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VARIOUS ARTISTS - Live at Wacken 2013 (2-CD/ 3-DVD)

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Live at Wacken 2013 (2-CD/ 3-DVD)
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label UDR/ RYKODISC/ WARNER
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Ende Juli, Anfang August ist Wacken-Zeit! So war, so ist es und so wird es auch immer sein. Genau eine Woche vor dem Wacken 2014 konnten sich die Fans die Aufnahmen des Vorjahres nach hause holen. Heraus kam mehr Material als auf irgendein Format passen würde, ergo umfasst das ganze Material VÖs von 2 CDs bis hin zu 3 DVDs.

CD

Die Audiotonträger beginnen wie die Videoaufnahmen mit „Carolus Rex“ von SABATON und behaupten für den restlichen Verlauf, die „Highlights“ des Festivals aufgefangen zu haben. 32 Songs sind es insgesamt, alle davon auch auf den DVDs zu finden. Anders als dort „durfte“ hier von jeder vertretenen Band aber nur ein Song auftauchen. Viele davon sind „extended versions“, bei denen jemand aus der Band ein Solo einlegt oder eine kleine Ansprache an das wie immer begeisterte Wacken-Publikum hält. Mir kam es vor, als wären auf der 1. CD mehr „Headliner“ vertreten, zum Beispiel DEEP PURPLE, ALICE COOPER, MOTÖRHEAD, DORO und NIGHTWISH. Das könnte aber auch daran liegen, dass mir selbst diese Acts der mehr zusagen als die auf dem „Sequel“, jeder hat eben andere Prioritäten.

Auf Amazon kann man die Songs natürlich auch einzeln herunterladen. Die Aufnahmequalität ist Wacken-würdig, da wurde schon viel Arbeit reingesteckt. Vom Publikum im Hintergrund hört man fast schon zu wenig, so dass die Stimmung nicht ganz rüber kommt. Auf der 2. Hälfte finden sich immerhin SONATA ARCTICA, die total aus der Reihe fallenden ALESTORM sowie LEGION OF THE DAMNED. Ansonsten wirken die gebotenen Stile überwiegend sehr homogen. Auffällig zum Beispiel das Orgelsolo von DEEP PURPLEs Don Airey, die laut mitschreiende Menge bei „Hey Stoopid“ und das LINGUA MORTIS ORCHESTRA mit seiner klassischen Besetzung voll Streichern. Vollkommen überraschend überfallen dann CORPUS CORVAX ihre Hörer aus dem Unterholz. „Buschtrommelband“ trifft es – für mich – am besten. Zur 2. Hälfte der 2. CD wird es dann ziemlich finster, wobei SERUM 114 mit ihrem KRAFTKLUB-Touch modern herausstechen.

An sich ein guter Mitschnitt mit viel Wacken-Atmosphäre, aber doch ein wenig monoton. Bei den „Höhepunkten“ aus 4 Tagen Festival hätte man/ich mehr Diversifikation erwartet. Lobenswert, dass auch unbekanntere Bands einen Platz auf den Datenträgern gefunden haben und diese somit von den treuen Fans der Headliner mitentdeckt werden können.

