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AK4711 (ANJA/CARO)

AK4711 ROCKEN WIE DIE HÖLLE, SINGEN WIE DIE ENGEL, IMMER MELODISCH, NIE DANEBEN, STETS PRÄZISE. DIE BAND BESTEHT AUS VIER FRAUEN, DEREN WORTWITZ ZWISCHEN POESIE UND PAROLEN DEN WEG IN DIE MUSIK FINDET. SIE RUFEN ZUM ZUHÖREN, MITLACHEN, ABTANZEN UND MITROCKEN AUF. ANJA, CARO, CINDY UND KERSTIN VEREINT MUSIKALISCHES KÖNNEN, DAS GESPÜR FÜR TREIBENDE BEATS, DIE FÄHIGKEIT SONGS ZU SCHREIBEN, DIE SCHON NACH DEM ERSTEN ERLEBEN DIE GEHÖRGÄNGE NICHT MEHR VERLASSEN WOLLEN. AK4711 SIND ZWEIFELSFREI EINE AUSNAHMEERSCHEINUNG ZWISCHEN INDIEROCK UND POPULÄRKULTUR: INTELLIGENTES, ROTZFRECHES FUTTER FÜR DEN GEIST, RAUER, MODERNER ROCKSOUND FÜR DIE SEELE UND DIE ERFRISCHENDE ERKENNTNIS, DASS VIER FRAUEN ROCKEN KÖNNEN, SOLLEN, MÜSSEN – UND ZWAR GEWALTIG. AK4711 FEUERN AUS ALLEN KANÄLEN. UND SIE RIECHEN GUT. WIE VIEL IST AN DIESEN FEINEN PROMOZEILEN DRAN? WIR HABEN SÄNGERIN ANJA UND SCHLAGZEUGERIN CARO VOR IHREM GIG IN BIELEFELD EIN WENIG AUF DEN ZAHN GEFÜHLT UND DABEI SO EINIGES ÜBER IHR BUNDESVISIONALES POSTTRAUMA BIS HIN ZUR SYNCHRON-MENSTRUATION ERFAHREN… IHR SEID JA ALLE KEINE ANFÄNGER IM MUSIKBUSINESS, SONDERN HABT AUCH SCHON VOR AK4711 MUSIK GEMACHT… Anja: Ich habe Musik gemacht, solange ich denken kann. Schon immer. Gitarre gelernt, schon mit der Oma gesungen, dann ne Band gegründet seit ich 14 bin, hab immer live gespielt und ganz viele verschiedene Bands gehabt. Dann hatte ich einen Solodeal, einen bei der Sony und einen bei der EMI, hab den dann aber gecancelt, als wir uns begegnet sind. Weil ich da das Gefühl hatte, das ist es, was ich machen möchte. Caro: Das war eigentlich bei uns allen so, dass wir schon immer Musik gemacht haben. Viel aufgenommen, viele Bands gehabt und viele Sachen gemacht, immer viel live gespielt und als wir uns begegnet sind, war allen klar, dass wir das jetzt machen. Dafür haben wir alle alles stehen und liegen gelassen. Anja: Wir gestatten uns gegenseitig natürlich, auch anderweitig kreativ zu sein, aber die Priorität hat die Band. EINEN GRÖSSEREN BEKANNTHEITSGRAD HAT EUCH JA DIE TEILNAHME AM BUNDEVISION SONGCONTEST VERSCHAFFT… Anja: Naja, etwas zwiespältig, die ganze Sache… MAN HAT MIR JA ERZÄHLT, ICH SEI PRÄDESTINIERT EUCH ZU INTERVIEWEN, DA ICH AUS ESSEN KOMME. CARO, DU KOMMST AUCH AUS ESSEN UND HAST ALSO ZU VERANTWORTEN, DASS IHR FÜR NRW INS RENNEN GEHEN DURFTET. WIE IST ES DENN DAZU GEKOMMEN? WER IST AUF EUCH ZUGEKOMMEN UND HAT GESAGT, IHR MACHT MIT BEIM RAAB? Caro: Das war die Plattenfirma. Wir hatten gesagt, das wäre eine tolle Sache, so grundsätzlich, weil der Stefan Raab sich ja so noch als einziger für deutsche Bands einsetzt. Und man da auch live spielen darf. Und deshalb haben wir immer gesagt, das wäre bestimmt ein cooles Forum. Wir sind da aber ziemlich spät draufgerutscht und die Plätze für Berlin und Hamburg, die waren einfach schon vergeben. SEEED klar und Hamburg war OLE SOUL und REVOLVERHELD war ja auch dabei. Also die ganzen großen Namen waren schon gesetzt und dann sind wir da noch als letztes mit rein gerutscht. Und da konnten wir uns das nicht mehr so richtig aussuchen. Haben wir was mit NRW zu tun? Natürlich, ich bin da geboren. Das war dann eben der Anhaltspunkt, der da war. UND WIE WAR DAS DANN LIVE IN WETZLAR? 