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BEFORE THE DAWN (TUOMAS SAUKKONEN)

GLÜCKWUNSCH ZU “DEATHSTAR RISING” UND ZUM VERTRAG MIT NUCLEAR BLAST. HAT DAS IM VORFELD EURE KREATIVITÄT ANGEFACHT, ODER WAREN DIE SONGS SCHON FERTIG? Das ganze Album war sogar schon fertig gemastert, als der Vertrag zustande kam. Alles war fertig. GIBT ES EIN KONZEPT HINTER “DEATHSTAR RISING”? KAM DIE INNSPIRATION VON STAR WARS ODER THEORIEN ÜBER DAS ENDE DER WELT 2012? (Lacht) Na ja, eigentlich ist es viel langweiliger, sehr viel persönlicher. Es gab im Vorfeld viele Diskussionen um den Albumtitel. Die anderen waren sehr gegen den Titel, eben auch aufgrund der Star Wars-Thematik. Aber ich hatte diese Idee bereits fest im Kopf und daher habe ich es dann auch durchgesetzt. Es ist nicht wirklich ein Konzeptalbum, aber es handelt von totaler Sonnenfinsternis und von verschiedenen Arten des absoluten Endes. Das Ende des Lebens, Abschiede etc., ich wollte einen Albumtitel haben, der diese Themen verbindet und da wir schon einen Song Namens „Dying Sun“ haben, der es perfekt getroffen hätte, habe ich damit ein wenig herumgespielt. Ich bin tatsächlich ein riesen Star Wars-Fan. Daher lässt mich die Doppelbedeutung des Albumtitels immer noch grinsen. Es hat natürlich nix mit Star Wars zu tun, aber es wäre doch die coolste Fortsetzung: „Deathstar Rising – The Return of Darth Vader“ 😉 Klar, bei dem Album geht es um sehr ernstes Thema, aber dennoch finde ich die Doppelbedeutung lustig. DU BIST ALS EINZELKÄMPER BEKANNT. WIEVIEL EINFLUSS HATTEN DIE ANDEREN BANDMITGLIEDER, SPEZIELL EUER NEUER DRUMMER BEIM SONGWRITING? Nun beim Songwriting selber spielen sie keine Rolle, üblicherweise schreibe ich die gesamte Musik alleine. Dazu kommt, dass die anderen Bandmitglieder ca. 200 km von mir entfernt wohnen, so dass wir nicht mal wirklich proben. Wir treffen uns eigentlich immer erst im Studio, obwohl die anderen meine besten Freunde sind, aber es ist halt unpraktisch wegen der Entfernung. Die anderen Bandmitglieder sind auf jeden Fall der Grund, warum „Deathstar Rising“ unser bisher stärkstes Album geworden ist, selbst wenn sie am Songwriting nicht beteiligt waren. Was die gesamte Studioarbeit angeht, ist es ein hundertprozentiges Bandalbum. Und was unseren Drummer Atte betrifft, er ist unglaublich! Ich bin selbst auch Schlagzeuger und ich kann als Songwriter und Gitarrist behaupten, dass es niemanden gibt, der besser zu dem BEFORE THE DAWN-Sound passt als er. Niemand könnte die Songs besser oder mit mehr Groove spielen. Er hat alle meine Arrangements, die ich im Kopf hatte, auf ein neues Level gehoben. Und Drum-Arrangements spielen in unserem Sound eine große Rolle. Juha ist ein professioneller Sound Engeneer und hat das gesamte Album gemixt. So hat er einen sehr wichtigen Einfluss auf den Sound des Albums gehabt, ohne ein einziges Riff geschrieben zu haben. Unser Basser Lars hat logischerweise auch einen großen Einfluss durch seine Clean-Vocals. So hat jeder in der Band einen großen Einfluss auf die Musik. OK, WER DAS ALBUM PRODUZIERT UND GEMIXT HAT, WISSEN WIR JETZT. KANNST DU UNS AUCH SAGEN, WO UND IN WELCHEM STUDIO? WAR ES DAS GLEICHE WIE BEI DEN LETZTEN ALBEN? Mit den letzten Alben hatten wir viele Schwierigkeiten. Unser letzter Drummer verließ die Band mitten während der Aufnahmen. So dass die Drum Spuren nach den Aufnahmen neu eingespielt werden mussten. Der Sound Engeneer musste ausgewechselt werden mitten im Mixprozess, so dass es neu gemixt werden