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VARIOUS ARTISTS - N-Gage Reference Compilation

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title N-Gage Reference Compilation
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label N-GAGE PRODUCTIONS
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N-Gage Productions ist ein junges Schweizer Label, das sich (logischerweise) zum Ziel gesetzt hat, erfolgversprechende Bands auf den Markt zu bringen. In diesem Zusammenhang fand die vorliegende Compilation den Weg in meinen CD-Player und ich durfte die Bekanntschaft mit sieben unterschiedlichen Combos machen, die bei N-Gage unter Vertrag sind und jeweils mit zwei Tracks auf dem Silberling anzutreffen sind.

Den Anfang machen die Eidgenossen HENCHMAN. Das Trio hat sich interessanterweise bereits einen Namen in den USA gemacht, ist bei uns jedoch noch recht unbekannt. Vertreten sind sie auf dem Sampler mit dem Titelsong ihrer aktuellen VÖ „Unmistaken“ und „Right Or Wrong“. Musikalisch sehen HENCHMAN sich beeinflusst von Melodien alter HUSKER DÜ-Scheiben, der Ungestümheit der BAD BRAINS oder der Kompromisslosigkeit von HELMET bzw. FAITH NO MORE. Diese Grundlagen bilden das Gerüst des HENCHMAN-Rocks: Hart, modern, aber dennoch melodiös.

Wie alle anderen Bands kommen auch DISGROOVE der Schweiz. Sie werfen ein bisschen Indierock amerikanischer Färbung, ein bisschen Postgrunge, ein paar noisige Gitarren und viele ruhige Parts in einen Topf lassen und Songs voller Kraft und Direktheit entstehen, mal mit sperrigen Riffs und oft auf Laut-Leise-Dynamik basierend. Den Beweis treten sie mit „Come On“ von ihrer jüngsten Scheibe „Tree“ und „Down On Myself“ vom gleichlautenden 2004er Album an.

Seit sieben Jahren spielen die TREEKILLAZ zusammen, 2003 war man mit CLAWFINGER auf Europa-Tour, da bot es sich an, den letzten Silberling „Leaving Last“ im vergangenen Jahr auch gleich mal im Stockholmer Fear and Loathing-Studio aufzunehmen, schließlich haben CLAWFINGER da auch ihre Finger drin und von den Qualitäten der Alpenländer konnten die Skandinavier sich ja ausgiebig überzeugen. Ihren Musikstil beschreiben TREEKILLAZ als „Intense-Rock“. Dahinter verbirgt sich harter, emotionaler und intensiver Rock, gewürzt mit einer Prise Grunge und Punk. Kurzum: Harte Gitarrenriffs mit eingängigen Melodien. Nähere Informationen sind den Songs „The Evidence“ aus der Nordeuropa-Kollaboration und „Old Man“ von der drei Jahre alten „Indiva“ zu entnehmen.

Da sage noch einer, die Schweizer seien langweilig. Wirklich ordentlicher Industrial Rock ohne jeden Anflug von Langatmigkeit stammt von UNDERGOD. Das Quartett knallt den Titel „Berlin“ von der aktuellen „Killove“ äußerst wuchtig aus den Boxen. Auch sie waren schon mit CLAWFINGER unterwegs, scheint so, als hätten die Jungs eine Schwäche für Eidgenossen. Die Single „Devil in Me“ vom Vorgänger „Who’s Your God?“ war hierzulande aus gutem Grund ein Clubknaller und man darf gespannt sein, was man von UNDERGOD noch zu hören bekommt.

Alte Hasen sind die Metaller GURD, aus denen übrigens DISGROOVE hervorgegangen sind. Bereits seit 1994 im Geschäft, haben sie inzwischen acht knüppelharte Alben am Start. Aus dem Jubiläumsjahr, in dem ausgiebig live gefeiert wurde, stammt die Live-CD/ DVD „10 Years of Addiction“, welcher die Tracks „Learn“ und „Get Up“ entnommen wurden. Zu hören gibt es Old School Trash, gemixt mit modernem und groovigem Sound.

Jamaika ist ganz offensichtlich überall, auch zwischen Alphörnern. Zumindest sind auch FAMARA im Land dieser seltsamen Musikinstrumente zu Hause, auf deren Einsatz sie bei ihrem World Beat Reggae allerdings zu verzichten scheinen. Stattdessen kommen die gewohnten Bläsersätze zum Einsatz, die sie auf „Reggae Mondial“ ihres letzten Silberlings „Double Culture“ und „Rootsaba Family“ vom Vorgänger „Famasound“ zum Besten geben.

Mehr Reggae gibt’s mit SHABANI AND THE BURNIN’ BIRDS. Für den entspannten Rastamann haben die sieben Musiker zwei Stücke („We Living Ina“ und „Light Up“) ihres Debüts „A Tree In A City“ beigesteuert. Der Jamaika-Schweizer SHABANI alias Patrick Gusset hat seine Truppe seit 2003 beisammen und seither macht das Septett sich daran, SHABANIs kritischen und provokanten Statements mit emotional vielseitigem Reggae zu verbinden. Wobei durchaus auch stilfremde Klänge und Rhythmen eingesetzt werden, dazu kommen noch die kraftvollen Soulstimmern der beiden Sängerinnen Joy und Tabea und fertig ist der exklusive Reggae der BURNIN’ BEATS.

Wusste ich doch, dass unsere südlichen Nachbarn mehr zu bieten haben als löchrigen Käse und Kräuterbonbons. Es lohnt sich, Augen und Ohren aufzusperren, wenn es um musikalische Leckereien geht, da kennen die Herrschaften sich genauso aus. Genügend Appetithäppchen sind auf der N-Gage-Compilation allemal vertreten. Käuflich erwerbbar ist dieser Sampler übrigens nicht, falls ihr jetzt auf die Suche gehen wollt.

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