2 MEINER KOLLEGEN WAREN IN DER HALLE UND MEINTEN, IHR HATTET EINEN MIESEN SOUND. WIE WAR DAS GENAU? Anja: Also bei „TV Total“ war es klasse. Da müssen alle wirklich live spielen. Und wir hatten unseren eigenen Tonmann dabei. Und da waren wir auf jeden Fall zufrieden. So mit dem Klang, und wie es rüber kam. In Wetzlar gab es für viele Bands massive Tonprobleme, also es gab Probleme mit dem Monitor, man hat sich nicht gehört. Es gab Probleme im Mix, draußen, man durfte halt den eigenen Tonmann nicht mitnehmen. Das ist ja eine Halb-Playback-Veranstaltung. Das hängt damit zusammen, dass so viele Bands in so kurzer Zeit auftreten und der technische Aufwand zu groß wäre, immer umzubauen. Aber uns wurde gesagt, wir haben es uns tatsächlich bis heute nicht angeguckt, dass es im Fernsehen entsetzlich klang und auch komisch geschnitten war. Die Strophen singe ja ich und den Refrain unsere Bassistin und die haben dann die Leute verkehrt gezeigt und lauter so Sachen. So was ist ärgerlich, weil wir einfach eine Liveband sind und es lieben, live zu spielen und man sich da schlecht verarztet fühlt, das war schon doof. ICH HAB AUCH MAL DIE MARTA VON DIE HAPPY INTERVIEWT, DIE WAR JA LETZTES MAL MIT DABEI UND SIE HAT MIR ERZÄHLT, DASS SIE BEI SO EINEM FERNSEHAUFTRITT ETLICHES NERVÖSER WAR ALS VOR LIVE-KONZERTEN. GING EUCH DAS AUCH SO? Caro: Das ist etwas ganz anderes. Wir haben ja schon so viel live gespielt. Wir wissen genau, wir können dies und das gut, und das funktioniert halt. Man ist halt, das haben wir gemerkt, von so vielen Leuten abhängig, die einen halt nicht kennen. Wenn die sich vorher nicht mit einem beschäftigen, dann machen die halt auch Fehler. Das ist normal, aber da bleibt man dann so ein bisschen auf der Strecke, gerade wenn man ein No-name ist und auch ziemlich gutgläubig da ran geht. Wir hatten auch sehr wenig Support… ES KAMEN JA DANN AUCH NUR 5 PUNKTE AUS NRW SELBST… ES HAT NACHHER EINIGE FIESE KOMMENTARE IM GÄSTEBUCH GEGEBEN… Anja: Wir hatten da etliche Leute, die sich zum Glück mittlerweile langweilen. Ich wundere mich, dass Menschen, die etwas ganz scheiße finden, was ihnen ja freisteht, soviel Zeit ihres Lebens einer Band widmen, die sie erklärtermaßen scheiße finden. Ich denke, die sollen sie doch lieber einer Band widmen, die sie toll finden. Das wäre doch ein schöneres Hobby eigentlich…aber die sind ja langsam wieder verschwunden. Und uns haben schon einige Leute kennen gelernt, die uns vorher nicht kannten, denen es gefällt – Gott sei Dank. Und da gibt es noch eine Sache, die denke ich wichtig ist: Unsere Musik ist halt sehr vielseitig. Und wir erleben das auch bei den Konzerten, wenn wir vor Leuten spielen, die uns noch nie gesehen haben, dass die schon so zwei, drei Stücke brauchen bis sie darüber entschieden haben, ob sie uns jetzt toll oder scheiße finden und so ein einziger Song, ohne Ansagen und Zwischengespräche, die wir live viel machen, da im Fernsehen, das kommt irgendwie nicht gut rüber. Caro: Nee, was uns ausmacht ist sicherlich auch, dass wir alle sehr unterschiedlich sind und dass wir uns mit viel Augenzwinkern und Spaß betrachten. Uns auf die Schippe nehmen und uns die Freiheit nehmen, stilistisch das zu machen, worauf wir Lust haben. Das heißt: Der Abend ist ziemlich bunt und das lebt halt auch davon. Und wenn man dann nur 3 Minuten hat, in denen man da alles erklären muss, was die Band ausmacht, das ist bei uns sehr schwierig. Es gibt Bands, da funktioniert das sofort. SEEED oder so, die kann man gut in 3 Minuten klar machen. Das was wir machen, dass ist schon schwieriger. Anja: Und dann kommt natürlich immer noch