musste, also haben wir uns entschieden, das Produzententeam diesmal so klein wie möglich zu halten. Da ich von je her produziert habe und Juha für den Mix verantwortlich ist, wissen wir am besten, wie der Sound zu klingen hat. Wir haben in einem über 100 Jahre alten Holzhaus die Drums aufgenommen, da die Akustik dort richtig gut ist. Von daher ist es eine sehr natürlich klingende Produktion geworden. Heutzutage ist es Gang und Gäbe im Metal, dass die Drums mit technischen Hilfsmitteln versehen werden. Das gibt einen sehr klinischen Sound. Wenn man einen guten Drummer hat, dann braucht man diese Spielereien nicht einzusetzen. Das ist der Hauptgrund für den warmen, natürlichen Groove des Albums. Für die restlichen Aufnahmen habe ich heutzutage mein eigenes Studio, in dem ich ohne Termindruck arbeiten kann, wann ich will. Es ist ein Album, für das wir komplett selbst verantwortlich sind. Es sehr gitarrenorientiert, diesmal komplett ohne Keyboards, um einen sehr offenen Sound zu erreichen. Es ist nicht wie eine amerikanisch klingende überfrachtete Produktion sondern eher der richtige live-Sound. DEMZUFOLGE PERFEKT LIVE UMZUSETZEN… Exakt! Das ist unglaublich. Wir können das diesmal auf der Bühne genauso rüberbringen wie im Studio. Normalerweise mache ich mir im Studio keine Gedanken darüber, wie was live rüberzubringen ist. Alben aufnehmen heißt Album aufnehmen – ohne Rücksicht auf andere Dinge. Aufgrund des Live-Charakters des neuen Albums wird es natürlich einfach, es live umzusetzen. FÜR MICH IST DEATHSTAR…“ NÄHER AN „DEADLIGHT“ ALS AN „SOUNDSCAPE OF SILENCE“. ES SCHEINT, ALS WÄRE DER PROGRESSIVE-ANTEIL IM DIREKTEN VERGLEICH ETWAS ZURÜCKGESCHRAUBT. WAR DAS EIN BEWUSSTER SCHRITT? Beim Songwriting überlege ich nicht großartig oder ziehe Vergleiche zu vorigen Alben. Ich möchte nicht, dass sich die ältere Stücke auf das neue Album auswirken. „Soundscape Of Silence“ war in vielerlei Hinsicht ein sehr schwieriges Album aufgrund von Problemen beim Songwriting, mit dem Sound-Engineer usw. Daher ist es nicht so geworden, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich nicht zufrieden mit dem Ergebnis wäre, aber ich weiß, dass es ohne die Schwierigkeiten noch besser geworden wäre. Der große Unterschied beim Songwriting war, dass wir die erste richtige Bandpause eingelegt hatten. Und dass wir livemäßig die beste Zeit überhaupt hatten auf Tour mit AMORPHIS zuvor und in Asien. Viele coole Dinge sind passiert und nachdem der neue Drummer zur uns gestoßen war, fing die Band an, richtig gut zu funktionieren. Wir haben darüberhinaus tolle Reaktionen vom Publikum erhalten und diese Liveenergie hat sich dann bestimmt auch auf mein Songwriting ausgewirkt. Ich wollte, dass jeder Song auf dem Album als ein Killer auf der Bühne rüberkommt und das war beim Material von „Soundscape…“ nicht immer der Fall. LARS HAT EINEN EXTREME EIGENSTÄNDIGEN VOCAL-STIL. WIE WICHTIG IST ER ÜBER DIE JAHRE FÜR DEN BTD-SOUND GEWORDEN? Seit er die ersten Vocals zu „The Ghost“ beigesteuert hat, ist er für denn Sound extrem wichtig geworden. Der Hauptunterschied zwischen uns und vielen anderen Bands ist zweifelsohne das gute Zusammenspiel zwischen den Growls und den Clean Vocals. Es ist sehr schwierig, immer einen guten Mix zwischen den Growls und den klaren Gesangslinien zu finden, so wie wir das machen. Was ich an Lars’ Gesangsstil besonders mag ist, dass es nicht dieser typische Metal-Sänger ist, sondern mehr 70er orientiert an Bands wie LED ZEPPELIN. Er ist fähig. mit