Terrorverlag > Blog > XANDRIA > India

Band Filter

XANDRIA - India

VN:F [1.9.22_1171]
Xandria-India.jpg
Artist XANDRIA
Title India
Homepage XANDRIA
Label DRAKKAR/ SONYBMG
Veröffentlichung 01.01.2015
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.0/10 (3 Bewertungen)

Mit „India“ schieben die Bielefelder Gothic Metal-Shootingstars relativ fix ein neues Album nach, ist das letzte Werk „Ravenheart“ doch noch gar nicht so alt. Egal, bei dem derzeitigen Boom in dem Genre mit den Leadern NIGHTWISH/ WITHIN TEMPTATION und LACUNA COIL muss man im Gespräch bleiben, wenn man etwas vom Kuchen abhaben will. Für den Rezensenten ist es jetzt natürlich etwas schwierig, hier ganz objektiv zu bleiben, kennt er doch fast alle Bandmitglieder seit Ewigkeiten. Neu-Bassist Nils Middelhauve war z.B. schon mal Anfang der 90er in aller Munde mit VISIBLE TOUCH, denen leider das Glück der Tüchtigen nicht hold blieb. Trendreiterei kann man XANDRIA nun aber auch nicht vorwerfen, musizieren sie doch schon seit Ende der 90er in diesem Genre rum, welches zu der Zeit ja noch nicht so dermaßen im Fokus stand. Erfolg zieht halt Neider nach sich.

Nach der selbst produzierten Mini-CD „Kill the Sun“ folgte aufgrund eines doch erstaunlichen Underground-Erfolges dieser Scheibe der Deal mit Drakkar. Die erste CD, ebenfalls „Kill the Sun“ betitelt, schlug für eine relativ unbekannte Band (noch dazu aus Bielefeld! man stelle sich das vor…) gut in der Szene ein, und so schob man 2004 mit „Ravenheart“ gleich den nächsten Longplayer nach. Das Teil ging dann ab wie Zäpfchen, begünstigt auch durch den Clip zum Titeltrack. Ein hoher Charteinstieg war die Folge. Mit „India“ folgt nun also schon die 3.Scheibe. Die CD ist schon mal in einen schönen Hochglanzpappschuber eingehüllt… das Auge hört schließlich mit! Aber auf die Mucke kommt’s letztendlich an. Und die knallt doch erheblich fetter aus den Boxen als bisher! Recht so. Mr. Gerit Lamm am Schlagzeug darf sogar endlich mal in die Vollen kloppen und die Doublebass loslassen. Wer seine alten Combos kennt, weiß was ich meine… knüppelt er doch gerne mal technisch versiert alles in Grund und Boden. Wäre hier bei XANDRIA natürlich meist fehl am Platze, aber sein Spiel wird von Scheibe zu Scheibe kraftvoller. Was der Band allerdings sehr gut zu Gesichte steht! Da dürfen die restlichen Instrumente nicht hinterherhinken, und so krachen die Songs doch sehr metallastig daher, was aber ebenfalls zu befürworten ist. In der Vergangenheit fehlte öfter mal ein Schuss Aggressivität. Das kann man nun nicht mehr behaupten. Gleich der Opener „India“ zeigt dem Hörer, wo der Hammer hängt. Beginnend mit einem klasse düster-orientalischen Bombast-Intro, welches von Meeresrauschen unterlegt ist, geht der Song dann für XANDRIA-Verhältnisse mächtig ab und brettert zum Ende hin sogar mit der erwähnten Doublebass recht fix los. Härtester Track in der bisherigen Karriere der Bielefelder und ein absolut geiler Einstieg! Sollte ein Hit werden in den einschlägigen Dissen, steht man sonstigen Gothic-Großcombos doch in nichts nach. Fett-amtlicher Sound auch, den José Alvarez-Brill da in Belgien zusammengeschustert hat!