dazu, dass viele wirklich denken, wir wären gecastet, was einfach nicht so ist. Wir sind Frauen – Entschuldigung -, wir machen selbst die Musik, wir schreiben unser Zeug selbst, aber das glauben halt viele nicht. TROTZDEM IST DAS INTERNET AN SICH – IHR HABT JA SOGAR EINEN EIGENEN FAN-CLUB, DER JETZT ONLINE IST, SICHERLICH EINE GUTE FEEDBACK-QUELLE, ODER? Caro: Natürlich, klar. Natürlich sind die negativen Sachen die, über die man sich erschreckt, he, was haben die für eine Hasskappe, aber es gibt halt und die darf man nicht vergessen und muss man auch mehr zu schätzen wissen, auch sehr, sehr viele positive Einträge, die auch gerade nach dem Bundesvision Songcontest gekommen sind. Wir haben auch ganz viele E-Mails bekommen, die nicht in unserem Gästebuch standen, sondern die unser Webmaster bekommen hat. Das gibt auch Energie. Anja: Was gut getan hat, war auch, dass wir sofort am nächsten Tag weiter getourt sind… live gespielt haben – das ist es letztlich was wir machen wollen: Auf der Bühne stehen und Musik live erleben und machen. Und da kommen jetzt nach und nach, peu a peu, immer mehr Leute. Das braucht so seine Zeit. Ich habe das Gefühl, das ist ein gesunder Weg, wenn es so wächst. So ein riesen Medienspektakel kann gut sein für manche Acts, für manche ist eher eine fragwürdige Sache… IHR SEID FÜR ROCK IM PARK/ ROCK AM RING BESTÄTIGT. IST DAS SO DER RITTERSCHLAG? Anja: Es ist schon ein Traum, da mal zu spielen, natürlich. Wir waren im letzten Jahr im Taubertal. Das war auch cool… wenn man da spielen kann. IHR SEID JA BEI HERBERT GRÖNEMEYER AUF DEM LABEL, DER EUCH ABSOLUTE KÜNSTLERISCHE FREIHEIT GARANTIERT HAT. WIEGT DAS SCHWERER ALS KOHLE? Anja: Absolut, total. Also als echter, kreativer Schreibender weiß keiner mehr als er, wie wichtig es ist, dass man seine eigene Vision entwickeln kann und seinen eigenen Weg gehen kann. Und während viele Plattenfirmen heute tatsächlich nur noch Kunstprodukte konstruieren und vermarkten, so geht es bei Grönland allen, die dort in der Firma arbeiten und das ist eine sehr kleine Firma, tatsächlich um die Musik und um die Künstler und das spürt man sehr deutlich. UND SIEHT MAN DEN BOSS AUCH MAL? Caro: Ja, immer wenn es uns besonders wichtig ist, kann man ihn fragen, aber er ist niemand, der sich aufdrängt… ICH HABE GELESEN, DASS IHR ENDE LETZTEN JAHRES IN BASEL ZUSAMMEN MIT IHM PERFORMT HABT? Caro: Ja, das war eine Labelnacht, wo halt alle Künstler, die bei Grönland unter Vertrag sind, ein Konzert gegeben haben. Er hat dann den Conferencier gemimt und wir haben dann mit ihm zusammen „Junimond“ von Rio Reiser gespielt. Das war ganz toll… Anja: Ein bewegender Augenblick…. Caro: Es waren halt sehr viele Leute da, und es gab viele verschiedene Bands zu sehen. Und der Abend baute sich dann so auf und wir haben dann mit ihm gespielt und das war schon toll. Anja: Vor allen Dingen: Er ist ein total sympathischer netter Mensch. Völlig unprätentiös, Caro: …lustig…. Anja: Also als wir uns kennen gelernt haben, haben wir den ganzen Abend Chips gefuttert und sehr viel gelacht. Caro: Er hat auch sehr frei von der Leber weg gefragt, so: „Seid ihr nicht zickig?“ und so… “Braucht ihr Studiomusiker?