles auf“ und auch das vergleichsweise werkgetreue „Eins und eins, das macht zwei“ von JOHANNES OERDING hat es mir ganz besonders angetan. Ein weiterer bekannter Klassiker der Hilde-Diskografie ist „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“, für den SELIG mit viel Temperament die Stromgitarren kreisen lassen. Überhaupt wird der Stadt an der Spree gern gedacht, man beachte diesbezüglich auch das elektro-poppige „Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen“ von MIEZE. Kurz vor Schluss lässt der Rapper DENDEMANN Hilde erneut zu Wort kommen, ehe ALINA den abwechslungsreichen Reigen mit DER Hymne beschließt, die man wohl als erstes mit HILDEGARD KNEF verbindet: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“.

1992 hatte die Knef diesen Klassiker mit EXTRABREIT neu aufgenommen und da sie gern mit den Musikern der jeweiligen Zeit zusammengearbeitet hat (1999 produzierte TILL BRÖNNER ihre letzte LP „17 Millimeter“), haben ihr die Künstler, die an „Für Hilde“ mitgewirkt haben, mit Sicherheit auch 13 Jahre nach ihrem Tod ein Geschenk gemacht, über das sie sich sehr gefreut hätte. Ich kann das Album jedenfalls uneingeschränkt empfehlen – nicht nur als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk, sondern als abwechslungsreiches Tribut an eine Frau, die keine Grenzen überwinden musste, weil sie einfach keine Grenzen akzeptierte.

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