Und wo wir grad beim Namedropping sind: Die Orchester-Parts ließ man gleich mal vom Deutschen Filmorchester Babelsberg einzimmern, zusätzlich holte man sich Gastmusiker von LYRIEL ins Studio, und als besonderes Highlight für alle alteingesessenen Bielefelder wirkten beim Keyboard-Programming auch Matthias und Andreas Hornschuh mit! Ersterer wohl DAS Bielefelder Musikgenie und während seiner Zeit mit VISIBLE TOUCH auch gern gesehener Gastgitarrist bei diversen Power Metalcombos, von denen einige Anfang der 90er mal Big-in-Japan waren. Letzterer ging doch glatt mit dem Rezensenten zur Schule (der 3. Hornschuh im Bunde – Tillmann – ebenfalls und auch er natürlich Musiker) und hatte in dieser Zeit auch eine geile Band am Start als Sänger und Cellist (JEAFOUCY). Those were the days… Den größten Schritt hat meiner Meinung nach allerdings Sängerin Lisa gemacht, wurde ihr Gesang doch in der Vergangenheit oft als zu wenig voluminös und unflexibel von etlichen Seiten angesehen. Zum Teil sogar zu Recht. Davon kann bei den Songs auf „India“ nicht mehr wirklich die Rede sein. Da kann Nervdohle Sharon von WITHIN TEMPTATION mal lecker einpacken (eine, ähm, sehr anstrengende Performance gerade in Wacken…) und an Liv-Kristines Geträller scheiden sich ja eh die Geister. Lisa versteht es mittlerweile den Songs ihren Stempel aufzudrücken, ohne dabei dem Hörer den Nerv zu rauben, da sie nicht auf eine Tonlage festgeschraubt ist und ihrer Stimme etliche verschiedene Facetten entlockt. Track Numero Zwo „Now and Forever“ geht auch gut ins Ohr und beweist eindrucksvoll, wie sich das Songwriting der Band verbessert hat. Derbes Hitpotential und geiler Chorus! Das folgende „In Love with the Darkness“ rockt dann etwas WITHIN TEMPTATION-mäßig los, während „Fight Me“ mit Fett-bratenden Gitarren aufwartet. Lisas Gesang ist hier sehr orientalisch ausgelegt, klasse gemacht. Groovt schwer ins Gebein der Track, ebenfalls sehr hittig! „Black and Silver“ ist dann insgesamt sehr orientalisch, ORPHANED LAND lassen grüßen. Mit „Like a Rose on the Grave of Love“ folgt dann eine klasse Ballade, welche gut zum Herrn der Ringe passen würde, verbrät man doch Mandoline, Uillean Pipes und Kontrabass als zusätzliche Instrumente!

Dieses hohe Level kann die Band nicht die ganze Scheibe über halten, aber welche Combo schafft das schon? So rockt Track 7 „Widescreen“ zwar leidlich, aber auch relativ unspektakulär, ebenso das folgende „The End of Every Story“. „Who we Are“ hebt das Ganze wieder etwas an, ein eher ruhiger Song, der von Lisas Gesang getragen wird. Mit „Dancer“ folgt eine weitere Ballade. Kleiner Schönheitsfehler: Im Booklet sind die letzten beiden Tracks in umgekehrter Reihenfolge abgedruckt! „Winterhearted“ ist ebenfalls eher ruhig gehalten, allerdings mit einem geilen Chorus ausgestattet, welcher endlich wieder Hitpotential aufblitzen lässt. Zum Abschluss folgt mit „Return to India“ der mit 6 Minuten längste Track der Scheibe. Es wird schön zwischen Akustik-Strophe und Abgeh-Strophe gewechselt, leicht orientalisch angehaucht und mit fetten Gitarren ausgestattet. Geiles Ending eines geilen Albums, welches in der Szene mächtig Staub aufwirbeln wird. Well done!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Xandria 'India' Tracklist
1. India Button MP3 bestellen
2. Now & Forever Button MP3 bestellen
3. In Love With The Darkness Button MP3 bestellen
4. Fight Me Button MP3 bestellen
5. Black & Silver Button MP3 bestellen
6. Like A Rose On The Grave Of Love Button MP3 bestellen
7. Widescreen Button MP3 bestellen
8. The End Of Every Story Button MP3 bestellen
9. Who We Are Button MP3 bestellen
10. Dancer Button MP3 bestellen
11. Winterhearted Button MP3 bestellen
12. Return To India Button MP3 bestellen
Xandria 'India' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) € 3 € 7,49 Online bestellen
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 2,41 Online bestellen
Amazon MP3 Downloads Amazon MP3 Downloads - € 9,99 Online bestellen
XANDRIA - Weitere Rezensionen

Mehr zu XANDRIA