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VELCRA - Between force and fate

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Velcra-Between-Force-Fate.jpg
Artist VELCRA
Title Between force and fate
Homepage VELCRA
Label DRAKKAR/ BMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Bislang war ich so naiv, Finnland mit Trollen, Kobolden und Elfen zu assoziieren, nun weiß ich, dass dort auch liebe, hübsche Mädchen geboren werden, die einen dann Jahre später eindeutig, zweideutig auf ihrer Homepage begrüßen und ganz fürchterlich wütend und laut sein können.

VELCRA, ein finnisches Quintett rund um Frontfrau Jessi Frey, präsentiert das zweite Album nach „Consequences of disobedience“, und in knapp 39 Minuten brüllt Jessi mehr als ich in 54 Stunden Kreißsaalaufenthalt. Das übrigens monoton auf der gleichen Tonhöhe, so dass sich unweigerlich der Vergleich zu Frau Nasic und „Lords of the boards“ aufdrängt. Sowieso kommt man wohl nicht umhin, GUANO APES oder EXILIA als Geschmacksreferenzen zu nennen, zu oft wird hier das gleiche Feld beackert. So sind denn auch die Mehrzahl der 10 Tracks im NuRock – Bereich angesiedelt, in denen Jessi staccatomäßig in einem Affenzahn ihre Lyrics runterreißt und in den Refrains Sätze wie „The battle has begun…are you ready?“ oder „Fire, fire, burn it down, fire fire, to the ground“ skandiert. Zwischendurch gibt es auch mal cleanen, fast sanften Gesang, der dann im Spannungsfeld zwischen harschen Riffs und fettem Drumming steht, aber spätestens im Refrain eruptiert das Ganze wieder in wütendes Gebrüll. Bei „Our will against their will“, dessen Text auf einer Rede von Queen Elizabeth I. 1588 zu ihren Truppen basiert, passt das gut und gefällt, hört man die CD in einem Rutsch, wird jedoch meine nervliche Belastbarkeit angetestet. Dabei singt Jessi dann, wenn sie singt, wirklich schön und so gefallen mir die restlichen Stücke in erster Linie wegen des Gesangs, aber auch weil man sich hier musikalisch ein wenig experimentierfreudiger zeigt. „I can’t tell the sun from the moon“ zum Beispiel ist ein psychedelisch düsteres Stück, verspielt, mit einem Glockenspielmotiv und Kinderchor. Interessant auch „The bong song“, eine Trip-Hop Nummer, die im Outro auf Gitarren trifft.

Erwähnenswert ist hier sicherlich auch mal das Coverartwork, das für die Produktion eines Major-Labels doch recht provokant ausfällt: Vorne ein Foto des kriegszerstörten Yokohama aus dem Jahre 1944, hinten eine Collage (von Jessi persönlich) aus amerikanischer Familienidylle und Naturgewalten, so dass hier (und in weiteren Collagen im Booklet) der Albumtitel „Between force and fate“ nochmals seine Umsetzung findet. So lassen das Artwork, die Lyrics, die Musik und der Einsatz der Stimme ein durchgehendes Konzept erkennen, aber das wird die meisten wenig interessieren, von daher kann man auch dumpf zusammenfassen: Hier brüllt ein wütendes Mädchen für Frauen am Rande der Quarterlifecrisis und Möchtegern-Metaller.

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