Terrorverlag > Blog > WINTER OF APOCALYPSE > Solitary Winter Night

Band Filter

WINTER OF APOCALYPSE - Solitary Winter Night

VN:F [1.9.22_1171]
Winter-of-Apocalypse-Solittary-Night.jpg
Artist WINTER OF APOCALYPSE
Title Solitary Winter Night
Homepage WINTER OF APOCALYPSE
Label MORIBUND CULT
Veröffentlichung 24.11.2006
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Was der amerikanische Black Metal seinen europäischen Gegenparts voraus hat: Man nimmt ihm das Unmenschliche, Atavistische, Primitive sofort ab. Während man bei Norwegen an Fjorde oder Lacks denkt, bei Frankreich an Baguettes und bei Österreich (einer weiteren Hochburg) and Almdudler, haben die USA so einiges vorzuweisen: Dahmer, Manson, den „New Orleans Axeman“ und den „Singing Strangler“, Irre mit zugelassenen Waffen und Perverse an jeder Ecke.

Trotzdem haben es die Protagonisten der dortigen Szene nicht einmal im eigenen Land zu Bekanntheit gebracht. Was zum einen an einer zersplitterten Szene liegt, deren lokale Ableger wie winzige Inseln in einem schwarzen Meer umher treiben. Und zum Zweiten an der völligen Undergroundmentalität, deren billige Schock-Effekte sogar manchen Grindbands zuwider wären. WINTER OF APOCALYPSE entgingen als kalt lodernder Kern von THY INFERNAL deren Auflösung im Jahre 2002, kamen aber bereits damals in Europa nicht so besonders gut an – wenn sich Bandmitglieder Slut oder Raper nennen, denken viele eben sofort an eine Verarschung, statt an klirrende Klangwelten. Dass dies eine ungerechte Beurteilung war, beweist nun „Solitary Winter Night“, das in seiner Kauzigkeit noch immer der neuen Welt verbunden bleibt, sich aber ebenso auf die Suche nach seinen skandinavischen Wurzeln macht. „Dark Sinistral Path“ wiederholt seine Rock-Riffs, als werde man auf Menge bezahlt, die Double Bass peitscht wie Pferdehufe auf nassem Kopfsteinpflaster, wahrend die Stimme eines grünen Gnoms aus einem tiefen Erdloch an die Ohren des Hörers dringt. Statt der grauen Eintönigkeit gibt es Variation und Vielfalt: Im Titelstück wird eine verzweifelte Melodie in einen Wirbelsturm aus Eissplittern und grellem Licht getaucht, „Storming the Gates of Heaven“ ballert aus allen Rohren mit packenden Gitarren und rüden Vocals. Auch schleppend langsame Passagen finden Eingang in den kühlen Kanon, auch wenn diese aufgrund der minimalen Produktion etwas weniger gut zur Geltung kommen. Stets solide, manchmal großartig wartet die Scheibe sogar noch mit einem famosen Finale auf: „Black Metal of Death“ (sollte das nicht „or“ statt „of“ heißen?) kommt fast schon stumpf daher, begeistert aber mit MORBID ANGEL-Querverweisen und verzwirbelten Saitenattacken.

Ein effektives Album mit effektiven Instrumentalleistungen: Jedes einzelne Bandmitglied hält seine Parts simpel, doch voller kleiner Kniffe und Finessen. Das hat wenig bis nichts mit Burgern, Cola und Serienmördern zu tun, aber ganz viel mit guter Musik. Europa sollte zuhören.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Blackmore's Night 'Solitary Winter Night' Tracklist
1. Hark The Herald Angels Sing
2. I Saw Three Ships
3. Winter (Basse Dance)
4. Ding Dong Merrily On High
5. Ma-O-Tzur
6. Good King Wenceslas
7. Lord Of The Dance - Simple Gifts
8. We Three Kings
9. Wish You Were Here
10. Emmanuel
11. Christmas Eve
12. We Wish You A Merry Christmas
Blackmore's Night 'Solitary Winter Night' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) € 3 € 19,96 Online bestellen
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 6,61 Online bestellen

Mehr zu WINTER OF APOCALYPSE