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AGRYPNIE (TORSTEN HIRSCH)

ALS ERSTES DANKE ICH DIR, DASS DU DIR DIE ZEIT FÜR DAS INTERVIEW NIMMST UND ICH MÖCHTE SAGEN: GRATULATION ZUM NEUEN ALBUM. ZUNÄCHST DIE TYPISCHE EINLEITUNGSFRAGE. LIEF ALLES GLATT BEI DER PRODUKTION? Ja, nachdem eigentlich beim ersten Mal so ziemlich viel schief lief, lief dieses Mal alles ohne Probleme. Das hätte ich so ehrlich gesagt auch nicht gedacht. Ich gehöre ja auch zu den Leuten, die sich vorher immer voll den Kopf machen, weil ich bei der ersten CD ja massig Probleme hatte mit Verzögerungen beim Release und falsches gedrucktes Artwork. Aber dieses Mal lief alles ohne Probleme. Das war echt spitze – also von Studio, Label, Mitmusiker – alles perfekt gelaufen. DA DU GERADE DEINE MITMUSIKER ANSPRICHST – WIE FEST IST EIGENTLICH DAS AKTUELLE LINE-UP DER BAND? Ich hoffe fest (lacht). Im Prinzip ist es ein festes Line-Up für mich. Es ist aber nach wie vor so, dass ich alle Songs schreibe und das Sagen habe, obwohl ich bei einigen Sachen logischerweise dann auch die Bandkollegen frag. Aber so steht die Band schon. Es ist allerdings auch so, dass ich im Studio dann die Gitarren einspiele, weil ich da ziemlich pingelich bin, was die Riffs angeht und wie die gespielt werden im Studio. Sonst müsste ich da die ganze Zeit dabei sitzen. Das Problem ist aber, dass wir ziemlich weit auseinander wohnen und das würde sonst einen erheblichen Zeitaufwand mit sich bringen, das alles zu koordinieren und dann müssen wir im Proberaum noch die neuen Songs fürs Album üben und daher ist es so halt einfacher, dass wir im Proberaum nur die Live-Tracks üben und ich nach wie vor die Gitarren im Studio selbst einspiele. WIE KAM ES EIGENTLICH DAZU, DASS DIESES MAL DIE TEXTE NICHT VON MARCEL GESCHRIEBEN WURDEN SONDERN VON MARCO V. UND DIR? Ich wollte das Textmonopol auch an mich reißen (lacht). Es ist auch so, dass ich mit Marcel nur noch sporadisch übers Netz Kontakt hatte – zumindest bis vorletzte Woche, da hatten wir uns mal wieder getroffen. Aber hauptsächlich wollte ich mich halt auch auf das Texte-Schreiben konzentrieren, da das langsam auch mit zu mir gehört und Marco ist halt mein bester Kumpel. Von ihm weiß ich, dass er früher schon Texte geschrieben hat, und auch Gedichte und Geschichten. Da haben wir uns mal zusammengesetzt und ich hab ihm meine Ideen erklärt und er hat dann einige Texte geschrieben, die ich dann angepasst hab. Im Falle von „Fenster zum Hof“ hat Marco 99,9 % des Textes verfasst und ich hab nur so 2 Wörter angepasst und andere Texte hab ich halt selbst geschrieben, teilweise sogar noch im Studio, als wir ins Studio gegangen sind, obwohl für ein paar Songs die Texte noch nicht hundertprozentig fertig waren. Aber zusammengefasst war ich einfach der Meinung, dass es Zeit war, dass ich zu meiner Musik auch die Texte schreibe. Ich meine, es kann gut sein, dass auf dem nächsten Album noch jemand anderes mit an den Texten schreibt, aber ich will das schon in die Richtung gehen lassen, dass ich irgendwann alle Texte für die Musik schreib. IN WELCHES GENRE WÜRDEST DU DEINE MUSIK EINSORTIEREN? Ich hasse Klassifikationen. Ich meine, irgendeinen Namen muss man dem Kind ja geben und, keine Ahnung, irgendetwas zwischen Black Metal und Death Metal. Ich mein von der Plattenfirma wird ja „Avantgarde Black Metal“ genannt. Damit kann ich leben. Irgendeine Kategorie muss man ja immer geben. Aber es gibt ja heute