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ZIN - The Definition

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Artist ZIN
Title The Definition
Homepage ZIN
Label UPART/ BRACHIALPOP
Veröffentlichung 22.10.2010
Leserbewertung
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8.0/10 (7 Bewertungen)

Viereinhalb Jahre ist es jetzt her, dass in Leipzig ZIN geboren wurde. Damals ging es direkt von einer Party in den Proberaum, wo die Wiege des Erstlings „Tourists To This World“ stand, der schließlich vor drei Jahren erschien und mich uneingeschränkt begeistert hat. Live habe ich Iven Cole (Gesang), Markus Estbourg (Synths), Vincent Oley (Gitarre) und Mika Arthale (Schlagzeug) erst in diesem Jahr sehen und hören können. Das war beim Amphi in Köln, wo sie den Gewinn des Amphi New Talents Wettbewerb für sich entscheiden konnten und auf diese Weise das Schwarzkittel-Festival eröffnen durften.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch schon erste Einblicke in die zweite Langrille „The Definition“ erhalten, die nicht mehr so sehr nach PLACEBO und Brian Molko klingt, wie dies beim Debüt der Fall war. Vielleicht hat Sänger und Mastermind Iven Cole die Vergleiche auch derart gewurmt, dass er den Stil der ZIN-Mucke ein wenig verändert hat. Entsprechend verbreitet das Intro „White Peaches“ eine kammerspielartige Stimmung, für die Ivens getragener Gesang und die sparsame Instrumentierung mit Klavier und Streichern verantwortlich zeichnet. Doch schnell übernehmen schrammelige Gitarren beim knackigen „2010“ das Sagen, bevor „Hohenschönhausen“ die letzten Vergleiche mit PLACEBO, die beim vorhergehenden Song vielleicht noch im Hinterkopf umherschwirrten, vergessen macht. Rohe Langäxte wechseln sich mit treibenden Keys ab. Meist geschieht dies hochtourig, bisweilen schalten ZIN jedoch auch einen Gang zurück und so wandelt „Pilgrim“ auf ruhigeren Pfaden und gefällt mit verspielten Beats, zu denen sich bei „Schizophrenia“ ein Rhythmus gesellt, der die Füße nicht mehr still stehen lässt und den Kopf zum Wippen bringt. Mit dem reduzierten „Mondnacht“ bedienen sich ZIN der deutschen Sprache und beim Dichter Joseph von Eichendorff – eine Nummer, die insbesondere bei melancholischen Gothics ankommen dürfte. Gleiches gilt für das eindringliche „Cellar Door“, dem kühle Electro-Sounds folgen, die auf den Namen „We Claim Monarchy“ hören. Es bleibt elektronisch, wobei der Sound bei „Rent My Soul“ mehr Schmackes mitbringt, ehe „She“ in wabernde Untiefen abtaucht und „Swim!“ zum unterkühlten Tänzchen bittet. Bleibt noch das abschließende „Visual Bolero“, bei dem die Drums Ravels „Bolero“-Idee aufnehmen und ZIN das Ganze mit ebenso zwingenden wie unter die Haut gehenden Indie-Rock-Zutaten würzen, so dass man sich dem hypnotischen Track unmöglich entziehen kann.

Ein bisschen PLACEBO steckt an manchen Stellen schon noch in der Musik der vier Leipziger. Das geht völlig in Ordnung und ist ob der stimmlichen Nähe zu Brian Molko wahrscheinlich gar nicht zu verhindern. ZIN liefern mit „The Definition“ jedoch einen absolut würdigen Nachfolger für „Tourists To This World“ und bringen das Zeug mit, um in der ersten Liga mitzuspielen. Auch, wenn sich die ganze Pracht anders als beim Debüt gelegentlich nicht schon beim ersten Hören entfaltet, gibt’s einen ganz eindeutigen Kaufbefehl für die Scheibe.

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Zin 'The Definition' Tracklist
1. White Peaches Button MP3 bestellen
2. 2010 Button MP3 bestellen
3. Hohenschönhausen
4. The Pilgrim Button MP3 bestellen
5. Schizophrenia Button MP3 bestellen
6. Mondnacht Button MP3 bestellen
7. Cellar Door Button MP3 bestellen
8. We Claim Monarch
9. Rent My Soul Button MP3 bestellen
10. She Button MP3 bestellen
11. Swim! Button MP3 bestellen
12. Visual Bolero
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