“ Nee, wir spielen selber…. Anja: Und eine Grundphilosophie von Grönland ist wirklich sehr lobenswert, wenn sie Künstleraufbau sagen, dann meinen sie das auch. Wir haben von vorneherein einen Deal über 2 Alben bekommen, ganz ungewöhnlich… Heutzutage über eine Single und wenn die nicht gleich durch die Decke schießt, dann bist Du eben schon wieder weg vom Fenster. Aber sein persönlicher Lebensweg war ja auch so, dass es erst einige Alben gebraucht hat, auf den ersten Touren kam auch kein Mensch…und das weiß er, eben aus eigener Erfahrung. Und wenn die an eine Band fest glauben, dann bauen die die auch auf und das ist toll. So etwas findest Du ja vielleicht bei den kleinen Indie-Labels, aber sonst nicht. IHR SEID JA AUCH BEI „1LIVE – DAS ERSTE MAL“ AM START MIT ZAHLREICHEN ANDEREN NEWCOMERN. WORÜBER TAUSCHT MAN SICH DA AUS? DA GIBT ES JA SICHERLICH WESENTLICH UNERFAHRENERE KOLLEGEN. GIBT ES DA MAL EINEN TIPP VON DEN „GROßEN SCHWESTEN“? Anja: Das ist ganz verschieden… Caro: Zu manchen Bands hat man direkt so einen Draht. Mit denen redet man tatsächlich frei heraus über alles und, manche haben halt uns gegenüber irgendwelche Ressentiments…oder wir finden irgendwelche Leute ganz toll… Anja: Auch das war beim Bundesvision Songcontest so, da es eine sehr kollegiale Atmosphäre war. Nach außen heißt es irgendwie Wettbewerb, aber letztlich sind wir alle miteinander von dem Virus Musik infiziert, und jeder macht seine Musik und geht seinen Weg und dafür gibt insgesamt einfach viel Kollegialität untereinander und keineswegs so ein Wettbewerbs-Quatsch. SEEED zum Beispiel ist eine tolle Band, die hatte ich schon gesehen, bevor sie überhaupt ihre erste Single raus hatten… ich mag die Jungs. EUER DEBUT-ALBUM HEISST „ERSTE HILFE“. AUCH WENN IHR DIE IN DEM DAZUGEHÖRIGEN SONG JA ABLEHNT – WEM WÜRDET IHR DIE DENN GERNE MAL ANBIETEN? (Fragende Gesichter) NAJA ICH DACHTE SO AN GEORGE CLOONEY, ODER SO? (Lachen) JA DAS IST NE FRAUENFRAGE…. Anja: Ach so, ne Frauenfrage…(beide schauen sich an) WIR KÖNNEN ES AUCH RAUSLASSEN…. Anja: (schmunzelt) Also ich bin ganz gut versorgt gerade. Caro: Ich auch, eigentlich. OKAY. DANN MACHEN WIR NOCHMAL SACHLICH WEITER. IHR SCHREIBT JA EURE SONGS SELBST. WAS IST DENN ZUERST DA, MUSIK ODER TEXT? Anja: Text. Immer. Zuerst ist im Grunde genommen eine Parole da. Ein Satz, den du dir auf ein T-Shirt schreiben könntest oder ein Schild, das man hochhält. Und das ist zuerst da. Ein Gedanke, der uns alle zum lachen bringt. Wenn wir alle schmunzeln, grinsen oder uns kaputt lachen müssen, dann sind wir auf dem richtigen Pfad und dann überlegen wir uns erstmal, was wollen wir eigentlich für eine Geschichte erzählen und während dieses Prozesses entsteht die Musik eigentlich von selbst. WENN MAN EUER BOOKLET STUDIERT, AN FAST ALLEN SONGS IST AREZU BETEILIGT. IST SIE EURE MUSE / EIN IMAGINÄRES 5. BANDMITGLIED? Anja: Ja, das kann man so sagen. Ich bin ihr begegnet bei einem Songwriter-Meeting in London. Es hat Peng gemacht und wir konnten gar nicht so schnell aufschreiben, was uns alles eingefallen ist. Sie ist keine Musikerin, allerdings gibt es die Tradition, dass sie bei jedem Lied etwas spielen muss. Wir setzen sie vor das Keyboard… DAS WÄRE MEINE NÄCHSTE FRAGE GEWESEN. SIE WILL NICHT MIT EUCH AUF DIE BÜHNE? Anja: Nein, sie ist eigentlich Journalistin und kann gut mit Sprache umgehen. Wir mögen uns sehr. Sie hat halt mal ein ganz bisschen Klavier gelernt und wir setzen sie mit einem möglichst beschissenen Keyboard-Sound vor die Tastatur und sie muss dann spielen, und das hört man bei uns auch live: Wir haben eine HD-Rekorder dabei, mit dem wir die Loops laufen lassen, weil wir die in der Soundästhetik haben möchten und diese dämlichen Keyboards, die Arezu gespielt