seiner Stimme alle Facetten an Emotionen zu transportieren, die für die Band wichtig sind. Es ist sehr schwierig. sich vorzustellen Songs ohne seine Stimme zu komponieren, weil er die melodische Stimme BEFORE THE DAWNs ist. VIELE BANDS, ZU DENEN NEUE SÄNGER GESTOSSEN SIND, ÜBERARBEITEN IHRE ALTEN SONGS MIT DEM NEUEN FRONTMANN. WÄRE DAS FÜR EUCH EINE OPTION, ALTE SONGS MIT LARS NEU EINZUSPIELEN? Vielleicht! Wir sind in der Tat schon öfter danach gefragt worden und wir haben auch schon darüber nachgedacht. Allerdings hat sich bisher nicht wirklich eine gute Gelegenheit dazu ergeben, es wäre aber sehr interessant für eine Art Best-Of-Album mit Songs der ersten beiden Alben mit den Vocals von Lars. Aber ich weiß nicht, wann wir dazu Zeit finden. Nun haben wir erstmal eine Menge Gigs mit dem neuen Album und ich habe sogar schon Material für ein neues Album zusammen, das wir schon im Winter dieses Jahres aufnehmen könnten. Das ist für mich mein Hauptziel, NEUE Musik zu erschaffen. Alte Songs neu aufzunehmen, ist für mich ein Schritt rückwärts. Was wirklich cool wäre, wäre eine richtig gute Live-DVD. Nicht so etwas Halbgares wie damals von unserem spanischen Label 2005. Das war eine richtige Low-Budget Produktion. Wie gesagt, das wäre wirklich cool, dann auch ältere Songs mit Lars Vocals live zu präsentieren und das gebührend auf DVD festzuhalten. EINE ETWAS PERSÖNLICHERE FRAGE: ALS MASTERMIND VON BTD TAUCHST DU IN PROMO-TEASERN ZUM NEUEN ALBUM AUF UND BIST LOGISCHERWEISE ANSPRECHPARTNER BEI INTERVIEWS. AUF DER BÜHNE ÜBERLÄSST DU ABER GERNE LARS DEN PART, MIT DEM PUBLIKUM ZU KOMMUNIZIEREN UND GIBST DICH WORTKARG UND GRIMMIG. SO WIE IN HANNOVER AUF DER AMORPHIS-TOUR. IST DAS TEIL DEINER BÜHNENSHOW ODER BÜHNENPERSÖNLICHKEIT ODER BIST DU ETWA SCHÜCHTERN? Eigentlich ist es weniger meine Bühnenpersönlichkeit als vielmehr meine gesamte Persönlichkeit. Ich habe vor 6, 7 Jahren aufgehört, mit dem Publikum zu sprechen. Ich bin schon oft gefragt worden und etliche Leute werfen mir Arroganz vor, weil ich nicht mit dem Publikum spreche. Was die Interviews betrifft, so wäre es für die anderen Bandmitglieder schwierig, Rede und Antwort zu stehen, da ich ja für die Songs verantwortlich bin. Von daher gibt es da keine andere Möglichkeit. Da mir meine Musik sehr wichtig ist, möchte ich auch Sorge tragen, dass sie richtig promoted wird. Was die Bühne betrifft, so gehe ich in einer ganz speziellen Stimmung auf die Bühne. Ich stehe ja auf der Bühne, um Musik zu spielen und nicht mit dem Publikum zu reden. Es ist was ganz Anderes, unsere Musik zu spielen als sie zu hören. Da versinke ich in dieser speziellen Stimmung und sie wäre zerstört, würde ich zwischen den Songs mit dem Publikum reden, nach der Art „Habt Ihr eine gute Zeit?, „Lasst uns ein Bier trinken!“ usw., wie ich das in früher gemacht habe. Ich schreibe Musik aus sehr persönlichen Gründen und wenn ich sie live performe, dann ist das sehr emotional für mich. Deswegen werde ich lieber für meine Art auf der Bühne kritisiert, als meine Empfindungen in diesen speziellen Momenten zu opfern. NEBEN BEFORE THE DAWN HAST DU AUCH NOCH ANDERE PROJEKTE WIE BLACK SUN AEON ODER DAWN OF SOLACE. WIE HÄLTST DU AUSEINANDER, WELCHER SONG FÜR WELCHE BAND IST? Das ist schwierig zu erklären. Das geht automatisch. Da brauche ich überhaupt nicht drüber nachdenken. Es ist ein einziges Mal vorgekommen, dass ich bei einem Song für BLACK SUN AEON gedacht habe, der wäre rifftechnisch für BEFORE THE DAWN besser geeignet