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AUTUMN (JENS VAN DER VALK/ MEINDERT STERK)

ALS SUPPORT ACT FÜR WITHIN TEMPTATION IST AUF DER TOUR EINE WEITERE HOLLÄNDISCHE BAND AM START, DIE BISLANG NUR WENIG BEKANNT BEI UNS IST. KLAR, DASS WIR MEHR ÜBER DIESE COMBO WISSEN WOLLTEN: HALLO, WIE LÄUFT’S? Jens: Ja, kalt ist es. Und nun schneit es auch noch, dabei haben wir noch nicht alle Klamotten in der Halle. IHR SEIT BISLANG NOCH RELATIV UNBEKANNT BEI UNS. AM BESTEN ERZÄHLST DU ERSTMAL WER IHR EIGENTLICH SEID Jens: Also, in der Band sind derzeit neben mir noch Meindert am Bass, Menno am Keyboard, Jan am Schlagzeug, Jasper übernimmt die zweite Gitarre und Nienke singt. Die Band gibt es seit 1995, wobei ich und auch Nienke erst später dazu kamen. Vor AUTUMN spielte der Rest in einer Death Metal Band. Doch so um 1995 wollte man halt etwas anderes machen und so entstand im Herbst dann die neue Band. Daher dann auch der Bandname, haha IHR WERDET JA GERNE MIT BANDS VON THE GATHERING BIS HIN ZU THEATRE OF TRAGEDY VERGLICHEN. WAS DENKST DU ÜBER DIESE VERGLEICHE? Jens: Naja, ich kann damit leben. Es ist sicher keine Frage, dass THE GATHERING einen Einfluss auf uns hatten. Wobei nicht einmal so beim Sound, sondern mehr beim Gesang. Nienke mag den Gesang von Anneke sehr gerne. Aber sie hat schon ihren eigenen Stil und wirkliche und große Ähnlichkeiten gibt es da nicht. Klar, beide singen nicht so hoch wie z.B. Sharon, haben aber dennoch jede ihren eigenen Stil. Bei TOT kann ich es etwas weniger verstehen. Nienke klingt nun gar nicht wie Liv Kristine und nur weil ab und an ein paar Growls dabei sind, muss man uns nicht gleich mit denen vergleichen. Aber das soll nun nicht heißen, dass TOT schlecht wären. Und als Anhaltspunkt für Leute, die nicht so in dem Genre zuhause sind, passen die genannten Bands schon ungefähr. Aber es gibt halt auch im Gothic Metal große Unterschiede. WAS FÜR EINFLÜSSE SIND WICHTIG FÜR EURE MUSIK? Jens: Also, atmosphärisch sicher auch die frühen THE GATHERING. Aber wir hören selbst alles von Death Metal bis hin zu Folk. Und das hört man zum Teil auch alles raus. Wir benutzen ja auch mal andere Instrumente als die gewöhnlichen. Sogar Ska mögen wir mal ganz gerne. O.k., das hört man nicht so wirklich, haha. Aber es ist schon alles sehr vielseitig bei uns und dennoch klar in der düsteren Metal-Richtung. In der Halle läuft DEAD CAN DANCE. Auch eine geniale Band. GIBT ES BEI EUCH EINE HAUPTPERSON, DIE DIE SONGS SCHREIBT UND AUCH DAS LETZTE WORT HAT? Jens: Nein, eigentlich nicht. Die Songs entwickeln wir alle zusammen. Gut. Es gab schon einige Songideen, als ich nach dem ersten Album hinzukam. Ich denke, dass ich mich beim nächsten dann auf jeden Fall mehr einbringen kann. Die Texte übernimmt zum Großteil Meindert. Da geht es einerseits um persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, aber auch um mystische und okkulte Geschichten, die ja auch im normalen Leben passieren können. WO SIEHST DU DIE GRÖSSTEN FORTSCHRITTE VON EUREM DEBÜT ZUM AKTUELLEN ALBUM? Auf jeden Fall ist das Songwriting im Ganzen stabiler geworden. Die Songs auf dem Debüt sind sicherlich gut, aber waren halt vielleicht noch nicht endgültig ausgearbeitet. Dazu passten die Songs und die Gesangslinien nicht richtig zu Nienke, da