hat, die erklingen dann live. Sie ist halt nur nicht körperlich anwesend. BOYGROUPS KÖNNEN SICH JA IRGENDWANN AN EINER KUSCHELTIER ODER UNTERWÄSCHE-SAMMLUNG ERFREUEN. HABT IHR SCHON FAN-DEVOTIONALIEN GESAMMELT? Caro: Ja, ich habe tatsächlich mal einen Tiger-String auf die Bühne geworfen bekommen. UND DEN HAST DU BEHALTEN? Caro: Den habe ich behalten… Anja: Eine haben wir aber nicht behalten, das war auf einem Festival. Da hat einer eine Boxershorts geworfen, die konntest Du echt nur mit Pinzette anfassen. Der Träger rief auch hinterher, er hätte sie erst die letzten drei Tage getragen… Ja, danke… FÜR UNSERE MÄNNLICHEN LESER MUSS ICH JETZT TROTZDEM MAL NACHFRAGEN, OB IHR DENN NOCH AUF DEM MARKT SEID…. Anja: Teils, teils. Aber genau verraten wir das natürlich nicht. VIER FRAUEN, ICH SAG JETZT MAL GANZ KETZERISCH, DA HAT JA IMMER EINE IHRE TAGE. WIE BEUGT IHR ZICKEN-ALARM VOR? Anja: Na, irgendwann hat man sie ja zusammen… SO GENAU WOLLTE ICH DAS JETZT GAR NICHT WISSEN… Anja: Es war aber tatsächlich so, als wir die Platte aufgenommen haben. 4.5 Monate waren wir zusammen, dann hat es sich wieder in zwei Lager gespalten…So ist es so, dass wenigstens immer die eine Hälfte gut drauf ist. Und jetzt komm ich mal auf das, was Du wohl eigentlich wissen wolltest: Also eigentlich verstehen wir uns sehr gut. Caro: Also erstaunlich gut. Es ist ja so, dass wir quasi Tag und Nacht aufeinander hocken oder ansonsten mindestens zwei, dreimal miteinander telefonieren, weil wir halt über Sachen entscheiden müssen und das jetzt seit 1.5 Jahren am Stück. Es ist schon eine wahnsinns-angenehme Bandatmosphäre. Ich glaube auch, dass uns das allen sehr wichtig ist, weil man sonst ja auch gar nicht so viel Zeit zusammen verbringen kann. Also ich hab mal in ganz anderen Bandkontexten leiden müssen, weil es halt nicht so war. Also nach dem Bundesvision Songcontest haben wir auch noch herzhaft lachen können, auch wenn wir da alle ziemlich bedröppelt waren… Das ist halt der Humor, den wir teilen, der ist schon sehr besonders und das ist halt sehr viel wert. Anja: Für mich fühlt sich das so an, wie eine Idealvorstellung, wie man sie von einer Band hat. Allerdings bestehen wir auf Einzelzimmer. Früher haben wir mal so in Musikerwohnungen zu siebent rumgelegen. Mit mir als Kettenraucher, ich will dann wenigstens nachher qualmen und im Bus ist dann Rauchverbot. Man findet halt Kompromisse, die erträglich sind. WOFÜR LOHNT ES SICH EINEN MANN IM HAUS ZU HABEN? Anja: Uh, vor allem fürs Kochen. Ich kann nicht kochen. Caro Du? Du bist nicht richtig gut im Möbel-Bauen? Caro: Möbel-Bauen? Ja doch. Gartenarbeit? Fürs Bügeln? IST DIE FUSSBALL-WM FÜR EUCH EIN THEMA? Caro: Also wir sind alle keine wirklichen Fußball-Fans. Aber so das Endspiel schauen wir uns bestimmt an, aber ansonsten ist uns das relativ egal, würde ich jetzt mal behaupten. EINE FRAGE, DIE ICH IMMER GERNE STELLE: WAS IST DAS PEINLICHSTE STÜCK IN EURER PLATTENSAMMLUNG? Anja: Oh, mein erstes Album: Dschingis Khan. NEE. NICHT DAS ERSTE. DAS PEINLICHSTE. Anja: Das kommt dem ziemlich gleich…so mit den ganzen Choreographien und die Texte abgetippt und so… Caro: Also ich finde schon JULIANE WERDING – „Geh nicht in die Stadt“ richtig peinlich. HABT IHR EIN RITUAL, BEVOR IHR AUF DIE BÜHNE GEHT? Anja: Ja, und das müssen wir jetzt auch ausführen. Ein Geheimnis. Ein niederer Trinkspruch…. NA DANN ALLES GUTE UND HERZLICHEN DANK!

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