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WARSICKLE - Into the Battle

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Artist WARSICKLE
Title Into the Battle
Homepage WARSICKLE
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

WARISCKLE wollen einen Plattenvertrag und der Terrorverlag unterstützt neue Musik grundsätzlich. Doch in der direkten Konfrontation mit dieser Band zweifelt man schon einmal an der persönlichen Vorliebe für das Progressive: Dies ist sicherlich das Abgefahrenste, was uns seit langem untergekommen ist!

Und das soll durchaus etwas heißen in einem Jahr, welches mit GASHER G.14 und GOTHIC bereits zwei Platten aufzuweisen hatte, die mit Worten kaum noch zu beschreiben waren. „Into the Battle“ geht sogar noch einige Schritte weiter, ist aber im Gegensatz zu einigen Industrialprojekten jederzeit noch eindeutig als Musik zu identifizieren. Es scheint jedoch zum Konzept zu gehören, dass der Hörer über die Ausrichtung des Projekts im Unklaren bleibt – oder sollte die völlige Unverbindlichkeit in Sachen Stil bereits das Ziel sein? Denn neben zwei kurzen Feldversuchen in Sachen Klang (darunter das verdächtig betitelte „Nach der Einnahme von Warschau“) und einem EBM-Stampfer gibt es zwei lange Stücke, in denen der Metal über den Suppenrand schwappt. Und während die zuerst genannten drei Kompositionen höchstens im Kontext etwas an Bedeutung gewinnen, sind letztere beinahe schon visionär. „Romantic Death“ legt sofort mit Panzerfaust-Drum Attacken los, wirft völlig knochenlose Grunzvocals in den Topf, lässt Engel munter zwitschern und den Gameboy dudeln, während sich Frontmann Vanson auf eine rührende Art besorgt zeigt: „Where are your angels?/ Are they maybe in your cunt?“ Dies ist gleichzeitig eine gute Überleitung zu dem Herzstück der Scheibe, dem siebeneinhalbminütigen “Count de Kant”, in dem ein brüllender Löwe mit einem inkontinenten, kastrierten Coyoten duettiert. Digitales Double-Bass-Trauma, Vocals aus der binären Vorhölle, Riffs wie abgetriebene Demenzvisionen und das Ganze stets unterbrochen von teilweise atemberaubend anmutigen Ambient-Klängen – kein Wunder, dass dann irgendwann auch noch die Alarmsirenen heulen!

Der Punkt bei der Sache: Es klingt nicht wie ein Witz. Das alleine ist schon eine bemerkenswerte Leistung. 3 Dollar muss man für diese Ausgeburt des Wahnsinns auf den Tisch blättern, was kostet die Welt? Ach so, das mit dem gewünschten Labeldeal wird natürlich nichts werden, ist also sofort ein Sammlerteil.

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