auch schon genug BM-Bands, die sich selbst als „Black Metal“ bezeichnen und auch nicht mehr diesen ganz klassischen Black Metal machen. Von daher kann ich schon damit leben, wenn jemand sagt: „Das ist ne Black Metal Band“. Aber dazu muss man unter Black Metal auch mehr verstehen als das klassische DARKTHRONE- oder GORGOROTH-Album. Wobei ich glaube, dass das eh keiner mehr als die einzige Black Metal-Schiene sieht. Dafür ist die Musik zu weit gefächert. WIE KAMT IHR EIGENTLICH AUF DIE AKTUELLEN LYRICS? DIESE SIND JA SEHR TIEFGRÜNDIG GERATEN UND NICHT WIRKLICH TYPISCH BLACK METAL. IN WIEWEIT GEHEN DA VIELLEICHT AUCH PRIVATE ERFAHRUNGEN MIT EIN? Ja, das sind Themen über die ich mir mehr oder weniger Gedanken mache oder mit was man privat zu tun hat. „Last der Erinnerung“ handelt z.B. von einer ziemlich bösen Trennung, die ich hinter mir habe. Das sind dann halt Dinge, die mir im Kopf herumschwirren und die ich zu Texten werden lasse. Also erstens Mal hab ich mit dem ganzen Satanskram und okkulten Kram nichts oder nichts mehr am Hut. Ich hab mich zwar mal damit befasst, aber es ist nicht wirklich etwas für mich. Und außerdem ist mir die Musik sehr ernst und ich habe keinen Bock da Texte draufzupacken, die nicht dazu passen oder die oberflächlich sind. Das wäre der Musik nicht gerecht und daher nehme ich halt Sachen, die mich bewegen, über die ich mir Gedanken mache und das verbindet sich dann mit der Musik und bildet eine Art „Symbiose“. WIE LANG HAST DU AN DEN SONGS GEARBEITET? Puh, jetzt muss ich kurz überlegen… es ist ja so, dass ich den Rechner voll hab mit Riffs, die ich mal hier und mal da geschrieben hab. Teilweise sind die Stücke in einer kompletten Session entstanden, teilweise sind Parts enthalten, die uralt sind. Bei „In den Weiten“ ist ein Riff drin, das, ohne zu lügen, irgendwie 5 Jahre alt ist und so fügt sich das zusammen. Manchmal hock ich mich einfach hin und schreib einen kompletten Song und manchmal dauert’s halt länger, bis das Stück fertig wird. Aber meistens, denke ich, ist es eine relativ zügige Geschichte ist. Also ich lass keine Songs über einen Monat liegen und guck dann, ob dann was zusammenpasst. Es ist eher so, dass ich mich doch sehr intensiv damit befass, bis ich sagen kann: „OK, der Song ist fertig“ UND WIE KAMST DU DANN AUF DEN TITEL DES ALBUMS? „EXIT“ – ALSO „AUSGANG“ FÜR EIN ALBUM MIT SO DEPRIMIERENDEN IN SICH GEKEHRTEN TEXTEN IST… (lacht) Also ich muss sagen, so eine richtige tiefgründige Message hinter dem Titel gibt es eigentlich nicht. Ich gehöre eh zu den Leuten, die ungern Texte erklären, weil ich finde, dass sich die Leute selbst einen Kopf drüber machen sollen und ich es auf der anderen Seite sehr interessant finde, wenn mir jemand etwas über meinen Text erzählt was er halt reininterpretiert. Aber wenn du vorher viel zu viele Worte über deine Texte verlierst, dann nimmst du den Leuten auch einen gewissen Grad an eigenständiger Beschäftigung mit den Texten. Aber der Titel ist im Gegensatz zu den Texten nicht wirklich tiefgründig. Ich find das Wort einfach saugeil und hatte irgendwann einfach im Kopf, dass das Album „Exit“ heißen muss. …ALSO EIN ÄHNLICHES PRINZIP WIE BEIM VORGÄNGERALBUM F51.4? Ja schon, wobei das schon eher in die Richtung Schlafstörung (Bedeutung des Bandnamens, Anm. d. Red.) und Albträume geht und das macht „Exit“ nicht. FÜR EUER LETZTES WERK F51.4 WART IHR IN DEN MARANIS-STUDIOS. DIESES MAL SEID IHR BEI SU2 