diese für die Vorgängerin geschrieben wurden. Daher hatte sie wohl schon etwas Probleme das auch richtig umzusetzen. Im Ganzen klingt die Band auf dem neuen Album viel gewachsener und wie eine Einheit. Jetzt haben sich die richtigen Leute gefunden und aufeinander eingestellt. Das ist viel wert! (MEINDERT STERK KOMMT DAZU) Jens: Ah, da kommt der richtige Mann. Meindert: Um was geht’s? Jens: Du kannst noch mehr über die Lyrics erzählen als ich. GENAU, JENS ERWÄHNTE EBEN NEBEN PERSÖNLICHEN ERFAHRUNGEN AUCH OKKULTE UND MYSTISCHE THEMEN. Meindert: Ja, wobei das Wort „okkult“ für viele Leute ja fast abschreckend klingt. Jens: Wir rennen ja auch nicht mit ungedrehten Kreuzen rum oder feiern Messen auf der Bühne. Meindert: Es gibt ja mehr als genug mystische Sagen und Geschichten. Und diese kann man oft sinngemäß ins wirkliche Leben übertragen. Denn nicht alles lässt sich mit rationalen Dingen erklären. Z.B. einfach das Thema „Tot“. Da gibt es so viele Dinge, die keiner weiß und keiner je wird erklären können. Stoff genug für Songtexte. Jens: Also, wenn man uns fragt, interessieren und beschäftigen uns natürlich eher die dunklen Themen. Wobei dunkel ja nicht gleichbedeutend mit böse und schlecht ist. NUN SEID IHR MIT WITHIN TEMPTATION AUF TOUR. SEIT IHR BEFREUNDET? Meindert: Na ja, es bot sich einfach an. Klar, man kennt sich. Die Szene bei uns in den Niederlanden ist doch halbwegs übersichtlich. Und wir waren schon einige Male zusammen auf Tour dort. Freundschaft ist natürlich ein großes Wort. Jens. Ich würde da eher „Bekannte“ oder „Kollegen“ sagen. Aber wir sind schon immer gut miteinander ausgekommen und haben auch guten Spaß. Und wir sind natürlich dankbar, dass sie uns immer wieder die Möglichkeit geben mit auf Tour zu gehen. VIELE DER FANS, DIE HIER ZU DEN WT-KONZERTEN KOMMEN, KENNEN EUCH WAHRSCHEINLICH NOCH NICHT. WIE WAREN BISLANG DIE REAKTIONEN? Meindert: Da bin ich echt positiv überrascht. Es klappt wirklich sehr gut. Jens: Ja, und ich habe schon einige Leute gesehen, die sogar den ein oder anderen Text mitsingen konnten. Klar, am Anfang sind die Leute meist skeptisch, aber bislang konnten wir noch alle überzeugen, haha. Gestern in Berlin haben bei den letzten Songs alle mitgeklatscht und Stimmung gemacht. Es gab sogar „Zugabe“-Rufe. Das war schon klasse. Wir haben bei den Konzerten auch schon einige CDs verkaufen können. DIE MENSCHEN IN DIESER REGION DEUTSCHLANDS SIND ÜBRIGENS NOCH ETWAS SCHWERER ZU ÜBERZEUGEN ALS ANDERSWO… Jens: Das kommt aber auch auf die Richtung an, die man spielt und vor allem was für ein Publikum anwesend ist. Ich habe mit AUTUMN und auch schon vorher in anderen Bands auf verschiedensten Festivals und Konzerten gespielt. Das Metal-Publikum ist oft sehr kritisch. Vor allem, wenn man noch nicht so einen Namen hat. Da darf oft nicht mal eine Kleinigkeit falsch laufen, sonst maulen die gleich. Das ist aber natürlich auch eine Herausforderung. Bei einem Gothic-Publikum ist das schon wieder etwas anders. Die lassen sich schneller von der Atmosphäre der Songs und des Konzerts mitreißen und gehen viel schneller mit. Denen ist nicht ganz so wichtig, ob der Sound perfekt ist oder ob Nienke mal einen Ton nicht exakt trifft. Und heute werden neben diesen sicherlich auch noch einige Leutchens da sein, die WT