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VARIOUS ARTISTS - Heute hier, morgen dort – Salut an Hannes Wader

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Heute hier, morgen dort – Salut an Hannes Wader
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label MERCURY
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Richtig, HANNES WADER zählt nicht gerade zu den Kernkompetenzen des Terrorverlages, aber der Godfather der deutschen Singer-/ Songwriter ist am 23. Juni 70 Jahre alt geworden und zu diesem Anlass haben sich 14 Musiker bzw. Bands 13 Lieder aus der Wader-Diskografie vor die Brust genommen.

14 Musiker und nur 13 Lieder? Ja, den wohl bekanntesten Song „Heute hier, morgen dort“ haben sich gleich zwei Fraktionen einverleibt, die kaum unterschiedlicher sein könnten: PHILIPP POISEL sorgt für eine leise, entschleunigte Version der Nummer, während SLIME hier erwartungsgemäß Punk ins Spiel bringen. Das mag polarisieren, gefällt mir jedoch durchaus. Bei den Hardcore-Wader-Anhängern dürfte jedoch die ALIEN COEN BAND mit ihrer Interpretation von „Abschied“ auf Wohlwollen stoßen, denn man bleibt mit viel Gefühl nahe an der Vorlage. Nicht ganz so gelungen ist für meinen Geschmack MAX PROSAs „Lied vom kleinen Mädchen“, dafür glänzen DOTA & DIE STADTPIRATEN mit dem verspielten „Im Garten“ und auch ANNA DEPENBUSCH gefällt mit dem abgefahrenen „Nach Hamburg“. JOHANNES STRATE (REVOLVERHELD) überrascht mich dank „Unterwegs nach Süden“ sogar positiv und POHLMANN zieht sein Ding bei „Charley“ genauso durch, wie man es von ihm erwartet. TIEMO HAUER setzt mit „Am Fluss“ auf große Emotionen, die er mit gebrochener Stimme durchaus zu transportieren weiß und auch FINN versucht mit „So lang“ Gefühlen eine Stimme zu geben. Dabei hätte er möglicherweise auf die dissonanten Blasinstrumente verzichten sollen, die nicht so recht zum Rest passen wollen. Eine kleine Offenbarung folgt mit „Traumtänzer“ und GLASPERLENSPIEL. Das Elektro-Pop-Duo hat dem Track viel Drive verpasst, was auch für DAS BIERBEBEN gilt; hier steht unter der Überschrift „Du träumst von alten Zeiten“ ebenfalls Elektro auf dem Zettel, während BOSSE „Die Möwe“ in einen eher lethargischen Wachkoma-Zustand versetzt. Ich muss gestehen, dass ich von APFEL S noch nie etwas gehört habe und mit „Kokain“ (in doppelter Hinsicht) auch nicht richtig warm werde, aber sei es drum.

„Salut an Hannes Wader“ ist wohl eher nichts für diejenigen, die seit Jahr und Tag zur Fanbase des musikalischen Polit-Rebellen zählen. Ihnen wird manches zu weich gespült sein oder vielleicht auch nicht richtig interpretiert erscheinen. Wer jedoch auf die ausführenden Künstler steht, bekommt mit der CD einen netten Einblick in die HANNES-WADER-Welt, welche die meisten vermutlich nur aus Zeltlagerzeiten und der legendären „Mundorgel“ kennen. Der Rest wartet am besten auf das Original, denn Ende August soll es ein neues Album vom Meister himself geben.

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