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ZOMBIEJOE - Schlachthaus, Baby!

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Artist ZOMBIEJOE
Title Schlachthaus, Baby!
Label SAFETY RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.4/10 (5 Bewertungen)

“Schlachthaus, baby!”, was für ein beknackter Titel war mein erster Gedanke. Herrje, die singen auf Deutsch mein zweiter. Auch nach dem Genuss des Beipackzettels und Überfliegen der Tracklist war ich mehr als skeptisch, ob ZOMBIEJOE und ich wohl Freunde werden könnten. Aber wir konnten. Keine Liebe auf den ersten Blick, wohl aber auf den zweiten, oder besser: Als ich den vier Jungs aus Halle endlich Zugang zu meinen Gehörgängen gewährte.

Die Erkenntnis nach dem ersten Durchlauf: Es tut sich spontan keine Schublade auf – gut so! Und das mit den Texten auf Deutsch klappt gut, irgendwie, und wenn gerade nicht, geht es auf Englisch weiter. „Wir und unsere Zuhörer sollten uns jeden Moment damit konfrontiert sehen, nicht zu wissen, was als nächstes passieren wird!“ Das haben ZOMBIEJOE zwar im Zusammenhang mit ihrem Erstling „ Vegas“ von 2002 gesagt, dem sind sie aber in jedem Fall treu geblieben. Also wir haben hier Rock, chaotisch, harsch, aggressiv, streckenweise unmelodiös und vor allen Dingen eins: hungrig Mit der Single „Moloko Milchbar“ geht es gleich orientierungslos und düster los, mit „Nur für den Fall“ mit wildem Drumming, harten Gitarrenriffs und schrägen Backroundvocals entsprechend weiter, bei „Mit dem Kopf zuerst“ wird es gar metallisch. Schaut man etwas genauer auf die Texte, fällt einem die allegorische Darstellung der Farben rot (Lippen, Blut, Mohn, Erdbeerfeld, Fieber, Herz, Flammen) und schwarz (Nacht, Asche, Schatten) auf, die auch im Booklet vorherrschen. Außerdem geht es um viele farblose (Scherben, Glas, Spiegel, Wasser) und leblose Dinge (Maschinen, Automaten, Motoren); so ergeben Text und Musik ein perfektes Konglomerat. Da passt dann auch das Björk-Cover „Army of me“ gut ins Konzept, dem zwar das engelhaft-ätherische des Original fehlt, mir aber mit Cornelius weichem Gesang und dem ZOMBIEJOE-Stempel auch gut gefällt. Weitere Highlights: Das wütende „Born to kill die Maschine“ und die schöne Abschlussballade „Leg dich zu mir“, mit flirrenden Gitarren, lethargischem Gesang und der brennenden Sehnsucht nach dem richtigen Menschen an seiner Seite, mit dem sich das Leben meistern lässt, egal wie frustriert, wütend oder verzweifelt man durch den Schraubstock des Alltags ist.

Das letzte Wort gehört dem Sound: Der ist für meine Begriffe recht dumpf ausgefallen, ich hatte auch nach mehrmaligem Hören an verschiedenen Geräten und in allen erdenklichen Lautstärken immer das Gefühl, ich hätte meine Ohrstöpsel drin, dafür Abzüge in der B-Note.

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