durch ihren kommerziellen Erfolg kennen gelernt haben und weder in der Metal- noch in der Gothic-Szene zuhause sind. Die nehmen unsere Songs dann wieder ganz anders auf. Es wird auf jeden Fall interessant. SEID IHR BESONDERS NERVÖS, WENN IHR NUN, WIE GESTERN Z.B., VOR ÜBER 2000 MENSCHEN SPIELT Meindert: Nicht mehr als sonst auch. Wir sind ja schon einige Jahre dabei und haben auch schon große Festivals gespielt, da bin ich nicht mehr nervös als sonst auch. Wobei es natürlich aufregend ist, da es eine komplett neue Region ist und damit eine neue Zielgruppe ist, die man erst für sich gewinnen muss. Jens: Bei mir ist es schon seltsam. Ich verspüre vor einem Konzert keinerlei Nervosität. Ich bin eher ungeduldig, weil ich endlich auf die Bühne will, um richtig zu rocken. Aber aufgeregt oder nervös, weil nun zig hundert oder tausend Menschen da sind, bin ich komischerweise nie. ICH DENKE, DASS ES FÜR NIENKE ANGENEHM IST, WENN SIE NICHT ALS EINZIGE FRAU AUF DER TOUR IST. Meindert: Vor allem die Männer freuen sich, wenn noch eine Frau dabei ist, haha Jens: Das macht eigentlich keinen Unterschied. Nienke verhält sich absolut nicht so, wie man es für eine typische Frau annehmen würde. Die ist manchmal scheinbar mehr Kerl als die anderen hier, hehe. Was die manchmal für Schoten bringt oder so an Sprüchen ablässt, da staunt so mancher Macho, haha. Die lässt sich nichts gefallen und kommt mit den ganzen Kerlen hier super klar. WIE HILFREICH KANN DER ERFOLG VON BANDS WIE WT, THE GATHERING ODER NIGHTWISH FÜR EUCH SEIN? Jens: Natürlich sehr. Erstmal haben uns WT und auch AFTER FOREVER immer wieder mit auf Tour genommen. Das war schon klasse. Nun sind diese Bands vor allem in Deutschland sehr erfolgreich. Und die Leute, die diese Bands mögen, schauen dann auch sicherlich mal bei uns rein. Meindert: Und natürlich die Konzerte. Die Leute lernen uns nun erstmal durch die Konzerte kennen. Und wenn sie WT mögen, ist auch die Chance nicht schlecht, dass ihnen auch unsere Songs gefallen. Wobei wir natürlich schon anders klingen. Aber die die Grundrichtung ist ja ähnlich. ODER IST AUCH ERSCHWEREND, WENN MAN IN DER WERBUNG MIT DIESEN BANDS VERGLICHEN WIRD, WEIL DIESE JA ZUR ZEIT ÜBERPRÄSENT SIND UND EINIGE LEUTE DAS SCHON REICHT. UND DASS IHR SCHON SEIT JAHREN UNTERWEGS SEID, WISSEN DIE MEISTEN JA NICHT Jens: Ja, das ist vielleicht schwierig. Evtl. sind einigen Leuten die ganzen Gothic Metal-Bands leid. Aber das wollen wir ja nicht hoffen. Vor allem da wir sicherlich nicht so klingen, wie diese Bands. Da hilft natürlich Mundpropaganda und auch das Video, dass zusammen zu dem Album kommen wird. So lernen die Leute uns hoffentlich auch kennen und merken, dass wir kein Duplikat der anderen Bands sind. Und vor allem, dass wir gut sind. Meindert: Und auch die Festivals sind wichtig. Das sind ja immer die unterschiedlichsten Genres vertreten. Auch dort kann man sich neue Fans erkämpfen. Aber im Allgemeinen ist live spielen sehr wichtig. EIN VIDEO? ZU WELCHEM SONG? Jens: Das wird sehr cool. Der Song ist „Gallery of Reality“ und wird hoffentlich auch hier oft laufen. NUN WIRD EUER ALBUM IN DEUTSCHLAND ÜBER UNIVERSAL HERAUSKOMMEN. Meindert: Richtig, in Holland kam unser erstes Album über Sony raus. Nun sind wir bei einem neuen Label und plötzlich kamen