gewesen. Normalerweise habe ich beim Songwriting eine Vorstellung vom gesamten Album. Momentan arbeite ich an Material für ein BLACK SUN AEON-Album und alles, was ich gerade schreibe, ist für das Album. Wenn ich das im späten April im Studio aufgenommen habe, dann arbeite ich möglicherweise für BEFORE THE DAWN oder DAWN OF SOLACE weiter. Oder für eine weitere finnische Band. Ich habe also immer viel zu tun. Aber auf eine gute Art und Weise. Aber ich arbeite immer nur an einem ganzen Album zu einer Zeit und nicht an einer Vielzahl einzelner Songs und das hilft, alles auseinanderzuhalten. WELCHE 3 SONGS EURER DISCOGRAPHIE WÜRDEST DU METALLERN, DIE BEFORE THE DAWN NOCH NICHT KENNEN, EMPFEHLEN, UM DAS MUSIKALISCHE SPEKTRUM DER BAND MÖGLICHST GUT ZU BESCHREIBEN? Puhhh, 3 sind nicht viel. Es wäre viel einfacher, wenn es 10 wären. Also wenn, dann würde ich Songs aus der aktuellen Besetzung, also der Ära mit Lars wählen. Demnach nicht die ersten beiden Alben berücksichtigen. Nicht weil es schlechte Songs wären, aber es war damals eine vollkommen andere Band. Ich würde Songs der letzen drei Alben wählen. Von Deadlight wäre es „Deadsong“, Von „Soundscape…“ würde ich den Song „Monsters“ auswählen und vom neuen Album würde ich „Winter Within“ wählen. Dann haben wir langsameres, doomigeres Material, etwas Eingängiges in Form von „Deadsong“ und was Skandiniwisches, zwar nichts Wikingermäßiges aber etwas Nordisches in Form von „Winter Within“ NEBEN DEINEN BANDPROJEKTEN ARBEITEST DU AUSSERDEM ALS ERFOLGREICHER BÜHNENMANAGER. ES SCHEINT ALS LEBST UND ATMEST DU HEAVY METAL. WANN HAT DICH DEN DER METAL VIRUS INFIZIERT? (Lacht) Ich war wirklich jung. Auf Facebook gibt es ein uraltes Bild von mir, als ich 4 Jahre alt war und mir aus den Töpfen meiner Mutter ein Schlagzeug gebaut habe. Ich bin eher zufällig reingeschlittert. Ich wusste gar nicht, dass es einen Beruf „Stage Manager“ gibt. Als ich 17 war, habe ich angefangen, viele Gigs zu organisieren für befreundete und meine eigenen Bands. Da war ich aber mehr als Promoter tätig. Als ich dann von 2 Festivals gefragt wurde, ob ich das auch für sie machen könnte, war das eine coole Sache. Als ich dann bei den Festivals gearbeitet habe, hörte ich zum ersten Mal von dem Titel „Stage Manager“ und dachte sofort, das ist ein cooler Titel. Ich habe schon immer viel mit der Technik zu tun gehabt, Tunings etc. Ich habe so jung angefangen, wie es möglich war in der Metal-Szene zu arbeiten. Immerhin muss man ein gewisses Alter haben, sich abends in den Clubs aufzuhalten und das betrachte ich noch heute als Teil meiner Berufung. Ob das nun Arbeit als Stage-Manager ist, oder die Organisation für meine eigenen Bands. HABT IHR TOURPLÄNE ALS HEADLINER? Es macht für uns zunächst wenig Sinn, als Headliner aufzutreten, da es bedingt durch die Deals mit kleinen Labels noch viele Leute gibt, die uns nicht kennen. Und diese gilt es zunächst zu erreichen. Mehr noch als eine Headlinershow für unsere Fanbasis zu spielen. In dieser Hinsicht sehe ich den Vertrag als eine Art Neuanfang. Ich bin nun seit 12 Jahren unterwegs und die Dinge haben sich recht zögerlich entwickelt. In diesem Stadium wäre es ganz klar zu früh, als Headliner aufzutreten. TUOMAS, DANKE FÜR DAS INTERVIEW. MÖCHTEST DU DEN LESERN NOCH ETWAS MIT AUF DEN WEG GEBEN? Ja ich hoffe ich sehe soviele von Euch wie möglich auf Tour, jetzt wo wir einen neuen Vertrag haben, werden wir sicher wesentlich mehr unterwegs sein!

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