EINGEKEHRT. GAB’S GRÜNDE FÜR DEN STUDIOWECHSEL? SCHLIESSLICH LIEGEN DIE STUDIOS GUTE 230 KM AUSEINANDER. Puh, ja die gab’s schon, aber darauf möchte ich ehrlich gesagt nicht weiter eingehen. Es war einfach so, dass ich auf einem Konzert von uns mit Carsten (Bassist der Band, Anm. d. Red.) über das Studio gelabert hab und Carsten dann vorgeschlagen hat zu Phil zu gehen vom SU2. Phil ist ja auch der Bandkollege von Carsten bei CHEENO. Ich hab dann den Phil mal kontaktiert und ein paar Produktionen von ihm angehört, die ich dann ziemlich gut fand und dachte mir dann, ich wage den Sprung ins kalte Wasser und wir sind hingefahren. Ich habe dann dort im Studio gesessen und noch keinen Finger krumm gemacht. Phil hat mir einen neuen Song gezeigt, den er mit CHEENO produziert hat und da wusste ich, dass ich mir keine Sorgen machen brauch. Der war so gut produziert, dass ich mir dachte, wenn er keine groben Schnitzer baut, gibt’s kein Problem. Aber davon abgesehen ist Stuttgart, also die Ecke, wo die Maranis-Studios sind und auch das SU2 ca. gleich weit weg von mir. Ich wohn ja weder in Saarbrücken noch in Stuttgart – ich wohn ja in der Nähe von Frankfurt. UND IST DER SOUND FINAL SO AUSGEFALLEN WIE DU ES DIR VORGESTELLT HAST? ER IST JA WIEDER SEHR KLAR, SAUBER – BEINAHE STERIL AUSGEFALLEN ÄHNLICH WIE BEIM ERSTEN ALBUM. Ja, und ich muss sagen, ich finde den Sound ziemlich geil. Ich kann mir auch „dreckige“ Produktionen anhören, aber ich finde das passt nicht zu AGRYPNIE. Ich will schon, dass alles differenziert klingt. Das wiederum war dem Phil sehr recht, da er lieber saubere Produktionen macht als irgendwie ganz rotzige Geschichten. Aber ich gehöre halt zu den Leuten, die saubere Produktionen präferieren und es würde auch nicht zu AGRYPNIE passen, wenn es ein total rotziger Sound wäre. Wobei das ist auch ein recht schmaler Grad. Wenn ich mir dann irgendwelche DIMMU BORGIR-Alben anhöre, dann ist das auch für meine Ohren zu überproduziert und durch tausend Kompressoren gejagt und dann geht dann die Atmosphäre flöten. Davon abgesehen passt der Sound einfach. DES WEITEREN SEID IHR JA DIESES MAL VOM ELEKTRONISCHEN SCHLAGZEUG ZU EINEM DRUMMER AUS FLEISCH UND BLUT GEWECHSELT. WOLLTEST DU DAS EINFACH MIT EINEM ECHTEN SCHLAGZEUGER TESTEN ODER GAB’S ANDERE GRÜNDE? Das ist im Prinzip die logische Weiterentwicklung. NOCTE OBDUCTA hat sich ja damals aufgelöst und für mich kam der Zeitpunkt, wo ich mir sagte, ich hab mal wieder Bock auf die Bühne zu gehen und live zu spielen und da war für mich klar, das mach ich mit AGRYPNIE. Alles andere hätte ich sonst albern gefunden, wenn ich schon die Zeit und die Gelegenheit hab. Auf der Bühne geht’s halt mal gar nicht mit einem Drumcomputer. Das find ich ganz ätzend. Und wenn ich einen Schlagzeuger in der Band hab, dann setz ich den auch logischerweise ins Studio. ALSO WERDET IHR AUCH SO LIVE AUFTRETEN? Auf jeden Fall ja! Es war ja auch so: Bei F51.4 hätte ich auch gern einen richtigen Schlagzeuger gehabt, aber das Studiobudget war relativ klein und mir war die Gefahr zu groß, dass wir uns in den Proberaum hocken und dort das Schlagzeug aufnehmen und das dann nicht differenziert genug klingt oder pappig klingt. Für mich war das damals die richtige Entscheidung zu sagen: „OK, das sind gute Samples. Man hört zwar, dass es programmiert ist aber es passt zu den Songs.