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YOU BLEW IT! - Abendrot

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you-blew-it
Artist YOU BLEW IT!
Title Abendrot
Homepage YOU BLEW IT!
Label BIG SCARY MONSTERS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

In vier Tagen ein ganzes Album mit zwölf Songs schreiben? Das kann rasch ein Schnellschuss sein, mit heißer Nadel zusammengeschustertes Zeug. Zwar haben die fünf Mitglieder von YOU BLEW IT! genau  das getan, aber im Grunde haben Frontmann Tanner Jones, die beiden Gitarristen Andy Anaya und Trevor O’Hare, Bassist Andy Vila und der Schlagzeuger Matthew Nissley schon ein halbes Jahr zuvor an den Strukturen ihres dritten Albums „Abendrot“ (ja, es hat tatsächlich dieses deutsche Wort als Titel) gearbeitet, ehe sie sich über mehrere Monate nicht gesehen hatten und aus verschiedenen Gründen aus Orlando in Florida weggezogen waren, bevor es an die eigentlichen Aufnahmen ging.

Um es kurz zu machen: Der vielleicht etwas ungewöhnliche Entstehungsprozess hat der Langrille nicht geschadet. YOU BLEW IT! servieren ein Dutzend Lieder, das von einer gewissen Emo-Melancholie geprägt ist, die aber keinesfalls in tragischer Düsternis versinkt. Bestes Beispiel dafür ist die fesselnde Single „Autotheology“. Ein Anspieltipp ist auf jeden Fall auch der schrammelige „Sundial Song“, auf den mit „Greenwood“ eine ruhige, aber nicht minder hörenswerte Nummer folgt. Dank „Canary“ ziehen Tempo und Ruppigkeit wieder an, doch schon mit „Forecasting“ geht es wieder in die Emo-Vollen und bei „Minorwye“ hört man alsbald auch wieder wunderbar jaulige Gitarren, wohingegen sich „Arrorhead“ deutlich reduzierter präsentiert, um schließlich mit „Basin & Range“ in kuschelige Feelgood-Gefilde abzutauchen, bevor das finale „Kerning“ als orgel- und pianogetragenen Slow-Motion-Ausputzer allererster Güte fungiert.

Emo hat dieser Tage bisweilen einen negativen Beigeschmack, den diese Musikrichtung mithilfe von YOU BLEW IT! und „Abendrot“ jedoch ganz schnell verlieren könnte. Denn um die Mucke der fünf seit 2009 agierenden Amis zu mögen, muss man beileibe nicht im Weltschmerz versinken. Ach ja: was die Band beim Schreiben der Lieder an Zeit gespart hat, ging im Studio wieder drauf. Etwas mehr als einen Monat hat die Produktion nämlich gedauert und solange war das Quintett noch nie im Aufnahmeraum. Also nix, hurtig zusammengehudelt, hier war für alles Zeit und Muße. Auch für jede Menge Spielereien, die den Silberling vermutlich auch erst richtig rund gemacht haben.

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