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VICTIM IN VAIN - Demo

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Victim-in-Vain.jpg
Artist VICTIM IN VAIN
Title Demo
Homepage VICTIM IN VAIN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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6.7/10 (6 Bewertungen)

Seit 1999 gibt es das niedersächsische Duo, bestehend aus Olaf Busmann und Jennifer Pecorilli. Damals hießen sie aber noch „Unique“ und mußten sich umbenennen, da dieser Bandname schon vergeben war. Seit 2001 sind die beiden nun als „Victim in Vain“ zu hören. Die Promo-CD bietet sechs durchschnittliche Synthie-Tracks. Naja, wenn man es genau nimmt, sind es eigentlich nur vier, denn das fünfte und sechste Stück sind Remixes des ersten, „Dark shadows“. Soweit lauten zumindest die offiziellen Informationen, die ich von victim-in-vain.de und von der Band selbst bezogen habe. Die Songtexte sind nicht im Netz vorhanden; daher habe ich sie mir mailen lassen. Aber beim Hören der CD fällt auf: Irgend etwas stimmt hier nicht. Der mir gemailte Text des vierten Liedes, das angeblich „Hunter“ lautet, ist absolut nicht mit dem Text identisch, den die Dame im vierten Lied auf der CD singt. Scheint ein völlig anderer Song zu sein – welcher, wird mir nicht verraten. Das fünfte Stück ist zwar, wie angekündigt, der „extendet remix“ (und das ist kein Rechtschreibfehler von mir…). Aber der sechste Track, eigentlich angekündigt als weiterer Remix, scheint textlich und strukturell wieder ein komplett anderer Song zu sein. Fazit: Eine ziemlich verwirrende Öffentlichkeitsarbeit, die hier seitens der Band betrieben wird.

Das Gefühl, nicht zu seiner Umgebung zu gehören, dominiert zumindest in den Texten, die ich zweifelsfrei zuordnen konnte, aber natürlich findet sich auch die unglückliche Liebe wieder – thematisch also nichts neues. Neu ist allerdings die verwendete Grammatik. So heißt es etwa im Text zu „Hunter“: „The nightlight appear, I know I´ll must live in the dark“ ; oder auch „Tell me how would you composing your life“… *hüstel*! Nicht besser ist der Befund in „Dark shadows“: „Where is the sun I´ve only hear the thunder“. Und, wirklich gelungen: „I think I´m already fall“. Ich breche die Beweisreihe ab. Diejenigen unter euch, die des Englischen mächtig sind, dürften jetzt schon Nervenzucken haben. Schnell ist aber auch klar, dass die Stimme von Sängerin Jennifer Pecorilli durchaus ernst zu nehmende Anlagen hat – sie singt, soweit man das von einer CD aus beurteilen kann, kräftig, selbstbewußt und sicher; eine dunkle Stimme mit viel Ausdrucksvermögen. Teilweise klingt sie fast soulig, R´n´B-tauglich, mit viel Vibrato. Mit diesem Kapital könnte sie durchaus verdient in der deutschen Synthie-Szene bekannt werden. Doch für meinen Geschmack tut Jennifer fast ein bißchen viel des Guten: Nach dem Abspielen zweier Songs muß mein Ohr erst einmal Pause machen. Sie näselt stark beim Singen und hängt so häufig an die Wörter eine verstärkende Endung an, so im Stil von „meeeeee-ya, hey-ya“, daß es bald nervt.

Zum Future-Pop-EBM-Stilmix, den Olaf Busmann unter all dem klimpert, ist eigentlich nicht viel zu sagen. Da ist nichts außergewöhnliches, nichts originelles mit dabei. Ambitioniert, aber nicht aufregend. Diese Band sollte einmal darüber nachdenken, noch andere Elemente wie mehrstimmigen Gesang oder auch mal (hui, wie aufregend) andere Instrumente dazu zu nehmen, damit nicht jedes Lied so gleich klingt. Auch wenn zumindest der dritte Song, eine Ballade namens „Dust“, wirklich schöne, lyrische Passagen hat und, noch einmal, die Sängerin sich vom Talent her wirklich nicht verstecken muß: Insgesamt braucht niemand zu weinen, wenn er diese CD nicht besitzt.

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