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WASTEFORM - Ignorance through Sovereignty

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Artist WASTEFORM
Title Ignorance through Sovereignty
Homepage WASTEFORM
Label XTREEM MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Postkarten eines Zeitreisenden, oder: Träumen WASTEFORM von elektronischen Schafen? Lauscht man den radikalen Tönen von „Ignorance through Souvereignty“ scheint die Zukunft jedenfalls schon angebrochen, futuristischer als sie sich ein Phillip K. Dick je hätte träumen lassen, angsteinflössender, als dass sich Bladerunner Harrison Ford in sie vorzutasten traute. Während die Ohren noch beben, sucht der Geist bereits nach der passenden Begrifflichkeit: CyberMetal, ProtoCore, WARP-Grind: Die Debatte ist eröffnet!

Dabei kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sich der Vierer um Greg Kennedy und Grant Matot einen Dreck um Nomenklatur und Diskurs schert – dass Kennedys letzte Band STRAIGHT JACKET hiess, sagt genug über Philosophie und Einstellung dieses Mannes. Wie die meisten Alben des sich immer mehr zu einer Oase der Paranoiden und Ausgeflippten mausernden, von der spanischen Underground Legende David „not Johnny“ Roten ins Leben gerufenen, Labels XTREEM geht es auch hier um eine gesunde Form des Eskapismus und um die ultimative Realisierung völlig individueller und einzigartiger musikalischer Vorstellungen. Oder anders gesagt: „Ignorance through Souvereignty“ klingt tatsächlich wie nichts anderes, was man käuflich auf dem Markt erwerben kann. In Bruchteilen eines Augenblicks wechseln sich massive-muskulöse, sumpfig-schleppende Parts zum Fingerschnipsen mit nackenbrechenden Blastbeats ab, streckenweise rattern nur Bass, Gitarre und Schlagzeug rabiat, doch hypnotisch vor sich hin, bevor wieder Kennedy mit dieser Stimme daherkommt, die an das markerschütternde Gekreische eines im Hyperspace geschlachteten Spanferkels erinnert. Während an einigen Stellen ausser reinem, abrasiven Noise nichts auszumachen ist, verstecken sich gleichzeitig immer wieder subtil in den Hintergrund gemischte Soundeffekte und verfremdete Stimmsamples. Atmosphärische Intros, komplexe Arrangements und vier instrumentale Stücke, darunter das melancholisch hallende „In the shadows of Resurgence“ verstärken nur den Effekt völliger Losgelöstheit von Zeit und Raum, lösen den Gurt und nageln den Hörer zwischen Boden und Decke schwebend fest: Getragen von der Thermik der Töne, zurückgezogen von der Gravität dieser zentnerschweren Riffs.

Solange noch weitere schöne Päckchen aus Spanien kommen, sollte man sich mit Superlativen oder dem Ausrufen von Paradigmenwechseln dezent zurückhalten. Immerhin: Wiedereinmal eine grossartige Platte im zwar noch frühen, doch an Höhepunkten gewiss nicht armen 2004. Debatte beendet.

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