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VARIOUS ARTISTS - Ultrapop

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Artist VARIOUS ARTISTS
Title Ultrapop
Homepage VARIOUS ARTISTS
Label FABULA RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Nach fünf langen und streckenweise ganz schön anstrengenden Chill-Out Jahren gibt es nun endlich wieder Musik, die man nach und nicht während der Olive aus dem Cocktailglas genießen kann. In ganz Deutschland schießen Goa-Partys wie – ähm – Pilze aus dem Boden, Psychedelic ist nun eine Musikrichtung und kein Aufdruck auf 70er Schlaghosen und man kann aus Containerladungen Tanzmusik wählen. Jawohl, meine Damen und Herren, es wird wieder geschwoft! Die faulen Jahre sind vorbei, wer jetzt immer noch im Lederfauteuil versinken möchte, hinkt dem Tagesgeschehen definitiv hinterher!

Es sei denn, er hört beim gepflegten „Loungen“ einen gerade angesagten Sampler mit möglichst unbekannten Dancefloorfillern. Gerade in letztgenannter Hinsicht ist „Ultrapop“ sicherlich eine der besten Empfehlungen in diesem Winter. Denn wer KINO OKO kennt oder schon mal im Club auf „czakrum and bocianum“ getanzt hat, erhält von mir stante pede den Chefredakteur Posten des Mixmag (für die glücklichen Unwissenden: eine glossy Ibizza Revue). Und trotz seines Titels hat das hier nichts mit unserem süßen Vivaschlabbermäulchen Sarah Kuttner zu tun, denn der ist – Trommelwirbel! Trompeten! – Ironie. Statt großen Refrains gibt es also grobe Refraktionen, statt gezuckerten Strophen stumpfes Stampfen. Zunächst jedenfalls, denn was die PHAT KONTROLLERZ mit „simple control complex“ auf die Menschheit loslassen, beweist die akrobatische Eleganz von Metallstangen und KIWAs „Offset“ walzt mit nach oben weggleitenden Synthieflächen und zahnrädrig ineinandergreifenden Spuren über den Hörer hinweg – Acid, sauber produziert, reinste Standardware. Erst „casbah“ von LOOPUS IN FABULA tanzt dann endlich mit einem entspannten, doch bestimmten Beat den Ultrapop: Quengelig, doch mit Stil, Plastik, aber perfekt. Flöten und nachhallende Gitarren im Mix versteckt – der erste Höhepunkt. Den wollte uns – nomen est omen? – doch auch PRAECOX bieten, doch fällt sein Beitrag eher in die Kategorie „bizarr“ – der „fractalik Penis“ leidet an nervösen Zuckungen und Durchblutungsstörungen und kein Viagra in Sicht. Danach wird diese CD leider eine gemischte Angelegenheit: Der bereits genannte KINO OKO tapst wie ein gequälter Digisequencer durchaus anregend durchs Minenfeld, doch seine Kollegen klingen allzu oft wie THE PRODIGY light oder wie UNDERWORLD nach „100 Days on“. Erst „Nifty Fifty“ von SIENIS, zu Ehren des fünfzigsten seines Vaters geschrieben, haut wieder in die Vollen: Ein kleiner, feiner Hit zum Abschluss, mit dem man den Tag gerne beginnt oder beendet, je nachdem.

Das kleine italienische Label fabula records debütiert mit diesem Sampler und, wie sangen COLDPLAY so schön, „All is not yet lost“. Einige der Namen wird man sich gerne merken, einige der Tracks gerne auflegen, bevor es in die Disco geht. Auch wenn das Album auf die Gesamtlänge von mehr als einer Stunde nicht immer das allerhöchste Niveau halten kann: Allemal besser als noch ein Coktail und ein Furz ins Kissen.

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'Ultrapop' Tracklist
1. Intro (Bushido)
2. Vendetta (Chakuza, Eko Fresh & Bushido)
3. Centercourt (Saad)
4. Bist du bereit? (Bizzy Montana & D-Bo)
5. Spotlight (Nyze)
6. Ich pack dich am Schopf (Summer Cem & Bushido)
7. V wie Vendetta (Chakuza)
8. Der Pate (Saad & Nyze)
9. Träne aus Blut (Bizzy Montana & Bushido)
10. Was sein muss, muss sein (Eko Fresh)
11. Fliegen (Chakuza & Bizzy Montana)
12. Schicht im Schacht (Summer Cem)
13. Hustle & Flow (Bizzy Montana)
14. Korrekt (Nyze, Bushido & Saad)
15. Was ist das? (D-Bo)
16. Was soll das sein? (Nyze & Chakuza)
17. Eine Nummer für sich (Bushido)
18. Outro
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