DVD

Die 3 DVDs sind getrennt von den CDs für 25 Euro im Pack erhältlich und bieten insgesamt knapp 9 Stunden Laufzeit! Niemand wird sich vermutlich hinsetzen und alles an einem Stück konsumieren. Gut also, dass man eine Liste mitgeliefert bekommt und sich dann nicht nur die Acts sondern auch die einzelnen Lieder raus picken kann. Normalerweise gibt es hier zwischen 1 und 3 Songs pro Band, nur DEW SCENTED hat aus unerfindlichen Gründen gleich 5 Lieder an Bord. Jede der DVDs hat ein Intro mit Helikopterflug, brennendem „Bullhead“ und tobenden Fanmassen zu bieten. Die Kameras wurden an allen möglichen Orten aufgebaut. Manchmal schaut einer der Musiker direkt hinein, dann natürlich wieder Totalen und außerdem hat man es geschafft, besonders gelungene Momente der feiernden Massen aufzunehmen. So sieht man innerhalb der ersten paar Minuten gleich Cheerleader, einen Kerl im Ganzkörpercamouflagefell, Minion-Kuscheltiere und ein Schlauchboot, das über die Wellen der Massen reitet. Schilder, Moshpits, Stagediving – alles zu sehen – eben Wacken. Ob man nun da war oder nicht, jeder wird zwangsweise nach bekannten Gesichtern suchen. Name von Band und Song werden wie immer zu Beginn eingeblendet, so dass man immer weiß, mit wem man es gerade zu tun hat. Das Wetter spielt ebenfalls mit, zu Anfang ist es immer taghell und die Kameraleute wissen, wie man die richtigen Sonnenstrahlen einfängt. Je dunkler, desto imposanter die Lichtshows auf der Bühne, und hin und wieder gibt es Feuerzeuge und Handylichter bei Balladen. DORO und NIGHTWISH, die raren Frauen auf der Bühne, räumen hierbei am meisten ab. Selbst wenn es regnet, wie bei SONATA ARCTICA, passt die Szenerie perfekt zusammen, dann wird es halt dramatischer.

Es gibt viele Überraschungen auf der Bühne, Gastauftritte, die legendären MOTÖRHEAD mit „Ace of Spades“ spielen eine zentrale Rolle. Neben den gewöhnlichen Metalbands findet man die bierbäuchigen und –trinkenden KASSIERER, das genannte Orchester trägt Anzug und Krawatte, die CANDLEMASS-Orgel ist eigentlich nur ein Keyboard, dafür haben die „Buschtrommler“ Dudelsäcke mit dabei. Manche Bands sind optisch auffälliger als andere, gerade bei denen lohnt sich das hinsetzen und zuschauen. Die letzte DVD zieht sich irgendwann, obwohl das Hauptmaterial darauf „nur“ noch 2 Stunden lang ist. Stattdessen gibt es Bonus: Den Mood-Film, der wie man ahnen kann, in wenigen Minuten die Stimmung der Veranstaltung einfängt, mit Betonung auf dem Mudwrestling und Headbangen. Eine dreiviertel Stunde für sich hat die Dokumentation „Bullhead-Proof: Endlich mal normale Leute“. Hinter dem cleveren Wortwitz des Titels verbergen sich ein paar Interviews mit durchschnittlichen Wackenbesuchern und ein paar nicht so normalen. Da ist ein Pärchen, das bald ein Kind erwartet, eine Gruppe, die über einen Tag lang aus Südafrika angereist ist und ein Schwede, der irgendwie von seinem Arzt verschrieben bekommt, auf Metalfestivals zu gehen. Dieser Teil wird nicht so ganz klar, der Rest ist gut gemacht. Die einen sind nämlich in voller Montur mit blauen Haaren und Bandshirts, der andere trägt kurze Haare, Brille und ein farbiges Hemd. Die Message ist klar: Der Kampf gegen Vorurteile. Witzigerweise hatten selbst ein paar der Interviewten früher Vorbehalte gegen Wacken und Co, heute sind einige von ihnen Stammgäste. Sie geben auch Tipps für die Planung und erzählen ein paar lustige Anekdoten, die natürlich auch Alkohol beinhalten, aber nie über die Stränge schlagen.

Ob man nun da war oder nicht, man wird in den Menge zwangsläufig nach bekannten Gesichtern suchen. Und die Performance der eigenen Lieblingsband kann man sich wahrscheinlich in Dauerschleife reinziehen. Dennoch fehlen leider ein paar wichtige Acts wie RAMMSTEIN, POWERWOLF oder GRAVE DIGGER, ich persönlich hätte gerne noch HARDCORE SUPERSTAR und SUBWAY TO SALLY gesehen – aber man kann nicht alles haben – Es sei denn, man geht persönlich hin. Wacken 2015 kann kommen!

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