“ Ich meine, es gibt so viele Bands, die einen Schlagzeugcomputer nehmen und einen richtigen Schlagzeuger ins Booklet schreiben und ich hab halt den Drumcomputer in das Booklet geschrieben. Aber heute würde ich drauf verzichten und immer ein richtiges Schlagzeug nehmen. MAL WEG VON ALBUM UND BAND. ICH GLAUB IM HINTERGRUND BEI DIR EIN PIANO ZU HÖREN. (lacht) Ja das ist richtig. WAS HÖRST DU DENN PRIVAT FÜR MUSIK? Relativ wenig Black Metal. Das ist ziemlich verschieden. Also ich hör keinen Pop-Scheiß, keinen Country, keine VIVA-Mucke oder Techno. Ich hör Klassik, ich hör Soundtracks, ich hör elektronische Chill-out-Musik. Das ist sehr unterschiedlich. Aber ich hör sehr wenig Black oder Death Metal im Vergleich zu meiner sonstigen Musik. DA KAM JETZT SO EIN WENIG DEINE ABNEIGUNG GEGEN DEN MAINSTREAM ZU VORSCHEIN. WIRD ES DANN AUCH NIEMALS EIN VIDEO VON AGRYPNIE GEBEN, WAS DANN AUF MTV ODER VIVA LÄUFT? Och, na ja. Ich meine, bisher hat sich die Möglichkeit noch nicht ergeben. Aber ich hätte jetzt kein Problem damit, ein Video zu machen. Ich denke ja, dass Mainstream sich über viele andere Wege ausmacht als einfach nur ein Video zu machen. Ein Video kannst du heute relativ schnell machen – ob es dann gut ist, ist die andere Frage. Aber ein Video zu machen wäre generell eine spaßige Angelegenheit. Das kommt vielleicht früher oder später. WIE KOMMST DU EIGENTLICH AUF MUSIK, DIE DU PRIVAT HÖRST? AUCH ÜBER QUELLEN WIE DAS INTERNET? Das ist verschieden. Internet, Bekannte. Halt Leute die sagen: „Haste schon das und das gehört?“ An sonsten auch, wenn man liest, was für Konzerte in der Umgebung sind. Man hört sich die Bands dann an und so kommt man dann auf die Sachen. NOCH MAL ZURÜCK ZUM INTERNET UND DEN TAUSCHBÖRSEN. HABT IHR DA SCHON POSITIVE ODER NEGATIVE ERFAHRUNGEN GEMACHT? IST DAS EIN FLUCH ODER SEGEN FÜR DIE MUSIKINDUSTRIE UND DIE BANDS? Also für die Musikindustrie kann ich das nicht beurteilen, da hab ich keine Erfahrungen und das juckt mich ehrlich gesagt auch nicht. Aber für uns, gerade für AGRYPNIE könnte das schon üble Folgen haben. Wir haben jetzt gerade vor… lass mich nicht lügen… es ist gerade eine Woche her, da hat der Andy unser Gitarrist im Internet gegoogelt, ob es schon Reviews vom Album gibt und ist dabei in eine Tauschbörse gestolpert, wo das Album schon online ist! Das wurde da wohl innerhalb von 5 Tagen 1500 Mal heruntergeladen, was ich schon eine ziemlich krasse Zahl finde für 5 Tage. Auf der anderen Seite kann das auch bedeuten, dass 1500 Leute das Album nicht kaufen. Und bei uns macht eine Größenordnung von 500 CDs schon aus, dass z.B. weniger Budget für das Studio zur Verfügung steht. Ich meine, es ist generell immer scheiße, wenn ein Album von einer Band herunter geladen wird, weil halt sauviel Arbeit darin steckt und Nerven und Zeit und Energie. Aber es ist halt schon ein Unterschied, um das Beispiel mal aufzugreifen … wahrscheinlich hab ich bald die Anwälte am Hals … es ist halt ein Unterschied, ob z.B. ein RAMMSTEIN-Album 500 Mal herunter geladen wird, dann wird das den Jungs nicht auffallen. Aber wenn unser Album 500 Mal gezogen wird und die 500 Leute kaufen es nicht, dann merken wir das halt tierisch. Aber dann wundern sich die Leute warum die Band nicht mehr ins Studio geht, weil sie einfach kein Geld mehr dafür hat. Aber es gibt auch Leute, die sich den Kram herunter laden, reinhören und wenn sie es cool finden, dann kaufen sie es. Insofern hab ich ja nicht gegen das Herunterladen an sich etwas. Nur hoff ich halt, dass die Leute, denen das Album