die von Universal und meinten, dass sie es gerne in Deutschland veröffentlichen würden. Eine coole Sache. IN DEREN WERBEMAILS WERDET IHR ALS DAS NÄCHSTE GROSSE DING ANGEPRIESEN. WIE GEHT MAN MIT SO ETWAS UM? IST DAS EIN GROSSER DRUCK? Jens: Eigentlich ist da nicht so ein großer Druck. Für dieses Album übernehmen Universal ja erstmal den Betrieb. Unser eigenes Label ist ja ein anderes. Aber klar ist das wichtig. Gestern in Berlin waren die Leute von Universal auch anwesend und fanden unsere Show richtig gut. Nun ist die Tour erst einmal das wichtigste. Evtl. kommt etwas mehr Druck, wenn wir das nächste Album bei ihnen machen. Aber jetzt merken wir da nicht wirklich etwas von. NA JA, WENN MAN NICHT GENUG EINFÄHRT, LÄUFT MAN BEI GROSSEN LABELS SCHNELL GEFAHR GEDROPT ZU WERDEN. Jens: Wir geben immer unser bestes. Wenn es nicht sein soll, wird sich das zeigen. Aber bislang sind wir sehr zuversichtlich. Sony haben z.B. alle ihre nationalen Signings, also Bands, die man nur im jeweiligen Land veröffentlicht, gedropt und konzentrieren sich nur noch auf die internationalen Releases. Deswegen sind wir auch dort nicht mehr. Aber das ganze ist erstmal natürlich eine riesige Sache für uns. Wir haben nun völlig neue Möglichkeiten. Vor allem, was den Weg nach Deutschland betrifft. Da passieren nun Dinge, für die evtl. sonst noch drei oder vier Jahre benötigt hätten. Vor allem was den Bekanntheitsgrad betrifft. Da ist Universal schon eine große Hilfe für uns. KÖNNTE DAS AUCH ZU SCHNELL GEHEN? VIELLEICHT BRAUCHT MAN AUCH DIESE ZEIT UM ALS BAND ZU WACHSEN Meindert: Wir sind schon seit gut 10 Jahren mit dieser Band unterwegs und haben vorher auch schon gespielt. Wir sind also keine Neulinge mehr. Da sollten wir das locker schaffen, wenn es denn überhaupt so kommen sollte. Jens: Ich denke auch nicht, dass wir in ein oder zwei Jahren so wie eine Rakete abgehen. NA JA, WT WAREN VOR GUT ZWEI JAHREN AUCH NOCH SUPPORT IN KLEINEN CLUBS… UND JETZT? Jens: Ok, stimmt schon. Man weiß ja nie! Aber alles was wir tun können, ist unser bestes zu geben. Und das tun wir jeden Abend! Wenn wir plötzlich richtig Erfolg haben… wunderbar! Wenn es völlig daneben geht, machen wir trotzdem weiter und wenn es so weiter geht, wie bislang, sind wir rund um zufrieden. KONZENTRIERT IHR EUCH AUF DEUTSCHLAND? ODER SOLL ES AUCH WOANDERS HIN GEHEN? Jens: Richtig, derzeit steht vor allem Deutschland auf dem Plan. Dafür ist auch der Vertrag mit Universal, d.h. für den deutschsprachigen Raum. In Österreich und der Schweiz wird es wohl auch rauskommen. Und in Schweden hat man wohl auch großes Interesse daran unser Album zu veröffentlichen. Wenn es dann mit den Konzerten und den Verkäufen gut läuft, kann man ja weiter sehen. UND WAS LIEGT FÜR DEN REST DES JAHRES NOCH AN? Jens: Also erstmal kommen nun Album und Video. Dann stehen in den nächsten Wochen noch die restlichen Konzerte dieser Tour auf den Plan. Sollte es mit dem Album gut laufen, werden wir sicherlich später im Jahr noch mal herkommen. Und auf einigen Festivals werden wir sicherlich auch noch spielen. Also, es geht immer weiter! DANN VIEL GLÜCK HEUTE ABEND UND VIELEN DANK! Meindert: Vielen Dank für Euer Interesse an uns! Jens: Genau. Und auf geht’s, an die Arbeit!

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