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YELLOWHOUSE - Illusions of Everyday

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Artist YELLOWHOUSE
Title Illusions of Everyday
Homepage YELLOWHOUSE
Label MMN RECORDS
Veröffentlichung 03.05.2005
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Wo sich Haus und Mond vorm Schlafengehen umarmen. In seiner kindlichen Naivität erinnert das Cover dieser CD an die wunderbaren Zeilen des Titelsongs vom letzten GATHERING-Album, doch liegen Welten zwischen beiden Bands. Während Letztere den Hörer gerne auf eine magisch-spirituelle Reise nehmen, leben YELLOWHOUSE ganz im hier und jetzt: Die alltäglichen Illusionen, sie zerplatzen wie eine Seifenblase unter dem Druck der Realität.

Ganz so wie der Traum vom Rockstar, denn die Songs auf „Illusions of Everyday“ lagen bis zu 15 Jahre herum, ehe sie nun endlich ihren Weg auf einen Tonträger gefunden haben und wer in dieser Zeit nicht wenigstens einmal an sich selbst und seinen Hoffnungen gezweifelt hat, muss schon sehr hartgesotten sein. Genauso abgeklärt wie man sich die beteiligten Musiker nun vorstellt, ist denn auch die Musik: Rock wird hier geboten, ohne verbalen Zusatz, ohne elektronisches Schmückwerk und progressives Stückwerk, ganz so, als habe es die Entwicklungen der letzten Jahre gar nicht gegeben. Auch was ihre Instrumente angeht, legen YELLOWHOUSE einen gar nicht unsympathischen Traditionalismus an den Tag: Präzise groovendes Schlagzeug, treibender Bass, solides Riffing von Mastermind Hartmut Krekel und Jensen Pukownicks Schmirgelpapierstimme: Keine Sekunde würde man daran zweifeln, dass die Jungs das auch live zustande bekommen, ganz ohne Stimmsynthesizer, ganz ohne doppelten Boden. Und obwohl man versucht hat, durch kurze Abstecher in Folk, Bluesrock und sogar Grunge den ansonsten homogenen Grundton aufzubrechen, will diese Scheibe einfach nicht zünden. Was zum einen an der Produktion liegt, denn bei aller Gute-alte-Zeiten-Seligkeit: Ganz so hemdsärmelig und knochentrocken hätte die nun auch nicht geraten müssen! Das zweite und weitaus schwerwiegendere Problem besteht in den Songs, denen gerade das letzte Etwas fehlt, das sie aus dem grauen Mittelmass herausheben könnte. Das deftige, beinahe funkrockende „What goes on“, der mit einem starken Mittelteil versehene Stomper „Babylon“ und das blutende, keyboardselige Finale „Leaving too late“ wissen zu begeistern, doch das wars dann leider auch schon.

Dass man gleich noch die Gesamtspieldauer einer CD bis zum Anschlag ausreizen musste, hilft hier auch nicht unbedingt. Live bestimmt besser als LINKIN PARK, doch von der Konserve eher nüchtern und bieder. Da wäre der Mitschnitt eines bierseligen Konzerts in einer stinkend-schwitzigen Kaschemme die bessere Alternative gewesen.

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Yellowhouse 'Illusions of Everyday' Tracklist
1. Red light diamond
2. Sacred feelings
3. The silent screaming
4. Ahead of our time
5. No body needs you
6. Signs
7. What goes on
8. Babylon
9. Land of lightning
10. For ever
11. Ain't no cure (for a messed up youth)
12. Between the wheels
13. Leaving too late
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