gefällt, sich die CD auch kaufen. Ich denke da aber auch, dass in Zeiten, wo jeder den Euro 5 Mal umdrehen muss, gehört es auch als Band dazu, dass du dir etwas für die CD einfallen lässt, sodass die Leute auch auf die Idee kommen, das Album zu kaufen. Also wenn du ein DigiPak oder DigiBook herausbringst oder du hast eine DVD dabei oder halt ein Musikvideo (lacht) dabei, glaube ich, reizt das die Leute auch schon eher in den Shop zu gehen als wenn es ein ganz einfaches Jewel-Case ist. „EXIT“ WIRD JA AUCH ALS DIGIPAK ERSCHEINEN. RICHTIG!! Ich gehör ja auch zu den Leuten, die sich lieber das Digi holen als die normalen Sachen. ZUM SCHLUSS HÄTTE ICH NOCH EIN PAAR FRAGEN DIE ABSEITS DER MUSIK LIEGEN. METAL ALLER ART, PC-SPIELE UND AUCH FILME WERDEN IMMER WIEDER GERN ALS GRUND UND AUSLÖSER FÜR GEWALTTATEN Z. B. AN SCHULEN GENANNT. WIE STEHST DU ZU DIESEM ALLGEMEINEN VORWURF? Ja, also es ist schon so, dass Gewaltspiele dazu anregen Menschen zu töten… (lacht) … NEIN Quatsch! Nene, also ich find das absolut affig. Das zeigt mal wieder wie unfähig Politiker sind, oder wer auch immer da vorne steht und überzeugt der Meinung ist, dass z.B. CounterStrike dafür sorgt, dass man Amok läuft. Das ist absoluter Bullshit. Ich meine, das sind jetzt voll die Floskeln, aber es ist de facto so, dass immer mehr Jugendzentren geschlossen werden und immer weniger Geld für solche Zentren zur Verfügung steht. Außerdem sollten sich die Leute mal fragen, woher die Amokläufer an die Waffen kommen? Gerade in den Staaten ist es ja so, dass sich jeder relativ leicht eine Waffe besorgen kann. Und dann wird Marylin Manson dafür verantwortlich gemacht, dass 2 Schüler 10 Leute abmurksen. Aber dass die bis an die Zähne bewaffnet waren und die ganzen Waffen aus dem Kellerschrank der Eltern stammen, wird nicht in den Nachrichten kommuniziert. Ich hab zwar keine Ahnung, ob in den Staaten die Eltern dann auch zur Rechenschaft gezogen werden, aber ich find’s dann halt affig, dass dann Musik oder Spiele dafür verantwortlich sein sollen, dass Jugendliche keine Perspektiven haben und warum auch immer dann anfangen, Amok laufen. GEHEN WIR MAL NOCH ZU EINEM NICHT GANZ SO GEWALTTÄTIGEN THEMA. HAST DU DIE FUSSBALL-EM VERFOLGT? Haha, auf jeden Fall! WAS HÄLTST DU VON DEM AUFFLACKERNDEN NATIONALSTOLZ BEI SOLCHEN EVENTS WIE DER EM ODER AUCH DER WM? T-SHIRTS, FAHNEN ETC. AN JEDER ECKE. Ich muss zugeben, dass ich auch diesen Leuten gehör, die sonst überhaupt nichts mit Fußball am Start haben und dann zur EM oder WM voll im Fußballfieber stecken. Dafür hab ich auch von allen Seiten schon Ärger gekriegt. Hehe. Ich find das ziemlich cool. Es gibt halt genug Länder auf der Welt, wo genereller Nationalstolz herrscht – hier ist es meistens nicht so, und wenn man was mitbekommt, dann sind das meisten die Jungs, die es übertreiben. Ich bin auch mit Fahne im Kofferraum durch die Gegend gefahren. Ich fand’s lustig. Aber es war halt so, dass man sein Team unterstützt hat und sich gefreut hat, wenn man weitergekommen ist und nach der EM ist die Fahne dann auch wieder draußen. Aber danach hat sich der ganze Spuk. ABSCHLIESSEND KANN ICH NUR SAGEN: DANKE FÜR DAS WIRKLICH AUSFÜHRLICHE INTERVIEW. ICH WÜNSCHE EUCH VIEL SPASS UND VOR ALLEM VIEL ERFOLG AUF EURER KOMMENDEN TOURNEE UND MIT DEM ALBUM. DIE LETZTEN WORTE GEHÖREN DIR: Da weiß ich nie was ich sagen soll außer Danke für das Interview.

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