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VOX CELESTA - Mandorla

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Vox-Celesta-Mandoria.jpg
Artist VOX CELESTA
Title Mandorla
Homepage VOX CELESTA
Label INFACTED RECORDINGS
Veröffentlichung 23.08.2004
Leserbewertung
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8.4/10 (8 Bewertungen)

Durch den dunklen Blätterwald ging ja schon seit ein paar Ausgaben ein Raunen, was ein bestimmtes Debüt im Futurepop-Bereich anbelangt. Die Ursache für dieses Rascheln ist ein interessantes neues Projekt, welches den Namen VOX CELESTA trägt. Der Name der Band leitet sich aus dem lateinischen Ausdruck für eine „himmlische Stimme“ ab, der in der Terminologie der klassischen Musik für ein besonders wohlklingendes Gesangsorgan steht. Vielen wird dieser Ausdruck auch durch den englischen Terminus „heavenly voices“ bekannt sein, der seinen Einzug in das Begriffsrepertoire des Gothicmetals gehalten hat.

Der Name des Projektes deutet auch schon gleich auf den textlichen und inhaltlichen Anspruch der drei Soundtüftler hin. Die Texte des Sängers Dirk Dette beziehen sich auf die persönlichen Glaubensvorstellungen, den Gottesbezug in schweren Zeiten und den Umgang des Glaubens mit persönlichem Leid. Eine Gottesvorstellung als Trost- und Kraftquell in der Tradition der klassischen lutheranischen Theologie bildet das Grundgerüst der Texte und des Klanges von VOX CELESTA. Trotz dieses Bezuges auf Glaubensinhalte kommen Musik und Texte nicht frömmelnd, aufdringlich oder unkritisch daher. Nicht umsonst betont man die Aussage, das keine Glaubensrichtung und keine Religion frei von Fehlern oder falschen Inhalten sei. Musikalisch wird das düster, melancholisch und sehr eindrucksvoll durch die Futurepop-Programmierungen unterstrichen und ausgedrückt. Da wo Worte nicht mehr ausreichen, bietet die Musik eine universelle gefühlsbetonte Ausdrucksform der emotionalen Vorstellungen und der tief innewohnenden Wünsche und Ängste. Wenn es so etwas wie dunkle elektronische Kirchenmusik gäbe, wären VOX CELESTA mit ihrem Debüt „Mandorla“ mit hoher Wahrscheinlichkeit die erste Wahl. Die protestantische Kirchenmusik ist ja auch nicht umsonst durch und durch melancholisch und oft traurig, wie man es unerreicht und meisterlich in der Musik von JOHANN SEBASTIAN BACH und GEORG FRIEDRICH HÄNDEL oder in den Gedichten von PAUL GERHARDT erfahren kann.

Aber zurück zur postmodernen elektronischen Musik. Am besten kann man Dirks Sound, bei dem er von Daniel Grosse-Kleffmann (Synths) und Thomas Kraft (Sequencer) unterstützt wird, mit den ostdeutschen MELOTRON oder den ostwestfälischen NCOR vergleichen. Trotzdem gelingt es ihnen treibenden F-Pop mit ins Klangspiel zu bringen, was der Musik einiges an Tanzbarkeit und melancholischer Kraft verleiht. Darüber hinaus erschaffen sie Klangwelten, die weit über den Ausdruck der vorhin genannten Projekte hinaus gehen und in ihrer emotionalen Intensität und ihrer Ausdruckskraft am besten mit den unerreichten VNV NATION zu vergleichen sind. Wobei man den musikalischen Stil nur bedingt mit dem Schaffen von RONAN HARRIS und MARK JACKSON vergleichen kann, da VOX CELESTA einen ganz eigenen Klang entwickelt haben. Das ist bei einem Debüt sehr ungewöhnlich. Dementsprechend positiv stechen VOX CELESTA auch aus der Masse an mittelmäßigem Elektro bzw. F-Pop, der zur Zeit die Szene zu überfluten droht, heraus. Ich habe selten ein Erstlingswerk mit einer so ausgereiften emotionalen Ausdruckform und so durchdachten und reflektierten Texten auf den Schreibtisch bekommen. Alle Achtung an Dirk, Daniel und Thomas. Auch wenn die selbstgepflanzten Trauben jetzt sehr hoch hängen, kann man nur hoffen, bald neues Material hören zu können. Darüber hinaus bleibt es den Dreien zu wünschen, dass „Mandorla“ gut aufgenommen und ihnen von der Szene und den DJs der gebührende Respekt entgegengebracht werden wird.

Am Schluss bleiben einem nur noch die unerreichten Worte, die J.S.BACH unter alle seine Werke schrieb, welche genauso gut auch unter der Musik von VOX CELESTA stehen könnten: SLD (Latein: soli deo gloria = Allein zum Ruhme Gottes)

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